Die Hamburg-Flagge vor dem Volksparkstadion des HSV © Witters

HSV meldet ein Bilanzminus von 4,7 Millionen Euro

Stand: 09.11.2021 16:42 Uhr

Fußball-Zweitligist HSV verzeichnet im elften Jahr in Folge ein Minus. Der Fehlbetrag im abgelaufenen Geschäftsjahr wäre noch deutlich größer ausgefallen, wenn es nicht millionenschwere Zahlungen von Staat und Stadt gegeben hätte.

Kaum Zuschauer im Volksparkstadion, deutlich geringere Einnahmen durch Sponsoren und dazu die sportlichen Enttäuschungen: Finanzvorstand Frank Wettstein bezeichnete das abgelaufene Geschäftsjahr 2020/2021 (bis 30. Juni) für den Hamburger SV wegen der Corona-Pandemie als die "größte Krise der Nachkriegszeit".

Der ohnehin schon durch das erste Corona-Jahr zurückgegangene Umsatz aus dem vergangenen Geschäftsjahr brach von 95,7 auf nun 55,8 Millionen Euro ein. Hauptgrund dafür sind die Corona-bedingten Geisterspiele, die dafür sorgten, dass die Erlöse aus dem Spielbetrieb von 22,1 Millionen auf 600.000 Euro zurückgingen. Da fällt das Bilanzminus mit 4,7 Millionen Euro (Vorjahr: 6,7 Millionen Euro) am Ende sogar noch moderat aus.

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Sondereffekte "elementar für die Krisenbewältigung"

Dafür gibt es zwei Gründe: Der HSV hat vom Staat Zahlungen aus der Corona-Überbrückungshilfe III erhalten - knapp elf Millionen Euro. Das Geld soll dabei helfen, die hohen Fixkosten zu decken, die der Club unter anderem als Betreiber des oft leeren Stadions hat. Zudem hat der HSV mit dem Verkauf des Stadiongrundstücks an die Stadt 14,6 Millionen Euro Gewinn in seiner Bilanz ausgewiesen. Weil diese beiden Sondereffekte nicht noch einmal anfallen, deutet sich im HSV-Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 ein deutlich höherer Verlust an.

"Das Geschäftsjahr 2020/2021 lässt sich aufgrund der pandemiebedingten Auswirkungen nicht ansatzweise mit anderen Perioden in der Geschichte des HSV vergleichen." HSV-Vorstand Frank Wettstein

Verbindlichkeiten abgebaut

Wettstein nannte beides "elementar für die Krisenbewältigung. Mit diesen Lösungen konnten wir weiterhin die Verschuldung reduzieren und unser Eigenkapital aufrechterhalten." Trotz des erneuten Verlustes konnte der Club seine Schulden um 6,6 Millionen Euro auf 51,2 Millionen Euro abbauen. "Seit März 2020 lag unser vorrangiger Fokus auf der Sicherstellung der Liquidität", sagte der Finanzvorstand.

Weil die Zuschauer in der laufenden Saison wieder ins Stadion zurückkehren, geht die HSV Fußball AG für das seit Juli laufende Geschäftsjahr 2021/2022 von einem Umsatzplus von 40 Prozent aus. Das wären etwa 78 Millionen Euro. Für einen Rückgang der roten Zahlen dürfte das unter dem Strich nicht reichen, wie im Lagebericht der AG angedeutet wird. Denn dort wird lediglich ein "geringfügig positives" Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) prognostiziert, "ein merklicher Rückgang gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr" mit plus 12,5 Millionen Euro.

Wettstein wünscht sich Annäherung an Normalität

Wettstein wünscht sich vor dem Hintergrund der Pandemie mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr, "dass wir uns weiterhin der gekannten Normalität annähern und keine neuen Restriktionen erfahren. Auch diese Saison wird geprägt sein von finanziellen Einbußen. Dennoch hoffe ich, dass sich der nächste Jahresrückblick mit sportlichen Erfolgen und nicht mit der Pandemie beschäftigen muss."

Auf Dauer hilft nur die Bundesliga-Rückkehr

Um dauerhaft aus der Krise zu kommen, gibt es ohnehin nur einen Weg: den Aufstieg in die Bundesliga. Davon sind die "Rothosen" aktuell weit entfernt. Das Team von Trainer Tim Walter ist in der Zweiten Liga zwar seit zehn Spielen ungeschlagen, hat aber lediglich eins der jüngsten sechs Duelle gewonnen. Als Tabellensiebter hat der HSV derzeit fünf Punkte Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze.

 

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 09.11.2021 | 16:17 Uhr

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