Stand: 20.05.2020 15:48 Uhr

Keine Regionalliga-Rückkehr für SV Wilhelmshaven

Fans des SV Wilhelmshaven © imago/Bielefeld Foto: Thomas Bielefeld
Die Fans des SVW werden weiterhin Siebtliga-Fußball zu sehen bekommen.

Fußball-Siebtligist SV Wilhelmshaven darf nicht in die Regionalliga Nord zurückkehren. Die obersten Zivilrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) wiesen die Revision des Vereins gegen ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Bremen zurück. Die Wilhelmshavener hätten nicht nachgewiesen, dass sie ohne den Abstieg heute noch in der Regionalliga spielen würden, teilte das Gericht in Karlsruhe am Mittwoch mit. Eine Zulassung zum Spielbetrieb in der kommenden Saison könne deshalb nicht verlangt werden. "Wir müssen das ganze erst einmal sacken lassen", sagte Wilhelmshavens Teammanager Christian Schütze der "Nordwest-Zeitung": "Es ist aber nun gut, wie es ist."

Zwangsabstieg war rechtswidrig

Der frühere Drittligist hatte auf Anweisung des Weltverbandes FIFA nach der Saison 2013/2014 aus der viertklassigen Regionalliga absteigen müssen, weil er in den Jahren zuvor eine Ausbildungsentschädigung für den 2007 verpflichteten argentinischen Spieler Sergio Sagarzazu in Höhe von 157.500 Euro nicht gezahlt hatte.

Derlei Geldtransfers und entsprechende Strafen bei Nichteinhaltung sehen die Bestimmungen des Weltverbandes FIFA und auch des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor - nicht aber die des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV). Der zuständige NFV hatte jedoch den Zwangsabstieg angeordnet, nachdem Wilhelmshaven nicht gezahlt hatte.

Im September 2016 hatte sogar der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass der Zwangsabstieg rechtswidrig gewesen sei. Im Schadensersatzverfahren ließen die Richter im November 2018 aber ausdrücklich ein erneutes Revisionsverfahren vor dem BGH zu. Dieses wurde nun abgeschlossen.

Schadenersatzanspruch nur für Saison 2014/15

Nach der jüngsten Entscheidung des BGH kann der Club zwar als Schadenersatz die Herstellung des Zustands verlangen, der bestünde, wenn er nicht abgestiegen wäre. Laut Statut und Spielordnung des NFV beziehe sich ein solcher Anspruch aber nur auf die jeweils nächste Spielzeit. Der Verein könne also nur dann wiederaufsteigen, "wenn mit hinreichender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könnte, dass er bei einer Teilnahme in der Spielzeit 2014/2015 auch heute noch in der Regionalliga Nord spielen würde". Dafür fehle aber der Nachweis, betonten die BGH-Richter.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 20.05.2020 | 12:25 Uhr

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