Stand: 28.08.2018 14:38 Uhr

Lasogga vom HSV-Helden zum Deppen und zurück

Pierre-Michel Lasogga (l.) hat in dieser Saison schon vier Pflichtspieltore für den HSV geschossen.

Und plötzlich lieben ihn alle wieder. Pierre-Michel Lasogga ist der große Gewinner des Saisonstarts beim Zweitligisten Hamburger SV. Vier Pflichtspiele, vier Tore - besser hätte es für den vom englischen Zweitligisten Leeds United zurückgekehrten Stürmer beim HSV kaum laufen können. "Das gibt Selbstvertrauen, das tut einfach richtig gut", sagte der 26-Jährige nach seinem Doppelpack gegen Arminia Bielefeld.

Erst Retter, dann "Flop des Jahrhunderts"

Der gebürtige Gladbecker hat nie einen Hehl aus seinen Gefühlen für den HSV und dessen Fans gemacht. Doch sein Heldenstatus, begründet in der Rettung der Hanseaten in der Relegation 2014 mit dem entscheidenden Tor, war verblasst. Investor Klaus-Michael Kühne bezeichnete den einst für rund neun Millionen Euro aus Berlin losgeeisten Angreifer im vergangenen Jahr sogar als "Flop des Jahrhunderts".

Den erstmaligen Abstieg des HSV erlebte der Stürmer aus der Ferne. Lasogga erzielte derweil auf Leihbasis zehn Treffer für Leeds. Als er vor dieser Saison an die Elbe zurückkehrte, sollte es eigentlich nur eine Stippvisite sein. Aber es fand sich kein Interessent, der das Gehalt - auch in der Zweiten Liga ist der Vertrag mit rund 3,5 Millionen Euro dotiert - bezahlen wollte.

Titz vertraut Lasogga von Beginn an

Christian Titz machte allerdings keinen Hehl daraus, dass es ihm durchaus recht wäre, würde sich kein Abnehmer für den Stürmer finden. Schon am ersten Spieltag wechselte der Trainer Lasogga ein. Brachte der Joker gegen Holstein Kiel (0:3) noch nicht die Wende, hatte Lasogga eine Woche später gegen Sandhausen über 90 Minuten mit großem Einsatz Anteil am deutlichen Sieg (3:0). Seinen "Durchbruch" feierte der 26-Jährige dann im DFB-Pokal. Als Fünftligist TuS Erndtebrück gerade den 0:2-Rückstand ausgeglichen hatte, kam Lasogga und der HSV siegte - dank eines Doppelpacks des Angreifers.

"Bin keiner, der den Kopf hängen lässt"

"Ich bin keiner, der den Kopf hängen lässt", sagte Lasogga. Ein Satz, der sein Motto sein könnte. Der oft gescholtene Stürmer lässt dieser Tage Taten und Tore sprechen. "So wünscht man sich das als Trainer", freute sich Titz nach den beiden Toren im Pokal und sagte eine Woche und zwei weitere Lasogga-Treffer gegen Bielefeld später: "Er hat heute den Unterschied ausgemacht."

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Ein starker Lasogga darf allerdings nicht kaschieren, dass beim HSV weiter nicht alles rundläuft. Bielefeld war nah dran am 1:1, gäbe es den Video-Beweis in Liga zwei, hätte Torhüter Julian Pollersbeck womöglich wegen eines Handspiels außerhalb des Strafraums die Rote Karte gesehen. Aber auch in Gleichzahl waren die Bielefelder im Volksparkstadion in Sachen Torschüsse, Zweikämpfe und Ecken überlegen - aber eben bei den Toren nicht. Doch Manager Ralf Becker will die Zeit bis zum Schließen des Transferfensters ohnehin noch nutzen. Es gilt, einen Ersatz für den schwerverletzten Jairo Samperio zu finden. Neben dem ehemaligen Nürnberger Abdelhamid Sabiri, der bei Huddersfield Town nur eine Nebenrolle spielt, soll laut "Bild" auch Berkay Özcan ein heißer Kandidat sein. Der Offensivmann vom VfB Stuttgart (Vertrag bis 2021) könnte auf Leihbasis nach Hamburg kommen.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 28.08.2018 | 19:30 Uhr