Werder Bremens Ex-Coach Thomas Schaaf © IMAGO / ULMER Pressebildagentur

Nach dem Aus bei Werder Bremen: Schaaf sauer

Stand: 22.06.2021 15:59 Uhr

Werder Bremen wird seinen Neuaufbau in der zweiten Fußball-Bundesliga ohne seinen Technischen Direktor Thomas Schaaf angehen. Die Begründung dafür hat den 60-Jährige verärgert.

"Aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der notwendigen Einsparungen auch im Personalbereich konnten wir Thomas Schaaf leider kein Angebot unterbreiten. Wir haben uns gemeinsam darauf verständigt, jetzt eine Entscheidung zu treffen. Wir werden die Position des Technischen Direktor aus wirtschaftlichen Gründen nicht neu besetzen", hatte Werders Geschäftsführer Frank Baumann am Montag erklärt. "Das kann ich in keiner Weise so stehen lassen. Es ging in dem Gespräch gar nicht um die finanzielle Seite. Das war überhaupt kein Thema", sagte Schaaf dem Internetportal "Deichstube".

Schaaf: "Ich will, dass die Fakten richtig dargestellt werden"

Er sei "nicht beleidigt", dass er keinen neuen Vertrag bekommen habe: "Aber ich will, dass die Fakten richtig dargestellt werden und nicht der Eindruck entsteht, ich hätte irgendwelche übertriebenen und nicht erfüllbaren Gehaltsforderungen." Baumann versteht die Aufregung nicht und wies die Vorwürfe in der "Bild"-Zeitung zurück: "Es war nie davon die Rede, dass er zu hohe finanzielle Forderungen stellt. Ich habe nie gesagt, dass Thomas um Geld gepokert hat."

"Diese besondere Beziehung zu meinem Verein werde ich mir nicht kaputt machen lassen." Thomas Schaaf

Schaaf übte aber auch grundsätzliche Kritik daran, dass Werder den Posten, der mit seinem Amtsantritt 2018 neu geschaffen worden war, nun abschaffe. Seine bisherigen Aufgaben sollen künftig der Sportliche Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Thomas Wolter, sowie Björn Schierenbeck (Leiter der Nachwuchsabteilung) übernehmen. "Diese Position muss in jedem Verein besetzt sein. Dabei geht es mir nicht um Thomas Schaaf, sondern grundsätzlich um diesen Posten. Da braucht es einfach eine Beständigkeit in einem Verein", meint Schaaf: "Was passiert zum Beispiel, wenn plötzlich der Geschäftsführer Sport weg ist, wo ist dann die fußballerische Kompetenz im Vorstand?"

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Schaaf war in der vergangenen Bundesliga-Saison noch einmal als Trainer bei Werder eingesprungen, nachdem sich die Bremer vor dem letzten Spieltag von Florian Kohfeldt getrennt hatten. Doch der 60-Jährige, der in seiner Amtszeit von 1999 bis 2013 die Meisterschaft und drei Pokalsiege mit dem Club gefeiert hatte, konnte den zweiten Erstliga-Abstieg in der Vereinsgeschichte nicht verhindern. Nun muss der gebürtige Mannheimer den Traditionsclub zum zweiten Mal nach 2013 unfreiwillig verlassen.

Zum Abschied gab es von Baumann noch viele warme Worte. "Thomas hat in den letzten 40 Jahren als Spieler, Trainer und zuletzt als Technischer Direktor Herausragendes für Werder geleistet, wofür ihm die Werder-Familie für immer dankbar sein wird", erklärte der Sportchef unter anderem.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 21.06.2021 | 23:03 Uhr

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