Stand: 22.04.2020 11:16 Uhr

Labor-Verband: Corona-Tests im Fußball kein Problem

Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin hält Coronavirus-Testproben im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in der Hand. © dpa Foto: Peter Steffen
Bis zum Ende Juni müssten im Profifußball rund 20.000 Corona-Tests durchgeführt werden.

Die Patientenversorgung würde durch die geplanten regelmäßigen Corona-Tests bei den Fußball-Bundesligisten nicht gefährdet. Das sagte Geschäftsführer Evangelos Kotsopoulos vom Berufsverband "Akkreditierte Labore in der Medizin" (ALM) NDR Info. Wenn alle Spieler, Trainer und Betreuer der Fußball-Clubs alle drei Tage getestet würden, kommen bis zum Saisonende im Juni rund 20.000 Tests zusammen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) können die Labore in Deutschland 730.000 Tests durchführen - pro Woche. Deshalb meinte Kotsopoulos: "Wenn Profisportler oder auch andere nun solche Kapazität in vergleichsweise kleinen Teilen in Anspruch nehmen wollen, um Teile des sozialen Lebens in Deutschland wieder zu starten, sehen wir darin kein grundsätzliches Problem." Klar sei aber, dass im Labor immer akute und dringende Fälle Vorrang hätten.

Detaillierte Pläne gegen Verbreitung des Coronavirus

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat mittlerweile detaillierte Pläne erarbeitet, wie sich das Infektionsrisiko bei den geplanten Geisterspielen möglichst niedrig halten ließe.

Der "Spiegel" veröffentlichte am Dienstagabend auf seiner Website einen 41-seitigen Entwurf der Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb der DFL. Das Konzept sieht zum Beispiel vor, dass maximal zirka 300 Menschen auf dem Stadiongelände sein dürfen - jeweils 100 in den Zonen "Innenraum", "Tribüne" und "Stadionaußengelände". Vorbereitungs- und Aufbauarbeiten sollen lange vor der Ankunft der Teams abgeschlossen sein. Darüber hinaus gibt es auch Verhaltensregeln für das TV-Personal, das unter anderem Fragebögen zum gesundheitlichen Befinden ausfüllen soll, oder die Belegschaft in den Team-Unterkünften. Sollte ein Spieler mit dem Coronavirus infiziert sein, soll eine Gruppenquarantäne vermieden werden. Der Entwurf trägt den Stand 15. April - die endgültige Fassung werde erst später erstellt.

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Fußball mit DFL-Logo © imago images/foto2press Foto: Oliver Zimmermann

DFL und der Corona-Plan - keine Gruppenquarantäne

Jetzt durchgesickerte Pläne im Profifußball zeigen: Sollte ein Spieler mit dem Coronavirus infiziert sein, soll eine Gruppenquarantäne vermieden werden. Es gibt weitere heikle Punkte. extern

DFL berät am Donnerstag erneut

Zuletzt hatten die Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen) der DFL Hoffnung gemacht, dass im Mai der Spielbetrieb aufgenommen werden könnte. Andere Politiker wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach oder auch das RKI sehen die Pläne aufgrund der vielen Corona-Tests allerdings weiter kritisch. "Ich denke, man sollte die Tests dort anwenden, wo es medizinisch sinnvoll ist", äußerte Vizepräsident Lars Schaade: "Ich sehe nicht, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen routinemäßig gescreent werden sollten."

Allerdings sind die Tests bei den Bundesliga-Teams ohnehin längst im Einsatz. Bei Rekordmeister Bayern München genauso wie bei den kleinen Clubs wie dem SC Freiburg, wie Stürmer Nils Petersen im NDR 2 Podcast "Die Bundesligashow" gerade bestätigt hat. Wie es nun weitergeht, berät die DFL bereits an diesem Donnerstag. Dann treffen sich die Clubchefs der 36 Profivereine virtuell zu ihrer wahrscheinlich entscheidenden Sitzung während der Corona-Krise.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 22.04.2020 | 08:25 Uhr

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