Stand: 08.04.2019 22:59 Uhr

Nächste HSV-Blamage - 1:2 gegen Magdeburg

von Hanno Bode, NDR.de
Rick van Drongelen kann es nicht fassen: Sein HSV verlor auch gegen Magdeburg.

Der HSV wehrt sich nach Kräften gegen die sofortige Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Die Hamburger kassierten am Montagabend beim 1:2 (1:0) gegen den 1. FC Magdeburg die zweite Heimniederlage in Folge und sind nun seit drei Partien sieglos. Der Vorsprung des Tabellenzweiten auf Verfolger Union Berlin, der in Dresden nicht über ein 0:0 hinaus kam, schmolz auf drei Zähler zusammen. Bakery Jatta brachte das Team von Coach Hannes Wolf in Führung (31.). Nach dem Seitenwechsel drehten Marius Bülter (60.) und Philip Türpitz (90.+4) mit ihren Toren die Partie.

"Es ist maximal enttäuschend", sagte Wolf im Interview mit dem NDR Hörfunk: "Es ist dramatisch, wir müssen uns den Schuh komplett anziehen. Es tut extrem weh, es ist ein herber Rückschlag, erneut nach einer Führung zu Hause zu verlieren."

HSV ohne Struktur, aber mit Fortune

Der HSV hatte im ersten Abschnitt erhebliche Probleme, Struktur in sein Spiel zu bekommen. Die Gäste standen sehr hoch, machten die Räume eng und gingen mit viel Entschlossenheit in die Zweikämpfe. Sehenswerte Angriffe der Hausherren hatten Seltenheitswert. Eigentlich gab es vor dem Pausenpfiff lediglich einen: Douglas Santos passte zu Orel Mangala, der fein in die Tiefe zu Lewis Holtby weiterleitete, dessen Schuss Keeper Alexander Brunst aber abwehren konnte (13.). Als Initialzündung diente den Hanseaten diese Großchance jedoch nicht. Nahezu alles blieb bei ihnen bis zur Halbzeit Stückwerk. Sie mussten sich sogar bei Referee Bastian Dankert bedanken, nicht in Rückstand geraten zu sein. Der Unparteiische verwehrte einem Treffer von Felix Lohkemper die Anerkennung. Seiner Ansicht nach stand der FCM-Angreifer im Abseits, als er mustergültig bedient wurde (22.). Die Fernsehbilder zeigten, dass der 24-Jährige beim Pass auf gleicher Höhe war. Drei Minuten später prüfte Rico Preißinger HSV-Schlussmann Julian Pollersbeck mit einem Schlenzer.

Jatta sorgt für glückliche Pausen-Führung

Wenig bis gar nichts deutete in dieser Phase auf eine Führung des Tabellenzweiten hin. Unter tatkräftiger Mithilfe Magdeburgs fiel sie dann jedoch: Björn Rother köpfte einen eigentlich harmlosen Freistoß von Santos genau vor die Füße von Jatta, der Brunst mit einem strammen Rechtsschuss ins lange Eck überwand. Sicherheit gab dieser Treffer dem Aufstiegsaspiranten allerdings nicht. Er musste bis zur Pause noch zwei brenzlige Situationen überstehen. Ein Kopfball von Marius Bülter verfehlte knapp das Ziel (36.), dann warf sich David Bates heldenhaft in eine Vorlage von Türpitz und verhinderte so einen Abschluss von Lohkemper aus der Nahdistanz (44.).

Wolf-Team offensiv schwach, defensiv ungeordnet

28.Spieltag, 08.04.2019 20:30 Uhr

Hamburger SV

1

1.FC Magdeburg

2

Tore:

  • 1:0 Jatta (31.)
  • 1:1 Bülter (60.)
  • 1:2 Türpitz (90. +4)

Hamburger SV: Pollersbeck - Bates, K. Papadopoulos, van Drongelen - G. Sakai (76. Narey), G. Jung, Mangala, Douglas Santos - L. Holtby (83. Köhlert) - Lasogga, Jatta (67. B. Özcan)
1.FC Magdeburg: Brunst - Rother (66. Ignjovski), Tob. Müller, Erdmann, Perthel - Kirchhoff (83. S. Schäfer) - Laprévotte, Preißinger - Türpitz - Lohkemper (64. Beck), Bülter
Zuschauer: 49823

Weitere Daten zum Spiel

Der Schotte war auch an der ersten nennenswerten Szene nach dem Seitenwechsel maßgeblich beteiligt. Nach einem Santos-Eckstoß kam er zum Kopfball, scheiterte jedoch aus fünf Metern am glänzend reagierenden Brunst (52.). Der aus Neumünster stammende Keeper konnte allerdings nur parieren, weil Tobias Müller dem Ball zuvor mit der Hand berührte und ihn so entscheidend verlangsamte. Diesmal waren die Hamburger mächtig sauer auf Referee Dankert. Statt einen Elfmeter zu bekommen, kassierten sie bald darauf den Ausgleich: Preißinger passte genau in die Schnittstelle der HSV-Abwehrkette auf Bülter, der Pollersbeck aus zentraler Position überwand. Die Hausherren besaßen 120 Sekunden später durch ihren ansonsten unscheinbaren Torjäger Pierre-Michel Lasogga zwar die Chance zur erneuten Führung (Brunst rettete), mehr kam offensiv von der Wolf-Elf aber nicht mehr.

War dieser Umstand schon bedenklich, so dürfte den Trainer das Abwehrverhalten seines Teams bei einem Magdeburger Freistoß wenige Sekunden vor dem Ende der Nachspielzeit einfach nur erschreckt haben: Rick van Drongelen köpfte den Ball genau vor die Füße des unbehelligten Türpitz, der mit einem platzierten Schuss erfolgreich war. "Wir haben schon alles versucht. Es ist nicht so, dass die Jungs nicht wollten. Es hat an vielen kleinen Dingen gehapert. Wir müssen uns steigern - und zwar bald", sagte Wolf.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 09.04.2019 | 19:30 Uhr

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