Stand: 06.03.2019 16:05 Uhr

"Geilstes Spiel": Jansen und Göttlich im Derbyfieber

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Freuen sich auf das Spiel am Sonntag: Oke Göttlich (l.) und Marcell Jansen.

Am Sonntag (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) treffen in der Zweiten Liga der FC St. Pauli und der Hamburger SV im Stadtderby aufeinander. St. Paulis Präsident Oke Göttlich und Marcell Jansen, Ex-Profi und Präsident des HSV-e.V., im Doppelinterview über Erinnerungen, Derbyfieber und Aufstiegshoffnungen.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Derby?

Oke Göttlich: "Hohe Niederlagen und einen unfassbaren Erfolg im Volkspark." (Gemeint: Der sensationelle 1:0-Sieg am 16. Februar 2011 beim HSV, d.Red.)

Marcell Jansen: "Bei mir überwiegt die Negativerfahrung nicht nur aufgrund der Niederlage. Sondern vielmehr, weil ich in der Halbzeit verletzt raus musste, weil wir ein richtig geiles Spiel gemacht haben und Großchancen hatten, am Ende aber verloren haben, weil wir das Ding einfach nicht reingemacht haben. Dass ich das nur von der Tribüne aus anschauen konnte, war dreifach bitter. Ich wollte gerne 90 Minuten auf dem Platz stehen und dabei helfen, dass wir das Spiel gewinnen."

Was macht ein Derby aus?

Göttlich: "Dass ich jede Minute in dieser Woche völlig elektrisiert bin und ich weiß, dass es ganz vielen anderen Menschen in Hamburg genauso geht. Es ist ein ganz besonderes Spiel für die Stadt. Wir haben richtig Lust."

Jansen: "Wenn man von Derby redet, ist es mit das geilste Spiel, das eine so große Brisanz hat, auch emotional. Eine ganze Stadt steht kopf und fiebert darauf hin. Das kann man gar nicht nicht fühlen. Daher freue ich mich nach dem eher ruhigen Hinspiel extrem auf ein gutes Rückspiel."

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Was macht für einen Spieler den Unterschied?

Jansen: "Wenn du auf dem Platz stehst, dann willst du nur gewinnen und bist so im Tunnel, dass du viele Reize nicht mehr mitkriegst. Das würde auch gar nicht funktionieren. Aber das Ding fängt halt schon zwei, drei Wochen früher an. Du wirst überall darauf angesprochen und du weißt, okay, es geht los. Von daher ist das sehr besonders."

Was muss am Sonntag passieren, damit Sie am Abend sagen können, "Das war ein schöner Tag"?

Göttlich: "Ganz klar der Derbysieg. Eine große Feierei unter dem Motto 'Hamburg ist braun-weiß.'"

Jansen: "Das ist in meiner Welt fast ähnlich. Nur dass die Farben in der Stadt andere sind. Vor allem aber hoffe ich, dass die Jungs ein richtig geiles Spiel abliefern und mit unseren Fans geile Stimmung machen werden, um dann am Ende gemeinsam den Sieg zu feiern."

Nach dem Hinspiel ist es relativ ruhig geblieben in der Stadt. Wirken die häufig praktizierten Appelle im Vorfeld?

Göttlich: "Wir haben intern viel gesprochen und sind in richtig guten Dialogen mit allen Fangruppierungen. Wir gehen davon aus, dass sie dem Verein nicht schaden wollen, sondern dass sie auch sehen, dass es ein ruhiges und vernünftiges Derby wird und wir uns als Gastgeber von der guten Seite zeigen."

Jansen: "Wir waren ja Gastgeber und haben gesehen, wie vernünftig alles abgelaufen ist. Von daher gibt's von mir bewusst keinen klassischen Appell. Für mich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. Man darf alles rausschreien, man darf auch während des Spiels Emotionen zeigen, aber jeder weiß, wo die Grenzen sind."

Wer steigt am Saisonende auf?

Jansen: "Die ersten Drei. Zumindest die ersten beiden direkt und der Dritte spielt drum."

Göttlich: "Alles andere als der HSV und Köln wäre ja eine Überraschung. Aber eine Überraschung, die sportpolitisch sehr nötig wäre. Und wenn der Fußballgott gerecht ist, dann gewinnt der FC St. Pauli und steigt auch vor dem HSV auf, weil man irgendwann auch mal die Quittung bekommen muss für das, was alles schiefgelaufen ist in den letzten Jahren."

Das Interview führte Sebastian Rieck

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 09.03.2019 | 19:30 Uhr