Jubel bei Bakery Jatta, Jan Gyamerah und Klaus Gjasula (v.l.) vom Hamburger SV © imago images / Carmele/tmc-fotografie.de

HSV: Nicht Hochglanz, aber gut in Position

Stand: 23.12.2020 10:35 Uhr

Nach zuletzt drei Siegen in Folge ist der HSV als Tabellenzweiter der Zweiten Liga auf Aufstiegskurs. Die Club-Verantwortlichen üben sich dennoch in Zurückhaltung.

von Johannes Freytag

"Wir sind noch lange nicht da, wo wir am Ende hinkommen wollen", erklärte Sportchef Jonas Boldt, und Trainer Daniel Thioune stieß ins gleiche Horn: "Nach 13 Spielen kann man gut damit leben, wenn man 26 Punkte hat. Aber das wird nicht zum Liga-Erhalt reichen, und auch nicht, um die Liga zu verlassen." In der Tat: Auch im Vorjahr hatte der HSV zum selben Zeitpunkt 26 Zähler, 2018 sogar 27. Doch beide Male war am Ende nur Platz vier geblieben und der Bundesliga-Traum geplatzt.

Boldt: "Eine der ausgeglichensten Ligen in ganz Europa"

Die mahnenden Worte sind nicht nur mit Blick auf die Vergangenheit berechtigt, denn in der laufenden Saison fehlt es den Hamburgern schlicht an Konstanz: Dem Megastart mit dem Rekord von fünf Siegen folgte ein erschreckender Absturz mit drei Niederlagen und fünf sieglosen Partien am Stück, einhergehend mit einem spielkulturellen Einbruch. Erst in den vergangenen Wochen gelang ein mühsames Berappeln mit drei Siegen in Serie. Natürlich habe der HSV nicht immer "Hochglanzfußball" gespielt, räumte Boldt ein, es sei aber "auch nicht korrekt", das immer zu verlangen, denn schließlich sei die Zweite Liga "eine der ausgeglichensten Ligen in ganz Europa".

Erfolgsgarant Simon Terodde

Dass der HSV so weit oben steht, hat er beinahe ausschließlich seinem Top-Torjäger zu verdanken. "Ich habe ja einen, der weiß, wo der Rahmen steht", umschrieb Trainer Thioune die grandiosen Fähigkeiten von Stürmer Simon Terodde. Seine 14 Tore, gut die Hälfte der bisherigen HSV-Ausbeute (27), haben dem HSV 15 Punkte eingebracht. Die besten Schützen hinter ihm - Manuel Wintzheimer, Khaled Narey und Sonny Kittel - haben lediglich zwei Treffer auf dem Konto.

"Wenn wir uns richtig entwickeln, dann wird am Ende immer etwas Erfolgreiches herausspringen." HSV-Sportchef Jonas Boldt

Boldt lobte Teroddes "unglaubliche Gier nach Erfolg und Toren" und ergänzte: "Er ist sich für nichts zu schade." Der 32 Jahre alte Mittelstürmer selbst wehrte Lob und Schmeicheleien bescheiden ab, setzt stets die Mannschaft ins Zentrum: "Ich bin mächtig stolz auf die Truppe. Wir sind ein Team und holen die Siege gemeinsam."

Schlägt der HSV auf dem Transfermarkt zu?

Vielleicht setzen die Hamburger bei der Mission Bundesliga-Rückkehr auf ein, zwei neue Gesichter. Das Transferfenster öffnet im Januar. "Die Möglichkeiten sind begrenzt", dämpfte Boldt die Erwartungshaltung. "Wenn wir der Meinung sind, wir können unsere Mannschaft verbessern, dann werden wir das tun."

Die Analyse von HSV-Coach Thioune nach dem letzten Pflichtspiel des Jahres (2:1 beim Karlsruher SC) passt auch als Fazit für den gesamten bisherigen Saisonverlauf: "Ich fand, dass meine Mannschaft eine gute Balance gefunden hat, den Kampf anzunehmen, aber auch Fußball zu spielen." Er gehe nun "die nächste Tage etwas lockerer an".

Terodde hingegen scheint die (kurze) Weihnachtspause fast ungelegen zu kommen: "Ich habe Mega-Bock, Anfang Januar wieder Gas zu geben", erklärte der Angreifer, der einst bereits den VfB Stuttgart und den 1. FC Köln in die Bundesliga geschossen hat. Folgt im Sommer Club Nummer drei?

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Angreifer Simon Terodde (M.) vom Hamburger SV feiert seinen 2:1-Siegtreffer im Spiel beim Karlsruher SC © picture alliance/dpa Foto: Uli Deck

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 22.12.2020 | 19:30 Uhr

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