Rostocks Nik Omladic (l.) und Kiels Johannes van den Bergh kämpfen um den Ball. © WITTERS Foto: LeonieHorky

Holstein Kiel - Hansa Rostock: Zweifel trifft Optimismus

Stand: 30.09.2022 10:49 Uhr

Holstein Kiel und Hansa Rostock sind Tabellennachbarn in der Zweiten Liga. Doch vor dem Ostsee-Duell am Sonnabend ist die Stimmungslage komplett unterschiedlich.

Testspiele sind in der Regel eine Randnotiz und schnell wieder vergessen. Doch bei Holstein Kiel zog der jüngste Auftritt eine Krisensitzung nach sich. Vor einer Woche verloren die "Störche" mit 0:7 bei Liga-Konkurrent Eintracht Braunschweig und zeigten dabei eine Leistung, die bei den Verantwortlichen großen Ärger und Sorgen auslöste. Zumal es auch in der Liga zuletzt nur einen Punkt aus drei Spielen gab.

Kiels Sportchef Stöver: "Richtig schlechte Phase"

"Wir haben eine richtig schlechte Phase, das wissen wir. Wir haben auch eine Situation, wie wir sie in den drei Jahren, in denen ich bei Holstein Kiel bin, noch nicht hatten", sagte Sportchef Uwe Stöver, der nach dem Desaster gegen Braunschweig reichlich Gesprächsbedarf hatte. Trainer Marcel Rapp steht aber nicht zur Disposition, wie Stöver betonte.

Dennoch wäre ein Sieg am Sonnabend (13 Uhr, im NDR Livecenter) gegen Hansa Rostock auch für den Coach ein wichtiges Erfolgserlebnis, um weitere Diskussionen gar nicht erst aufkommen zu lassen.

"Die Jungs sind auf Wiedergutmachung aus." Kiel-Trainer Marcel Rapp

"Grundsätzlich haben wir eine sehr gute und charakterlich einwandfreie Mannschaft. Deswegen muss man als Trainer nicht irgendwie draufhauen, man muss die Fehler ansprechen", sagte Rapp, der der Mannschaft einen freien Tag strich und eine intensive Videoanalyse ansetzte. "Wir haben die Fehler noch mal angesprochen und versucht sie abzustellen im Training. Die Sinne sind geschärft."

Hansa sieht sich auf gutem Weg

Weiter östlich an der Küste ist die Stimmung deutlich besser. Der FC Hansa hat sich mit dem Erfolg gehen Magdeburg ein kleines Polster auf die Abstiegsplätze verschafft. Auch das 0:0 im Test gegen den VfL Wolfsburg wertete Coach Jens Härtel als Fortschritt.

"Unter der Woche haben wir überall noch einmal nachjustiert", sagte der Hansa-Trainer mit Blick auf die Vorbereitung Richtung Ostsee-Duell.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Die zusätzlichen Trainingseinheiten in der Punktspielpause seien vor allem den Last-Minute-Neuzugängen Rick van Drongelen, Dong-Gyeong Lee und Anderson Lucoqui zu Gute gekommen. "Sie sind deutlich weiter. Ihnen hat die Trainingswoche gutgetan. Es passt noch nicht alles, aber sie sind auf einem guten Weg." Ob einer von ihnen Chancen auf die Startelf hat, wollte Härtel nicht sagen.

Ohnehin gibt es noch einige personelle Fragezeichen: "Pascal Breier und Lukas Scherff sind fraglich, ebenso wie Kai Pröger und Lukas Hinterseer, die beide gestern beim Training Probleme hatten", so Härtel.

Kiel "mit Wut im Bauch"

Er erwartet ein intensives Spiel gegen die angeschlagenen Kieler: "Sie kommen mit Wut im Bauch", glaubt der Coach: "Sie sind eine ähnliche Mannschaft wie Magdeburg. Sie haben viel Ballbesitz und setzen auf Flanken. Sie wollen und können Fußball spielen, lassen aber auf der anderen Seite auch immer etwas zu." Letzteres hat sich nicht zuletzt im Test bei Eintracht Braunschweig gezeigt.

Mögliche Aufstellungen

Holstein Kiel: Dähne - T. Becker, Wahl, Erras, Kirkeskov - M. Schulz, Holtby - Bartels, Skrzybski, Reese - Pichler
Hansa Rostock: Kolke - Neidhart, Malone, Roßbach, Scherff - Fröde, Dressel - Pröger, Hinterseer, Ingelsson - Verhoek

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Nordmagazin | 01.10.2022 | 19:30 Uhr

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