Nico Kovac, im Hintergrund das VfL-Logo © IMAGO / Sven Simon

Niko Kovac neuer Trainer des VfL Wolfsburg

Stand: 24.05.2022 12:24 Uhr

Der VfL Wolfsburg hat Niko Kovac als neuen Trainer verpflichtet. Der Kroate, der einen Vertrag bis 2025 unterzeichnete, übernimmt nach zweieinhalb Jahren wieder einen Fußball-Bundesligisten und wird Nachfolger des entlassenen Florian Kohfeldt.

"Ich bin ein Kind der Bundesliga", meldete sich Kovac mit einem guten, alten Otto-Rehhagel-Zitat im deutschen Fußball zurück. "Die Lust und die Motivation sind sehr groß, mit den 'Wölfen' ein weiteres erfolgreiches Kapitel aufzuschlagen." Sein Bruder Robert Kovac wird ihn wie schon bei AS Monaco, Bayern München, Eintracht Frankfurt und bei der kroatischen Nationalmannschaft als Co-Trainer unterstützen.

Kovac der Wunschkandidat

Mit Kovac heuert der Wunschkandidat beim Meister von 2009 an. Der 50-Jährige soll Wolfsburg nach einer enttäuschenden Spielzeit sportlich wieder in die Spur bringen. Der ehrgeizige Coach ist eloquent, charmant, ein Menschenfänger im positiven Sinne. Der Kroate gilt als sehr gläubig, als äußerst diszipliniert, beinahe asketisch in Sachen Ernährung und Fitness, und erwartet das auch von seinen Spielern. Seine von Disziplin geprägte Arbeitsweise entspricht genau dem Wolfsburger Profil.

"Er steht für eine konsequente sowie erfolgsorientierte Arbeit und ich bin überzeugt, dass die Mannschaft in den kommenden Jahren seine Handschrift tragen wird", sagte Jörg Schmadtke. "Es war mir wichtig, dass wir nicht nur schnell jemanden finden, sondern vor allem auch einen Trainer verpflichten, der uns langfristig entwickeln und nach vorne bringen kann."

Der VfL-Geschäftsführer und Kovac kennen und schätzen sich seit einer gemeinsamen Saison als Spieler von Bayer Leverkusen (1997/98). "Die Gespräche mit Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer waren sehr gut und vertrauensvoll und haben mich davon überzeugt, diese spannende Herausforderung anzunehmen", erklärte Kovac. "Die Mannschaft verfügt über enormes Potenzial und die Bedingungen für eine optimale und erfolgreiche Arbeit sind gegeben."

Rückbesinnung auf alte Tugenden?

Unter Oliver Glasner und Bruno Labbadia hatte sich der VfL zwischen 2018 und 2021 vom Beinahe-Absteiger zum Champions-League-Teilnehmer entwickelt. In der vergangenen Saison verlor die Mannschaft unter Mark van Bommel und Florian Kohfeldt aber nahezu alle Qualitäten, die sie zuvor stark gemacht hatte: Siegeswillen, Geschlossenheit, Fitness, ihre taktische Identität.

Mit Kovac soll sich dieser Trend wieder umkehren. In München galt der Trainer stets als Notlösung. In Wolfsburg dagegen ist er kraft seiner Erfolge und seiner Vita ein großer Name - und soll die hochgesteckten Erwartungen beim Werksclub des VW-Konzerns erfüllen, der eigentlich immer von internationalen Plätzen träumt.

Zunächst war allerdings offen gewesen, ob er in die Bundesliga zurückkehren wollte. Ihm wurde nachgesagt, einen Wechsel in die englische Premier League zu bevorzugen. Kovac hatte zuletzt eineinhalb Jahre AS Monaco betreut. Beim französischen Ligue-1-Club war der gebürtige Berliner Anfang des Jahres von seinen Aufgaben entbunden worden. Seine Spielweise galt dort als wenig spektakulär: Er setzte auf gute Disziplin und Physis sowie schnelles Umschaltspiel.

Kovac verfügt über viel Bundesliga-Erfahrung

Wolfsburg ist für Kovac nach Frankfurt (Pokalsieger 2018) und dem FC Bayern (Double-Gewinner 2019) die dritte Trainer-Station in Deutschlands Beletage. Zudem coachte der 50-Jährige zwei Jahre lang die kroatische Nationalmannschaft, die er zur WM 2014 führte. Auch als Spieler sammelte er viel Erfahrung in der Bundesliga. Für Hertha BSC, Leverkusen, den Hamburger SV und Bayern absolvierte Kovac 241 Erstliga-Partien.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 24.05.2022 | 12:17 Uhr

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