Stand: 26.08.2019 14:36 Uhr

HSV nach Sieg in Karlsruhe wieder Spitzenreiter

von Christian Görtzen, NDR.de

Im Wildparkstadion lässt's sich für den Hamburger SV gut feiern. Etwas mehr als vier Jahre nach der Last-Minute-Rettung in der Relegation waren es am Sonntag erneut die Hanseaten, die nach dem Schlusspfiff vor Freude über einen Sieg ihre Hände zum Himmel reckten. Die Mannschaft von Dieter Hecking gewann mit 4:2 (2:0) das schwere Zweitliga-Duell beim stark in die Saison gestarteten Aufsteiger Karlsruher SC. "Wir sind froh, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten. 65 Minuten lang haben wir überragend gespielt", sagte der HSV-Trainer. Mit der Ausbeute von zehn Punkten aus den ersten vier Saisonspielen eroberten die Norddeutschen den ersten Platz in der Tabelle zurück, Arminia Bielefeld (3:1 in Regensburg) hatte diesen für gut 24 Stunden innegehabt.

Hinterseer eiskalt - KSC legt Protest ein

Hecking hatte seine Startelf im Vergleich zum vergangenen Spiel gegen den VfL Bochum (1:0) nur auf einer Position verändert: Khaled Narey ersetzte Jeremy Dudziak und spielte auf der rechten Außenbahn. Dies bedeutete, dass der 54-Jährige erneut Bakery Jatta auflaufen ließ - trotz der noch immer bestehenden Unklarheit hinsichtlich seiner Identität und der Ankündigung des KSC, womöglich wie Nürnberg und Bochum Protest gegen die Spielwertung einzulegen. Der offizielle Karlsruher Einspruch folgte dann auch am Montag.

4.Spieltag, 25.08.2019 13:30 Uhr

Karlsruher SC

2

Hamburger SV

4

Tore:

  • 0:1 Hinterseer (16., Foulelfmeter)
  • 0:2 Kittel (34.)
  • 0:3 Kittel (67.)
  • 1:3 Gordon (76.)
  • 2:3 P. Hofmann (88.)
  • 2:4 Samperio Bustara (90. +1)

Karlsruher SC: Uphoff - Thiede, Gordon (82. Djuricin), Pisot, Roßbach - Grozurek (58. Camoglu), Fröde (73. Stiefler), Wanitzek, Lorenz - P. Hofmann, Pourié
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Gyamerah, G. Jung, van Drongelen, Leibold - Fein, Kinsombi - Jatta, Kittel (82. Dudziak), Narey (79. Samperio Bustara) - Hinterseer (79. Wood)
Zuschauer: 15000 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Der Gambier, der von erschreckend vielen KSC-Fans bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde, hatte auch gleich die erste gute Möglichkeit. Nach scharfer Hereingabe von Narey rutschte dem 21-Jährigen der Ball über den Spann seines linken Fußes (10.). Nur wenig später sorgte eine Szene für große Aufregung im Wildparkstadion: Als Hamburgs Tim Leibold mit einer schnellen Bewegung den Ball im Strafraum von der Grundlinie zurücklegte, traf ihn KSC-Abwehrspieler Lukas Fröde mit seinem linken Fuß am linken Knie. Referee Sören Storks (Velen) entschied sofort auf Strafstoß. "Schieber!"-Rufe schallten von den Tribünen. Die Entscheidung war aber korrekt. Lukas Hinterseer ließ sich die riesige Chance vom Punkt nicht nehmen, verlud Karlsruhes Keeper Benjamin Uphoff und chippte den Ball in die rechte Ecke - 1:0 (16.) für die Gäste.

Danach sahen die Zuschauer eine ausgeglichene Partie: KSC-Verteidiger Daniel Gordon scheiterte an HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes (20.), auf der anderen Seite touchierte ein Schuss von Leibold die Latte (26.). In der 34. Minute gellten wieder lautstarke Pfiffe durch das Oval - Jatta war am Ball. Der Angreifer passte zur Strafraummitte zu Sonny Kittel, und der schoss zum 2:0 (34.) ein. Danach waren nur die HSV-Fans zu hören. Mit der verdienten Führung der Gäste ging es in die Kabinen.

KSC entschuldigt sich für eigene Fans

Die Badener kamen mit viel Entschlossenheit zurück, drängten auf das Tor des Gegners. Mit solcher Vehemenz, dass die Defensive der Norddeutschen minutenlang sehr instabil wirkte. Marvin Pourié (46.) und Philipp Hofmann (49.) boten sich gute Gelegenheiten zum Anschlusstreffer. Auf der anderen Seite besaß Hinterseer die exzellente Chance dazu, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Er scheiterte aber an Uphoff (53.).

Viele KSC-Fans arbeiteten sich weiter auf grob unsportliche Art an Jatta ab. Als der Stürmer nach einem grenzwertigen Check von Gordon am Boden lag (59.), schallten sofort "Steh auf, du Sau!"-Rufe durch das Stadion. "Das war nicht gut von unseren Fans. Da möchte ich mich auch hier dafür entschuldigen", sagte Kreuzer.

Der HSV hatte derweil durch Kittel die Führung ausgebaut. Der Spielgestalter schlenzte den Ball schön zum 3:0 (67.) in den oberen rechten Torwinkel. War damit das Spiel entschieden? Nein! Es wurde noch mal richtig brenzlig für die Hamburger. Heuer Fernandes parierte noch den Kopfball von Hofmann (71.), fünf Minuten später nickte Gordon aber zum 1:3 ein. Und Hofmann gelang gar noch das 2:3 (88.). Der KSC wollte jetzt mit Macht den einen Punkt. Den Norddeutschen boten sich Gelegenheiten zum Kontern. Der eingewechselte Jairo Samperio nutzte eine zum 4:2 (90.+1) und machte damit alles klar.

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Sportclub | 25.08.2019 | 22:50 Uhr