Vorstand Thomas Wüstefeld vom Fußball-Zweitligisten HSV © Witters Foto: Tim Groothuis

HSV schreibt schwarze Null

Stand: 24.06.2022 09:58 Uhr

Fußball-Zweitligist Hamburger SV wird nach elf Jahren mit finanziellen Verlusten in Millionenhöhe im Geschäftsjahr 2021/2022 erstmals ohne Defizit bleiben. Wegen der EM-Spiele und der Stadionproblematik finden heute Gespräche mit der UEFA statt.

Thomas Wüstefeld, der seit einem halben Jahr im Vorstand der HSV Fußball AG ist, nannte am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung des HSV e.V. als Gründe für das positive Geschäftsergebnis Kostenersparnis durch die Kündigung von Dienstleisterverträgen und die Gewinnung neuer Sponsoren. Der 53-Jährige bekannte zudem, Ausgaben und Investitionen gestrichen zu haben. "Wir haben gespart und Umsätze erreicht", erklärte Wüstefeld vor 298 Mitgliedern.

Lars Pegelow im Studio von NDR 90,3 © NDR Foto: Marco Peter
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Wüstefeld will "Hamburger Bündnis" schmieden

Dass der HSV erstmals seit 2010 eine schwarze Null schreiben wird, liegt zudem an den zusätzlichen Einnahmen durch das Erreichen des Halbfinals im DFB-Pokal sowie staatlichen Corona-Hilfen. In den vergangenen elf Geschäftsjahren hatte der Club immer rote Zahlen geschrieben.

Für die Zukunft will Wüstefeld ein "Hamburger Bündnis" schmieden, "um die Wirtschaft in unserer Stadt stärker an den HSV zu binden". So soll es auch gelingen, die Spiele bei der Europameisterschaft 2024 im Volksparkstadion zu sichern. Dafür sind Sanierungsarbeiten notwendig, deren Finanzierung den immer noch hochverschuldeten Zweitligisten vor enorme Probleme stellen könnten. "Das kann ich nicht final beantworten", antwortete Wüstefeld auf die Frage eines Vereinsmitglieds, ob die in Hamburg vorgesehenen fünf Partien gesichert seien. "Wir werden aber alles dafür tun, dass wir EM-Spiele sehen."

EM-Spiele in Gefahr? Treffen mit der UEFA am Freitag

Heute kommen Mitarbeiter des Europäischen Fußballverbandes zu Gesprächen mit der Stadt und dem HSV in die Hansestadt. Dann geht es wohl auch um den Anforderungskatalog der UEFA. "Wir werden Gespräche führen, ob man auf das eine oder andere Gewerk verzichten kann", so Wüstefeld. Der Unternehmer klagte über einen "unheimlich hohen Finanzierungsaufwand".

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Harsche Kritik gab es am kürzlich abgeschlossenen Sponsoren-Deal mit Shell. "Ein Mineralölkonzern als Partner, das passt einfach nicht. Aus unserer Sicht ist das reines Greenwashing", monierte Supporters-Boss Sven Freese. Man habe sich einen Austausch gewünscht. Zuvor hatte bereits der Förderkreis "Nordtribüne" dazu aufgefordert, den Vertrag wieder aufzulösen. In der vergangenen Woche hatte der Verein den Mineralölkonzern für drei Jahre als Partner der Stiftung "Hamburger Weg" gewonnen. Wüstefeld räumte bei der Kommunikation Fehler ein und will weitere Überzeugungsarbeit leisten.

Boldt: "Wollen alle aus dieser Liga raus"

Nach dem abermals verpassten Bundesliga-Aufstieg - der HSV scheiterte in der Relegation an Hertha BSC - ist die sportliche Zielsetzung der Verantwortlichen vor der fünften Zweitliga-Serie erneut die Erstliga-Rückkehr. "Eine schlagkräftige Truppe wird die Herausforderung annehmen, aufsteigen zu wollen. Wir wollen alle aus dieser Liga raus", sagte Sportvorstand Jonas Boldt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.06.2022 | 23:03 Uhr

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