HSV-Fans im Volksparkstadion © imago images/Sven Simon Foto: Elmar Kremser

HSV, FC Hansa und Co: So läuft es mit den Tickets

Stand: 06.07.2021 18:39 Uhr

Die ersten Spieltage sind terminiert - und direkt zu Saisonbeginn warten schon attraktive Nordduelle. Aber wie viele Fans werden ihre Mannschaft im Stadion anfeuern können? Und wie läuft das bei den Nordclubs mit den Dauerkarten für die kommende Saison?

von Tom Gerntke

Schon am 23. Juli geht es in der Zweiten und Dritten Liga wieder los, die Bundesliga startet drei Wochen später. Und gleich der Auftakt hat es in sich: Der HSV muss zum Absteiger Schalke 04, Werder Bremen empfängt Hannover 96, St. Pauli spielt gegen Holstein Kiel und Aufsteiger Hansa Rostock startet seine Mission "Zweite Liga" gegen den Karlsruher SC. Alles Partien, bei denen die Stadien bis auf den letzten Platz ausverkauft sein dürften - wäre da nicht die Pandemie.

Über die endgültigen Kapazitäten entscheiden die zuständigen Behörden und Gesundheitsämter. Völlig offen ist, ob die Verhandlungen zwischen den Staatskanzleien des Bundes und der Länder tatsächlich zu einer bundesweit einheitlichen Regelung führen. Vieles ist daher mit dem Vermerk "Stand jetzt" versehen und noch unsicher - auch, wie es mit Zuschauern und dem Dauerkartenvorverkauf für die Fans aussieht. Bei den Nordvereinen laufen die Vorbereitungen dennoch auf Hochtouren. Eine Übersicht:

VfL Wolfsburg

Die Hoffnung ist groß, dass im ersten Heimspiel am 14. August gegen Bochum zumindest ein Teil der Zuschauerplätze belegt sein wird. In Niedersachsen gibt es zwar positive Signale von der Politik, konkret wird aber auch Ministerpräsident Stephan Weil nicht. "Ob wir mit 20, 25 oder 30 Prozent starten werden, steht noch nicht fest", sagte der SPD-Politiker der "Welt".

20 Prozent, zur Hälfte gefüllt, voll ausgelastet: Man sei auf alles vorbereitet, so der VfL. Der Dauerkartenvorverkauf läuft bereits. Tickets für Einzelspiele wird es erst geben, sobald feststeht, wann wieder vor Zuschauern gespielt werden kann.

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FC Hansa Rostock

Stand jetzt dürften 15.000 Zuschauer beim Auftaktspiel des Zweitliga-Aufsteigers gegen den Karlsruher SC im Ostseestadion sein, Hygiene- und strenges Sicherheitskonzept inklusive. Die Tickets sind schwer begehrt: Schon Anfang Juni hatte der FCH mit 10.000 verkauften Dauerkarten eine vereinsinterne Bestmarke aufgestellt - angesichts der hochattraktiven Liga mit Gegnern wie Schalke 04, Werder Bremen oder dem HSV kaum verwunderlich.

FC St. Pauli

Die Kiezkicker können zum Auftakt der Saison ihr Heimspiel mit einer Stadionauslastung von 30 Prozent bestreiten. Darauf einigten sich die zuständigen Behörden und die beiden Hamburger Zweitligisten. "Mit diesem ersten Schritt kommen wir der sportlichen Normalität ein gutes Stück näher, bleiben aber verantwortungsbewusst", sagte Hamburgs Sportsenator Andy Grote (SPD).

St. Pauli könnte damit für das Nordduell gegen Holstein Kiel am 25. Juli knapp 9.000 Fans ins Millerntor-Stadion lassen. "Nach dieser mündlichen Übereinkunft reichen wir nun den formalen Antrag mit unserem finalen Schutzkonzept ein", kündigte St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich an. Über eine weitere Auslastung der Stadien soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Zum Nordduell am ersten Spieltag wird es aufgrund der eingeschränkten Kapazität nur einen Tageskartenverkauf geben. Am 12. Juli startet dann der Verkauf der Dauerkarten und der Jahreskarten für die Südtribüne.

Hamburger SV

Auch der HSV kann nach der Einigung mit den Behörden zum Auftakt mit einer Stadionauslastung von 30 Prozent planen. Die Hamburger, die am 23. Juli bei Schalke 04 die Saison eröffnen, spielen erst am 1. August Zuhause. Gegen Dynamo Dresden könnten nach der 30-Prozent-Regelung gut 17.000 Zuschauer die Partie verfolgen. Laut Innenbehörde dürfen im Volksparkstadion nur Sitzplätze vergeben werden, Gäste-Fans sind nicht zugelassen.

Über eine weitere Auslastung der Hamburger Zweitliga-Stadien soll zu einem späteren Zeitpunkt befunden werden. Ob und wann wieder Dauerkarten verkauft werden können, hat der HSV noch nicht entschieden. Der Zweitligist hofft, mit nun mehr Gewissheit zeitnah erste Lösungen präsentieren zu können.

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Hannover 96

Geschäftsführer Martin Kind hofft auf eine schnelle Rückkehr der Fans, er rechnet mit einer Auslastung von 30 bis 50 Prozent. Das würde bedeuten, dass den Zweitligisten in der Spitze bis zu 25.000 Fans anfeuern könnten. Dauerkarten wird es erst einmal nicht geben, der Verein will zunächst Einzeltickets verkaufen. Bisherige Dauerkarteninhaber hätten dann aber - genauso wie Vereinsmitglieder - ein Vorkaufsrecht.

Holstein Kiel

Beim Relegations-Rückspiel gegen den 1. FC Köln waren immerhin 2.500 Zuschauer im Holstein-Stadion, zur neuen Saison könnten es noch einmal deutlich mehr werden. Seit Monaten ist die Infektionslage in Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich niedrig.

Der Verein selbst war zuletzt eher zurückhaltend bei Ankündigungen zur Rückkehr von Zuschauern. Auf NDR Anfrage erklärte der Zweitligist, man stecke noch in den Planungen für die neue Saison. Dauerkarten wird es geben, sie gelten jedoch erst nach Ablauf der ersten acht Heimspiele. In der Rückrunde gilt dann - bei entsprechendem Pandemieverlauf: neun Spiele besuchen, aber nur acht bezahlen. Dauerkarteninhaber erhalten zusätzlich ein Vorverkaufsrecht, sollte es im Verlauf der Hinrunde zu Spielen mit Teilzuschauerzulassungen kommen.

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SV Werder Bremen

Werder Bremen plant für sein Heimspiel zum Auftakt gegen Hannover 96 mit bis zu 8.500 Zuschauern. Das wäre immerhin eine Stadionauslastung von 20 Prozent. Gästefans hätten keinen Zutritt. Fast alle 25.000 Dauerkarten-Besitzer haben trotz des Abstiegs aus der Bundesliga ihre bisherigen Tickets verlängert. Für die 2.000 zusätzlichen Saisonkarten erhielt der Verein rund 10.000 Anfragen, wie der Club Radio Bremen mitteilte. Mit dann 27.000 verkauften Karten würde Werder einen Dauerkarten-Rekord aufstellen.

Eintracht Braunschweig

Der Zweitliga-Absteiger plant zum Saisonauftakt der Dritten Liga mit bis zu 8.000 Fans. Das wäre immerhin eine Auslastung von fast 30 Prozent. Dauerkarten soll es erst zu Rückrunde geben - die für dann neun Heimspiele Gültigkeit haben. Geschäftsführer Wolfram Benz hofft, "dass zu diesem Zeitpunkt wieder ein normaler Spielbetrieb möglich sein wird und alle Besitzer einer Rückrundendauerkarte dann auf ihren normalen Plätzen sitzen können". Der Verkauf für die Rückrundendauerkarte startet am 15. Juli 2021, allerdings nur Fans, die zuletzt bereits eine Dauerkarte hatten.

SV Meppen

Sollten sich die Inzidenzwerte weiterhin gut entwickeln, könnten zum Saisonstart bis zu 6.500 Zuschauer die Heimspiele der Emsländer im Stadion verfolgen. Das entspricht 50 Prozent der Gesamtauslastung, Voraussetzung ist ein entsprechendes Hygienekonzept. "Wir sehnen alle die Rückkehr der Fans in das Stadion herbei. In diese Richtung werden wir nun die weitere Planung angehen", so Geschäftsführer Ronald Maul. Dauerkarteninhaber will der Drittligist in Kürze direkt über den neuesten Stand informieren.

TSV Havelse

Der Drittliga-Aufsteiger wird seine Heimspiele in der Arena von Hannover 96 austragen und ist somit abhängig von den Vorgaben, die für das Stadion am Maschsee gelten werden. Der Verein kalkuliert zunächst mit bis zu 2.500 Zuschauern, hofft aber bei attraktiven Heimspielen auf bis zu 5.000 Besucher.

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VfL Osnabrück

Der Zweitliga-Absteiger hofft zum Start der Dritten Liga im Heimspiel gegen den MSV Duisburg auf 7.500 Zuschauer. Nach Club-Angaben haben die Niedersachsen bei den zuständigen Behörden "einen Antrag auf Zuschauerzulassung" für den Auftakt am 23. Juli im Steh- und Sitzbereich gestellt. Dies entspricht einer Stadionauslastung in Höhe von 50 Prozent des Heimbereichs.

Sein Testspiel am 10. Juli gegen den niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven darf der Club im Stadion an der Bremer Brücke vor 5.300 Zuschauern bestreiten. Die Niedersachsen dürfen sowohl Steh- als auch Sitzplätze anbieten. Zutritt gegen Eindhoven erhalten alle Ticketinhaber, die einen tagesaktuellen, zertifizierten Corona-Test vorlegen können. Menschen, die bereits vollständig geimpft oder genesen sind, benötigen keinen Corona-Test.

Dauerkarten werden beim VfL schon seit dem 23. Juni verkauft. Eine Option ist die Dauerkarte "Flex": Die gilt ab dem Zeitpunkt, wenn wieder die volle Zuschauerauslastung möglich ist. Erst dann wird der Dauerkartenpreis berechnet.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 15.08.2021 | 10:25 Uhr

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