Jubel bei Marcus Coffie vom Fußball-Regionalligisten Teutonia 05 © IMAGO / Claus Bergmann

Hamburger Stadtteilclub Teutonia 05 beantragt Drittliga-Lizenz

Stand: 01.03.2021 20:09 Uhr

Der FC Teutonia 05 Ottensen kämpft in dieser Saison zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in der Fußball-Regionalliga um Punkte. Lange soll der Aufenthalt in der Viertklassigkeit nicht andauern. Der Hamburger Club hat die Drittliga-Lizenz beantragt.

Das teilte der Aufsteiger am Montagabend in einer Pressemitteilung mit. In "spätestens zwei Jahren" will der im Bezirk Altona beheimatete Verein demnach in der dritthöchsten deutschen Spielklasse angekommen sein. "Wir haben eine starke Vision für den FC Teutonia 05 und haben uns aufgrund der augenblicklichen unklaren sportlichen Situation entschlossen, schon für die kommende Saison die Unterlagen einzureichen", erklärte Liborio Mazzagatti, Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands von Teutonia 05.

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Aufsteiger aktuell auf Rang zwei

Der Stadtteilclub rangiert derzeit auf Platz zwei der Staffel A der Regionalliga Nord, die wegen der Corona-Krise in dieser Saison zweigeteilt ist. Tabellenführer SC Weiche Flensburg 08 hat auf einen Antrag für eine Drittliga-Lizenz beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) verzichtet. Der Hamburger SV hat für seine U21 (momentan Fünfter des Klassements) hingegen wie Spitzenreiter TSV Havelse aus der Parallelstaffel die Unterlagen beim DFB eingereicht. Derzeit ist die Spielzeit wegen der Pandemie unterbrochen. Wann und in welchem Modus sie fortgesetzt wird, ist noch ungewiss.

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Vor vier Jahren noch fünftklassig

Der Drittliga-Antrag von Teutonia kommt sehr überraschend. Erst 2017 gelang den Ottensenern nach vielen Jahren in der fünftklassigen Landesliga der Aufstieg in die Oberliga Hamburg. Im vergangenen Sommer schaffte der Club dann als Tabellenzweiter den Sprung in Liga vier, da Meister TuS Dassendorf keine Regionalliga-Lizenz beantragte. Nun visiert der Club den Profifußball an. Die Möglichkeit, diesen nächsten Schritt zu gehen, verdanke man der Teamleistung im Verein sowie den Sponsoren und Partnern, teilte 05 mit.

"Unsere sportlichen Ziele und Ambitionen möchten wir auf einer gesicherten Basis realisieren und weiter ausbauen. Die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit ein Antrag auf eine Drittliga-Lizenz auch Erfolg hat, ist für einen kleinen Verein wie den FC Teutonia 05 eine Herkulesaufgabe. Und wir hoffen, die geforderte wirtschaftliche und organisatorisch-technische Leistungsfähigkeit nachweisen zu können", sagte Geschäftsführer Mazzagatti.

Bei Aufstieg Heimspiele in Lübeck?

Wirtschaftlich scheint der Club gut für den Sprung in den Profifußball gerüstet zu sein. Zu seinen Unterstützern zählt unter anderem ein russischer Mineralölkonzern. Bleibt noch die Stadionfrage, denn über eine eigene Spielstätte, die den DFB-Anforderungen genügt, verfügt der Club nicht. Doch er hat eine Lösung parat. "Vorerst hat der FC Teutonia 05 eine Absichtserklärung mit dem VfB Lübeck abgeschlossen, die die Anmietung des Dietmar-Scholze-Stadions an der Lohmühle beinhaltet", hieß es.

Allerdings würden es die Ottensener vorziehen, nicht fernab der Heimat auflaufen zu müssen: "Wir sind hier von den Profivereinen in Hamburg abhängig und appellieren an die Solidarität der dortigen Entscheider!"

Ottensener spielen aktuell in Eimsbüttel

Bereits in der aktuellen Saison trägt der Club seine Heimspiele nicht auf dem eigenen Gottfried-Tönsfeld-Platz, sondern im Stadion des SC Victoria Hamburg an der Hoheluft aus. Sollten die Aufstiegsträume Realität werden, käme es also vielleicht zum nächsten Umzug. Fraglich allerdings, ob der überregional noch recht unbekannte Verein fernab seiner eigenen Heimat die Ränge füllen würde.

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Dieses Thema im Programm:

Sport | 01.03.2021 | 20:00 Uhr

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