Rostocks Torschütze Bentley Baxter Bahn (2.v.r.) und seine Kollegen bejubeln einen Treffer. © picture alliance/Fotostand Foto: Fotostand / Voelker

Hansa hinten dicht und vorne effizient - Das Aufstiegs-Rezept?

Stand: 27.02.2021 07:00 Uhr

Für Fußball-Drittligist Hansa Rostock läuft es: Sieben ungeschlagene Spiele in Serie nähren die Aufstiegs-Hoffnungen. Trainer Jens Härtel tritt vor dem Gastspiel heute in Köln dennoch auf die Euphoriebremse.

Der Coach, der jüngst seinen Vertrag bei den Mecklenburgern verlängerte, hat alle Hände voll zu tun. Nicht nur auf dem Platz. Die Qualitäten des Trainers von Hansa Rostock sind momentan auch im kommunikativen Bereich gefragt, um das euphorische und erfolgshungrige Umfeld des einstmaligen Bundesligisten im Zaum zu halten. "Es ist noch nicht der Zeitpunkt, um groß auf die Tabelle zu schauen", sagt der 51-Jährige und mahnt vor der Partie in Köln (14 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) Bodenhaftung an. 

Aufstiegsränge in Reichweite

Das ist angesichts der Erfolgsserie der vergangenen Wochen und Monate ein äußerst schwieriges Unterfangen. Nach jüngst sechs Siegen und einem Unentschieden haben sich die Hanseaten im Spitzentrio der Dritten Liga festgesetzt und belegen den Relegationsrang drei. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten FC Ingolstadt beträgt zwei Punkte, zu Spitzenreiter Dynamo Dresden - der allerdings ein Spiel mehr bestritten hat - sind es sechs.

Defensiv-Bollwerk um Keeper Kolke

Ein Grund für die erfreuliche Zwischenbilanz: Hansas Abwehr steht nach anfänglichen Abstimmungsproblemen sicher. Das Bollwerk um Kapitän Markus Kolke - dem erfahrensten und wohl besten Torhüter der Liga - ließ bislang in 23 Spielen nur 23 Gegentreffer zu, in acht Partien stand sogar die Null. "Wir haben eine brutal enge Mannschaft, in der jeder für jeden da ist", beschreibt Kolke das Erfolgsrezept, das die Hoffnungen auf den Wiederaufstieg nach acht vergeblichen Anläufen nährt.

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Ein weiterer Erfolgsfaktor: Hansas Abteilung Attacke, die sich in der Vergangenheit nur sporadisch aufstiegsreif präsentiert hat, weiß mittlerweile, wo das gegnerische Tor steht. 35 Treffer sind zwar nicht Spitzenmaß, aber was wichtiger ist: Jedes einzelne Tor ist so viel wert wie selten in den vergangenen Jahren.

"Wenn wir das 1:0 machen, sind wir eine ganz ekelhafte Truppe. Wir stehen kompakt, jeder knallt sich für den anderen rein", sagt Mittelfeldmann Bentley Baxter Bahn. "Wenn wir führen, ist es schwer, ein Tor gegen uns zu erzielen", meint auch Verteidiger Nico Neidhart. In den vergangenen 14 Ligapartien, in denen sie 1:0 geführt haben, gingen die Rostocker stets als Sieger vom Platz.

Verletzten-Misere ist passé

Die Erfolgsserie hat der Mannschaft eine Menge Selbstvertrauen gegeben. Zudem ist die mitunter beängstigend lang gewesene Verletztenliste Geschichte. Nur Maurice Litka steht nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder zur Verfügung. "Wir sind gut gerüstet", sagt Härtel, der bei aller Freude über die sportliche Entwicklung die Zuschauer vermisst. Derzeit kommt es dem Coach im Stadion "wie Totentanz" vor. "Das sind keine normalen Fußballspiele", klagt er.

Monat März richtungsweisend

Der Sachse will sich deswegen aber nicht vom Kurs abbringen lassen. Er weiß sehr gut, wie Aufstieg geht. 2019 brachte er den 1. FC Magdeburg in Liga zwei. Gleich ein halbes Dutzend jener Spieler, die dabei mithalfen, hat er mittlerweile an die Ostsee gelotst. Das kann ein Vorteil sein. Muss aber nicht.

Der Monat März mit zwei aufeinanderfolgenden englischen Wochen ist ein entscheidender Gradmesser - zumal drei der fünf Gegner (Lübeck, Kaiserslautern und Uerdingen) im Tabellenkeller beheimatet sind. Punkten die Rostocker weiterhin zuverlässig, gibt es Ostersonntag (4. April) ein Top-Spiel beim Tabellenführer in Dresden.

Mögliche Aufstellungen:

Viktoria Köln: Mielitz - Koronkiewicz, Schultz, Rossmann, Handle - Lorch, Klefisch - Risse, Klingenburg, Cueto - Bunjaku
Hansa Rostock: Kolke - Neidhart, Riedel, Sonnenberg, Scherff - Rother, Rhein - Omladic, Bahn, Türpitz - Verhoek

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 27.02.2021 | 19:30 Uhr

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