Hannovers Keeper Martin Hansen © IMAGO / foto2press

Hannover 96: Keeper Hansen droht mit rechtlichen Schritten

Stand: 10.07.2022 12:25 Uhr

Der dänische Torwart Martin Hansen hat sich in seiner Heimat massiv über die sportliche Degradierung beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96 beklagt und dem Club sogar indirekt mit rechtlichen Schritten gedroht.

"Sie versuchen, mich hinauszudrängen", sagte der 32-Jährige in einem Interview der dänischen Zeitung "Tipsbladet". Hansen engagierte nach eigenen Angaben den in Rechtsfragen des Profifußballs sehr erfahrenen Frankfurter Anwalt Horst Kletke. Der vertrat zuletzt auch den ehemaligen 96-Trainer Jan Zimmermann in einem erst am vergangenen Freitag beigelegten Vertragsstreit mit dem Club.

Vertrag läuft noch bis 2023

Hansen war im Januar 2020 nach Hannover gekommen, sein Vertrag mit den Niedersachsen läuft noch bis 30. Juni 2023, doch unter dem neuen Trainer Stefan Leitl ist er nur noch Torwart Nummer vier. Nachdem der Däne und auch Stürmer Franck Evina zunächst nicht mit der Mannschaft in ein Trainingslager in Rotenburg reisen durften, erklärte Sportdirektor Marcus Mann in der vergangenen Woche: "Sie werden vorerst nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen. Zeitnah sollen sie ins Mannschaftstraining der U23 einsteigen."

Hansen greift Mann deshalb sogar persönlich an: "Ich hatte vor einer Woche ein Gespräch mit ihm, wo er mich für meinen Umgang mit der Situation gelobt und sich sogar dafür entschuldigt hat, dass die Dinge so sind, wie sie sind. Eine Woche später schickt er mich auf die Akademie und es scheint völlig aus dem Ruder gelaufen zu sein."

Hansen spricht von "schlechtem Stil"

"Ich bin dabei zu untersuchen, ob das legal ist", sagte Hansen nun. "Sie können einen Spieler in die U23-Mannschaft schicken, wenn es sportliche Gründe gibt. Aber ich habe letzte Saison elf Ligaspiele gespielt und war gut." Den 96ern wirft Hansen "einen schlechten Stil" vor. "Man hört oft von Spielern, die nicht zum Training erscheinen, weil sie einen Wechsel erzwingen wollen. Das ist eine Plage, aber ich möchte auch nur sagen, dass die Vereine genau das Gleiche tun, wenn sie einen Spieler loswerden wollen", sagte der Torwart.

"Es ist zweierlei Maß, einen Spieler zu bitten, etwas Neues zu finden und dann die Bedingungen desselben Spielers dabei zu verschlechtern." Martin Hansen

Gerade in Hannover gebe es "den Trend, dass es mit sehr vielen der ehemaligen Mitarbeiter zu Klagen kommt. Ich bin nur einer und ich bin sicherlich nicht der Letzte", sagte er in Anspielung auf Ex-Trainer Zimmermann, Ex-Sportchef Gerhard Zuber oder Club-Ikone Dieter Schatzschneider.

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Talentscout Dieter Schatzschneider und Geschäftsführer Martin Kind (v.l.) vom Fußball-Zweitligisten Hannover 96 (Foto aus dem Jahr 2020) © picture alliance / Sielski-Press Foto: Joachim Sielski

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Sport aktuell | 10.07.2022 | 13:17 Uhr

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