Stand: 09.02.2020 16:00 Uhr

HSV sorgt mit Pyro-Show für Aufsehen

Der HSV hat am Sonnabend für ein Novum im deutschen Profi-Fußball gesorgt: Bei der Zweitliga-Partie gegen den Karlsruher SC (2:0) wurde erstmals kontrolliert Pyrotechnik abgebrannt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die zuständigen Behörden in Hamburg hatten dem Club dafür eine Ausnahmegenehmigung erteilt. "Wir sind zuverichtlich, dass viele Vereine unserem Ansatz folgen und dem DFB klar zeigen, dass Pyrotechnik Teil deutscher Fankultur ist", betonte die Fangruppierung Castaways, die die Aktion mitorganisiert hatte.

"Ein erster gelungener Schritt"

Gibt es eine Wiederholung? "Mir müssen das erst reflektieren und sehen, was sich daraus ergibt", betonte Cornelius Göbel, Leiter der Abteilung Fankultur beim HSV. "Es geht uns darum, den Dialog mit der Fanszene weiterzuführen. Das war ein erster gelungener Schritt", sagte HSV-Vorstandsboss Bernd Hoffmann. Der DFB äußerte sich zurückhaltend. Man habe die Aktion "aufmerksam beobachtet. Jetzt gilt es, Erkenntnisse zu sammeln, diese zu bewerten und zu analysieren." Dabei würden auch die Meinungen von Experten einfließen, insbesondere aber die Bewertungen des HSV und der zuständigen Hamburger Behörden. Ob und wann eine Wiederholung stattfindet, ist noch offen.

"Wir werden sehen, wohin uns dieser Dialog insgesamt führt. Klar ist, dass die bisherige Art und Weise, nämlich auf der einen Seite immer höher werdende Strafen und auf der anderen Seite dann wieder die Reaktion mit zusätzlicher Pyrotechnik, zu nichts geführt hat. Wir wollten diesen Prozess durchbrechen." Bernd Hoffmann

Zehn Rauchtöpfe vor der Fankurve

Beim Einlaufen der Teams in das Volksparkstadion zündeten Fans vor der Nordkurve zehn sogenannte Rauchtöpfe in den Vereinsfarben Blau, Weiß und Schwarz.

Dabei wurden sie von Ordnern und Feuerwehrleuten kontrolliert. In der Fankurve gab es unterstützend eine Choreografie. "Die ersten Rückmeldungen von allen Seiten waren sehr, sehr positiv. Das Bild, das erzeugt wurde, war sehr gut anzusehen", bilanzierte Göbel.

"Ich fand es klasse, dass unsere Vereinsfarben da aufgetaucht sind", meinte HSV-Coach Dieter Hecking: "Wenn es die Fans befriedigt, auf diese Art und Weise Pyro als Fan-Kultur darzustellen, warum nicht?" Kapitän Rick van Drongelen sah die Aktion ebenfalls positiv: "Das ist geil, wenn du in ein Stadion reinkommst und so etwas siehst", sagte der Niederländer über den Moment für die Geschichtsbücher: "Ich finde es super, Pyro gehört zum Fußball. Nicht auf den Platz, aber zu den Fans."

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Mehrere Hunderttausend Euro Strafe durch Pyro

Auf den Tribünen wurde hingegen nicht gezündelt. Der HSV hatte die Ausnahmegenehmigung beantragt, um einen Schritt auf die eigenen Fans zuzugehen, die in der Vergangenheit immer wieder verbotenerweise Pyro abgebrannt hatten. Dafür war der HSV vom DFB in den vergangenen Jahren zu insgesamt mehreren Hunderttausend Euro Strafe verurteilt worden. "Wichtig, dass man im Dialog bleibt und vernünftige Entscheidungen sowohl für die Fans als auch die Vereine trifft", unterstrich Hecking.

Probleme mit den eigenen Fans vor allem auswärts

Ob die genehmigte Aktion vom Sonnabend die Pyro-Verfechter innerhalb der Fanszene beruhigt, wird sich vor allem bei den kommenden Auswärtsspielen der Hamburger zeigen. Im Volksparkstadion gab es in den vergangenen Monaten fast keine Verfehlungen, massiv gezündelt wurde von den HSV-Fans beinahe ausschließlich in fremden Stadien.

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Sportclub | 09.02.2020 | 22:50 Uhr

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