HSV-Spieler bejubeln den Sieg gegen Nürnberg nach Elfmeterschießen. © IMAGO / Passion2Press

HSV gewinnt Pokal-Krimi in Nürnberg, aber verliert Leibold

Stand: 27.10.2021 00:45 Uhr

Der HSV ist nach einem denkwürdigen Abend ins DFB-Pokal-Achtelfinale eingezogen. 5:3 nach Elfmeterschießen gewannen die Hamburger beim 1. FC Nürnberg. Überschattet wurde das Spiel aber von der Verletzung von Tim Leibold und den Schrecksekunden um Nürnbergs Tom Krauß.

von Matthias Heidrich

"Das Spiel hat wahrscheinlich keinen Sieger verdient gehabt. Nürnberg hat uns heute alles abverlangt", sagte HSV-Trainer Tim Walter. "Wir freuen uns über das Weiterkommen, aber die Verletzungen sind ein Wermutstropfen." Die Auslosung für das Achtelfinale (18./19. Januar) findet am Sonntag (18.30 Uhr) in der Sportschau statt.

"Ich bin stolz auf meine Jungs für das, was sie heute abgeliefert haben. Solche Siege helfen uns auf unserem Weg und in unserer Entwicklung." HSV-Trainer Tim Walter

Beide Traditionsclubs schenkten sich von Beginn an nichts. Es ging hart zur Sache, mit dem ersten bitteren Höhepunkt bereits nach 18 Minuten. Krauß traf erst den Ball, dann aber auch das rechte Standbein von Leibold, dessen Knie dabei wegknickte. Mit den Händen vor dem schmerzverzerrten Gesicht musste der Hamburger nach langer Behandlungspause auf einer Trage vom Feld gebracht werden. Das sah nicht gut aus für den Ex-Nürnberger, der dem HSV länger fehlen dürfte. Man müsse abwarten, was eine genaue Diagnose ergebe, sagte Walter nach dem Spiel. Es werde weitere Untersuchungen geben.

David köpft Hamburg in Führung

Miro Muheim kam für Leibold in die Partie (22.), die ausgeglichen war. Den Gästen aus dem hohen Norden fehlte zunächst allerdings die Präzision beim letzten Pass und auch im Abschluss. Tommy Doyle (35.), nach seinem Siegtreffer gegen Paderborn in der Startelf, versuchte sein Glück ebenso wie Ludovit Reis (44.) aus der Distanz. Doch Club-Keeper Carl Klaus zeigte jeweils seine ganze Klasse. Bei Jonas Davids Kopfball war er allerdings machtlos - 1:0 für den HSV nach 45 Minuten, unter dem Strich verdient.

Schrecksekunden nach Wiederanpfiff

Das Spiel stand offenbar unter keinem guten Stern: Sekunden nach dem Wiederanpfiff rasselten Muheim und Krauß heftig mit den Köpfen zusammen. Der Nürnberger blieb offenbar bewusstlos auf dem Rasen liegen. Sofort eilten Sanitäter herbei und Spieler beider Teams bildeten einen Kreis um den am Boden liegenden Club-Profi.

Spieler von Hamburg und Nürnberg bilden einen Sichtschutz um den verletzten Nürnberger Tom Krauß, der behandelt wird. © IMAGO / Zink
Bange Minuten in Nürnberg, als Tom Krauß behandelt werden musste.

Nach bangen Minuten wurde auch er auf einer Trage vom Feld gebracht. Die Zuschauer spendeten aufmunternden Applaus, Krauß reckte den Daumen in die Höhe - die Erleichterung war groß. "Mit Tom haben wir Kontakt, er ist ansprechbar", berichtete FCN-Trainer Robert Klauß nach der Partie. Es sehe nach einer schweren Gehirnerschütterung aus.

Nürnberg schüttelte sich kurz, um dann zum Angriff zu blasen. Taylan Duman gelang in der 59. Minute der Ausgleich gegen zu passive Hamburger. Bei Nikola Dovedans Kopfball knapp über die Latte hatte der HSV Glück (78.) und als Lino Tempelmann aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, war HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes mit einem Reflex zur Stelle (90.). In den sieben Minuten Nachspielzeit passierte nichts mehr.

Heuer Fernandes Hamburgs Matchwinner

Auch in der Verlängerung war Heuer Fernandes hellwach, parierte bärenstark erneut gegen Tempelmann (98.) und auch einen Freistoß von Johannes Geis (100.). Auf der anderen Seite hatten die Hamburger Pech: Faride Alidou ging im Strafraum zu Boden, Enrico Valentini hatte den Hamburger am Bein erwischt, doch Schiedsrichter Bastian Dankert entschied auf Schwalbe (119.).

Das Elfmeterschießen setzte diesem denkwürdigen Spiel die Krone auf. Tempelmann verschoss für Nürnberg und Matchwinner Heuer Fernandes hielt gegen Asger Sörensen. Den Schlusspunkt setzte David mit seinem verwandelten Elfmeter. Der Rest war Hamburger Jubel.

2.Spieltag, 26.10.2021 20:45 Uhr

1.FC Nürnberg

3

Hamburger SV

5

Tore:

  • 0:1 David (45.)
  • 1:1 Duman (59.)

1.FC Nürnberg: C. Klaus - Valentini, C. Schindler, Sörensen, Handwerker - Geis - Krauß (51. Duman), Tempelmann - Möller Daehli (116. Nürnberger) - Dovedan (87. Schleimer), Schuranow (87. Schäffler)
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Heyer, David, Schonlau, Leibold (22. Muheim) - Reis (101. D. Kinsombi), Meffert, Doyle (79. Alidou) - Kittel - M. Kaufmann (60. Wintzheimer), Glatzel (79. Jatta)
Zuschauer: 19267

Weitere Daten zum Spiel

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Der DFB-Pokal im Konfetti-Regen © picture alliance/Maurizio Gambarini/dpa

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 26.10.2021 | 23:03 Uhr

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