Stand: 18.03.2019 09:02 Uhr

Kühne will mehr HSV-Anteile und rechnet mit Relegation

HSV-Gönner Klaus-Michael Kühne glaubt nicht mehr an einen direkten Aufstieg des Hamburger SV in die Fußball-Bundesliga und hat klare Vorstellungen von der Zukunft. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass - wenn nicht noch ein Wunder geschieht -, einer der beiden ersten Plätze erreicht wird", sagte der Logistik-Unternehmer am Sonntag bei NDR 90,3. Die 2:3-Pleite am Sonnabend gegen Darmstadt habe ihn erschreckt: "Nach dem Spiel bin ich erst einmal unter Schock und sprachlos. St. Pauli war ein Aufflackern (4:0 im Derby, d.Red.). Umso herber war dieser Rückschlag. Schlimmer geht’s nimmer", monierte der 81-Jährige, der aber weiter auf die sofortige Rückkehr in die Bundesliga hofft: "Ich glaube an den dritten Platz. Der HSV ist Spezialist in Relegationsspielen. Ich hoffe, dass sie sich da durchsetzen."

"Hoffe, dass man über 24,9-Klausel hinwegkommt"

Kühne wäre bereit, den HSV im Aufstiegsfall zu unterstützen und eine bessere Mannschaft zu ermöglichen, knüpft aber sein Engagement an Bedingungen. So erhofft sich der Milliardär in Kürze eine Aufweichung der 24,9-Prozent-Regel. "Ich habe dazugesagt, es muss frisches Kapital eingesetzt werden. Dem steht die 24,9-Klausel entgegen. Ich hoffe, dass man darüber hinwegkommt und neue Wege beschreiten wird. Das scheint mir so zu sein, ist aber auch noch nichts Endgültiges", so der Unternehmer, der betonte: "Es wäre mir aber lieber, es würden weitere Investoren mitmachen, damit nicht immer alles auf meinen Schultern getragen werden muss. Vor allem in einer Gruppe von Unterstützern würde ich mitmachen. Und wenn ich alleine übrig bleibe, dann muss ich mir das sorgfältig überlegen. Ich lasse alles offen."

Verteilung der Anteile an der HSV Fußball AG

  • Hamburger Sport-Verein e. V.: 76,19 %
  • Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne: 20,57 %
  • Familie Burmeister: 1,35 %
  • Agrarunternehmer Helmut Bohnhorst: 1,22 %
  • Erben von Weinhändler Alexander Margaritoff: 0,67 %

Zwar ermöglicht es die Satzung der HSV Fußball AG, bis zum Sommer durch eine Kapitalerhöhung bis zu 33,3 Prozent der Aktien zu verkaufen. Allerdings hat die Mitgliederversammlung des e.V. im Januar einen Beschluss verabschiedet, dass in der AG-Satzung eine Begrenzung bis maximal 24,9 Prozent verankert werden soll. Der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann und Vereinspräsident Marcell Jansen haben mehrmals betont, sich an diese 24,9-Prozent-Regel halten zu wollen. Aus diesem Grund konnte der HSV Kühne, der aktuell knapp über 20 Prozent Anteile hält, bereits im vergangenen Sommer keine weiteren Anteile an der AG verkaufen. "Wir nehmen das Votum in der Mitgliedschaft sehr ernst. Insoweit ist eine Begrenzung auf 24,9 Prozent da. Auf der anderen Seite nehmen wir die Bereitschaft von Herrn Kühne gerne auf, über veränderte Modelle zu sprechen. Aber klar ist, dass die auch der Zustimmung der Mitgliedschaft unterliegen", gab sich Hoffmann am Sonntag bei NDR 90,3 verhalten. Anscheinend wird im Hintergrund an einer Lösung gearbeitet.

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Bei der Lizenzierung der kommenden Saison habe er sich "in keiner Weise engagiert", sagte Kühne: "Wenn man es so schafft, ist es mir umso lieber." Die entsprechenden Unterlagen hatte der Hamburger SV am Freitag bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) abgegeben. "Wichtig ist, dass wir für die aktuellen Herausforderungen, zum Beispiel Lizenzierung der nächsten Saison, nicht auf Herrn Kühne angewiesen waren - das auch nicht unterstellt haben in unseren Planungen. Aber wir nehmen natürlich auch mit, seine Bereitschaft über jede Art von Kooperation in der Zukunft zu sprechen", unterstrich Hoffmann.

Auch die Einigung mit Kühne über das zukünftige Sponsoring des Stadionnamens steht weiter aus. Auf die Frage, ob die Arena ab August möglicherweise nicht mehr Volksparkstadion heißt, antwortete der HSV-Boss: "Das will ich nicht völlig ausschließen, da sind wir noch nicht am Ende der Gespräche mit Herrn Kühne. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Einigung bekommen und sich die Frage im Sommer nicht neu stellt."

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Sportplatz | 17.03.2019 | 18:05 Uhr