Stand: 22.03.2020 13:54 Uhr

Werder im "Homeoffice", Hansa im Zwangsurlaub

Die Bekämpfung des Corona-Virus hat den Spielbetrieb in den drei Fußball-Profiligen lahmgelegt. Wann und ob es weitergeht, ist offen. Wie gehen die Nordclubs im Trainingsbetrieb damit um? Ein Überblick:

VfL Wolfsburg:

Bundesligist VfL Wolfsburg setzt bis auf Weiteres mit dem Mannschaftstraining aus.

Am vergangenen Wochenende arbeiteten die VfL-Profis noch gemeinsam mit Chefcoach Oliver Glasner am VfL-Center, danach erhielten sie Trainingspläne, um sich individuell fitzuhalten. Eigentlich sollten die "Wölfe" am 23. März wieder gemeinsam trainieren, doch es bleibt vorerst bei den Einheiten in den eigenen vier Wänden. "Die Spieler gehen sensibel mit dem Thema um", sagte Sportdirektor Marcel Schäfer dem NDR. Profis könnten "in Kleingruppen für sich trainieren". Grundsätzlich müsse es der Club aber "von der Trainingssteuerung so angehen, als wenn am 4. April gespielt wird."

Werder Bremen:

Bei Bundesligist Werder Bremen findet erst einmal bis Ende des Monats kein Mannschaftstraining statt. "Wir wollen die Zeit nutzen, um individuell konditionelle Reize setzen zu können. Daher haben wir die Spieler bis zum 30. März mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet", sagte Coach Florian Kohfeldt am Mittwoch. Neben Laufeinheiten beinhalten diese Pläne für die Profis auch Kraft- und Stabilitätsübungen. "Es sind volle Trainingstage, die sie haben. Was wegfällt, ist das taktische Arbeiten auf dem Platz", erklärte Kohfeldt.

Hamburger SV:

Zweitligist Hamburger SV verzichtet bis zum 24. März auf ein Mannschaftstraining im Volkspark. Wie der Club am Dienstag, 17. März mitteilte, sollen die Profis wegen der weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den kommenden sieben Tagen individuell arbeiten. "Nach intensiven Gesprächen haben wir uns gemeinsam dazu entschieden, die Trainingssteuerung auf die aktuellen Umstände anzupassen. Wir wollen unseren Beitrag zur Eindämmung des Virus' leisten", so Sportvorstand Jonas Boldt.

FC St. Pauli:

Beim FC St. Pauli ruht der Trainingsbetrieb für die nächsten fünf Tage, wie der Zweitligist ebenfalls am Dienstag mitteilte. Ursprünglich sollte das Training an dem Tag wieder aufgenommen werden. Die Profis erhalten individuelle Trainingspläne. "Die Spieler sind angehalten, sich weiter in Hamburg aufzuhalten und hier vor Ort ihre Trainingspläne zu absolvieren und natürlich weitestgehend Kontakte zu vermeiden", sagte Sportchef Andreas Bornemann.

Holstein Kiel:

Die "Störche" sind selbst von einem Corona-Fall betroffen. Innenverteidiger Stefan Thesker wurde am vergangenen Wochenende positiv auf das neuartige Virus getestet. Daraufhin wurden die Mannschaft sowie das Trainer- und Funktionsteam samt ihrer Familien für 14 Tage in häusliche Quarantäne gesetzt. Holstein stellt für diese Zeit den Trainingsbetrieb komplett ein.

Hannover 96:

Das gleiche gilt für die Zweitliga-Mannschaft von Hannover 96, die seit der positiven Corona-Tests bei Timo Hübers und Jannes Horn ebenfalls unter häuslicher Quarantäne steht.

Die Frist endet am 27. März. Wie schwierig diese Phase ist, erklärte Sportchef Gerhard Zuber im NDR Interview: "Das sind Profis, die es gewohnt sind, jeden Tag zu trainieren, die auch in der Urlaubszeit ihre Läufe machen. Wenn der Körper auf Null runtergestellt wird, ist das nicht einfach. Wenn sie zwei Wochen nichts machen können, brauchen sie danach eine gewisse Vorlaufzeit, ehe sie wieder in den Matchbetrieb einsteigen können."

VfL Osnabrück:

Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück versucht seit Donnerstag mit einigen speziellen Maßnahmen, das Training aufrechtzuerhalten. So trainieren die "Lila-Weißen" nur noch in kleineren Gruppen mit maximal neun Spielern, um die Anzahl der Profis, die gleichzeitig aktiv sind, zu reduzieren und damit auch die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Zudem seien alle Trainingsinhalte auf "Kontaktvermeidung ausgelegt", wie der Club mitteilte. Auch das Trainerteam um Chefcoach Daniel Thioune soll sich aufteilen und nie gleichzeitig vor Ort sein, um eine Ansteckung und damit den Ausfall des kompletten Trainerteams zu verhindern.

SV Meppen:

Bei Drittligist SV Meppen ist der Trainingsbetrieb zunächst eingestellt.

Hansa Rostock:

Beim FC Hansa Rostock ruht der Trainingsbetrieb ab sofort komplett.

"Neben dem Nachwuchs schicken wir auch unsere Profis ab Mittwoch in den Corona-Schlaf. Das betrifft aber auch andere Abteilungen des Vereins, eine Art Ruheschlaf. Mitarbeiter, die es können, nutzen das Homeoffice", sagte Hansa-Vorstandschef Robert Marien am Dienstag in Rostock. Die Nachwuchs-Übungseinheiten waren bereits Ende vergangener Woche abgesagt worden, die Profis des Drittligisten hatten am Montag noch trainiert.

Eintracht Braunschweig:

Die "Löwen" setzen mit dem Mannschaftstraining zunächst bis zum 19. April aus. "Unsere Spieler werden sich in dieser Zeit individuell fit halten. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung, wollen mit gutem Beispiel vorangehen und die mögliche Verbreitung des Virus, die innerhalb einer Mannschaft natürlich viel wahrscheinlicher ist, unterbinden", sagte Sportdirektor Peter Vollmann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 18.03.2020 | 23:03 Uhr

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