Stand: 16.05.2019 16:02 Uhr

Heider SV träumt vom Aufstieg

von Norman Nawe

22 Jahre ist es her, dass der Heider SV zum letzten Mal ans Tor zur Regionalliga klopfte. Damals scheiterte der "kleine HSV" in zwei Partien an Arminia Hannover. Diesmal aber soll es klappen. In einer dreier Aufstiegsrunde bekommen es die Dithmarscher mit Altona 93 (26. Mai, auswärts) und dem Bremer SV (29. Mai in Heide) zu tun.

Stadion vom NFV geprüft

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An Fanunterstüztung mangelt es dem Heider SV nicht. Zum Aufstiegs-Heimspiel gegen den Bremer SV werden 4.000 Zuschauer erwartet.

Für den Fall der Fälle wurde am Donnerstag schon das Stadion abgenommen. Von den Vertretern des Norddeutschen Fußballverbandes (NFV) erhielt der Heider SV grundsätzlich grünes Licht, um Regionalliga-Spiele in seiner traditionsreichen Arena an der Meldorfer Straße in Heide (Kreis Dithmarschen) mit seiner großen, überdachten Sitzplatztribüne auszutragen. Die Kosten für einige Baumaßnahmen, wie ein eigener Gästeblock mit Zuwegung und die Ausbesserung und Einzäunung von Stehtraversen, dürften im mittleren fünfstelligen Bereich liegen.

Ob sich auch die Stadt Heide an diesen Kosten beteiligen wird, das ließ der ebenfalls anwesende Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat (SPD) noch offen. Der Chef der Heider SV Liga-GmbH, Andreas Meyenburg, zeigte sich jedoch optimistisch, dass der Verein die baulichen Bedingungen im Falle des Aufstiegs erfüllen könne.

Fans stehen hinter "ihrem" HSV

Über mangelnde Zuschauerunterstützung dürfte sich die Mannschaft eine Etage höher sicher nicht beklagen. Schon jetzt in der Oberliga pilgern im Schnitt über 400 Besucher zu den Heider Heimspielen ins Stadion an der Meldorfer Straße. Zum Aufstiegsspiel nach Altona wollen rund 1.000 HSV-Fans ihr Team begleiten, gegen den Bremer SV werden 4.000 Besucher erwartet. Zuschauerzahlen, die es früher in der Kreisstadt oft gegeben hat.

Heider SV einst Erstligist

Vor allem in den 50er und 60er-Jahren gehörte der Heider SV zu den Top-Clubs im Land. Immerhin zweimal gelang den "Schwarzhosen" um den letzten deutschen A-Nationalspieler aus Schleswig-Holstein - Willi Gerdau - der Aufstieg in die Oberliga Nord (1956 und 1960), die damals höchste deutsche Spielklasse war. Mit Werder Bremen, dem Hamburger SV, Hannover 96, dem FC St. Pauli und Holstein Kiel gaben alle Größen des norddeutschen Fußballs ihre Visitenkarte in Heide ab.

"Heide immer unangenehm!"

Wirklich gerne kam kein Verein nach Dithmarschen. Das war allerdings auch kein Wunder, denn in Heide erwartete die Gäste gerne "Schmuddelwetter", ein tiefer Boden, heißblütige Zuschauer, die direkt am Spielfeldrand standen und eine HSV-Mannschaft, die sich gerade gegen die Topvereine förmlich zerriss. So besiegte der "Underdog" zu Hause nicht nur Hannover 96 (1956), sondern am 28. April 1957 auch den späteren Meister Hamburger SV mit Uwe Seeler. 12.000 Zuschauer bejubelten einen 2:0-Erfolg des "kleinen HSV" gegen den "großen". In Erinnerung an die Spiele in Schleswig-Holstein sagte Uwe Seeler dann auch: "In Heide war es immer unangenehm!"

Regionalliga-Aufstieg wäre kleines Abenteuer

Nun also will der Heider SV zurück auf die überregionale Fußballbühne. Da sonst kein anderer Oberligist aus Schleswig-Holstein eine Bewerbung für die Regionalliga eingereicht hat, ist das Team um Trainer Sönke Beiroth automatisch in der Aufstiegsrunde dabei. Vor allem die höheren Kosten in der Regionalliga hatten die anderen Clubs aus dem Lande abgeschreckt. Auch in Heide gab und gibt es Stimmen, die einen Aufstieg als finanzielles und auch sportliches Abenteuer ansehen. Doch die Verantwortlichen um den Boss der Heider Liga-GmbH Andreas Meyenburg wollen dieses Abenteuer im Fall der Fälle wagen und es besser machen als zuletzt Eutin 08 oder der TSV Schilksee, die nach nur einem Jahr wieder absteigen mussten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.05.2019 | 16:00 Uhr

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