Ein HSV-Fans neben einem Anhänger des FC St. Pauli © Witters Foto: Frank Peters

Kommentar zu Fan-Prügelei: Als gäbe es nicht genug Krieg...

Stand: 27.05.2022 12:55 Uhr

In Hamburg-Rotherbaum haben sich etwa 100 Fußball-Fans eine Massenschlägerei geliefert. Was für ein fatales Zeichen in diesen schwierigen Zeiten!

von Bettina Lenner

Es herrscht Krieg in Europa. Die Welt ist in Aufregung, in Sorge, zeigt Solidarität. Auch in Hamburg, der stolzen Hansestadt, werden in diesen schwierigen Tagen mit großem Engagement Zeichen für den Frieden gesetzt und Benefizaktionen organisiert. Am Himmelfahrtstag wurde das traditionsreiche Museumsschiff "Rickmer Rickmers" im Hafen beim "Sound of Peace" zur Showbühne, am Sonnabend treten im Volksparkstadion zwei Legenden-Fußballteams gegeneinander an, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen.

Gerade einmal vier Kilometer liegen zwischen dem Musikclub Logo im Grindelviertel und der "Rickmer Rickmers", etwa die doppelte Distanz trennt die Party-Location von der Heimspielstätte des Hamburger SV. HSV-Idole wie Horst Hrubesch und Uli Stein laufen dort am Sonnabend auf, alles für die gute Sache, und das ist aller Ehren wert.

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HSV-Fans mit einem Banner mit der Aufschrift ''STOP WAR" © Witters

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Anders als das Verhalten mancher sogenannter Fußball-Fans. Rund 100 Anhänger des HSV und des FC St. Pauli lieferten sich am Donnerstagabend vor dem Logo eine regelrechte Schlacht, bei der die Beteiligten mit Zaunlatten, E-Scootern und Bierflaschen aufeinander losgingen. Frieden, Solidarität und Vernunft waren da nicht nur wenige Kilometer, sondern Lichtjahre entfernt.

Vereint in der Liga und im Weltgeschehen

In der nächsten Saison spielen sowohl der HSV als auch der FC St. Pauli weiter in der zweiten Fußball-Bundesliga. Beide Clubs haben den Aufstieg verpasst. Vereint im sportlichen Schicksal, so könnte man es aus Sicht der Fans auch sehen. Vereint im Schicksal des Weltgeschehens sowieso. Doch die Realität sieht anders aus. Es wird sich geprügelt, einfach so, aber ganz schön heftig und ohne jeden Sinn.

Der Krieg in Europa ist schlimm genug. Brauchen wir wirklich noch einen Krieg in Hamburg? Ich wünsche mir, dass die berüchtigten Hamburger Derbys friedlich ablaufen. Keine Hochrisikospiele mehr sein müssen, begleitet von einem Großaufgebot der Polizei. Das wäre nicht nur ein Zeichen in dieser besonderen Zeit, sondern eigentlich sogar eine Selbstverständlichkeit.

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Polizisten stehen bei einem Einsatz wegen einer Massenschlägerei vor dem Musikclub Logo in Hamburg. © picture alliance/dpa Foto: Jonas Walzberg

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Sportclub | 28.05.2022 | 14:00 Uhr

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