FC Hansa Rostock startet in 2. Liga: Polizei stellt Sicherheitskonzept vor

Stand: 25.06.2021 16:04 Uhr

In einem Monat geht es los mit dem ersten Spiel in der 2. Liga. Stand jetzt dürfen 15.000 Zuschauer dabei sein. Die Polizei will gut auf die Spiele vorbereitet sein und stellte am Freitag ihr Sicherheitskonzept vor.

Die Landes- und auch die Bundespolizei haben die 17 Heimspiele kategorisiert. Sieben Partien wurden als Risiko-Spiele eingestuft, fünf als Problem-Spiele und fünf Begegnungen als normal. Das könnte sich aber in einigen Fällen noch ändern, je nach Tabellenstand, hieß es. Für die Risikospiele gegen St. Pauli, den HSV, Nürnberg, Schalke, Dresden, Bremen und Kiel plant die Polizei einen größeren personellen Aufwand von bis zu 1.500 Beamten. Rostocks Polizeichef Achim Segebarth und der Leiter der Bundespolizeiinspektion Rostock, Ralf Scheiner, sprachen von einer herausfordernden Saison.

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Schutzzonen für Gästefans werden vergrößert

Mit Blick auf das Zweiliga-Sicherheitskonzept soll es größere Schutzzonen für die Anreise der Gästefans geben, wenn sie aufgrund der Corona-Maßnahmen zugelassen werden. Bei den Problemspielen gegen Karlsruhe, Hannover, Düsseldorf, Darmstadt und Aue ist eine hohe dreistellige Anzahl von Beamten vorgesehen. Ein DFB-Pokal-Spiel würde je nach Gegner vermutlich auch als Risiko- oder Problemspiel eingestuft werden.

Parkplätze am Hauptbahnhof bei Risiko-und Problemspielen gesperrt

Die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei werden auch Auswirkungen für die Anwohner in Rostock und rund um das Ostseestadion haben. An Spieltagen mit Risiko- oder Problem-Potential werden für die Anreise der Gästefans der Parkplatz am Südausgang des Hauptbahnhofs und der naheliegende Parkplatz in der Schlesinger-Straße gesperrt. Sie sind für Polizeikräfte und Shuttlebusse vorgesehen. Am Stadion sollen auch die Schillingallee und die Heydemannstraße gesperrt werden, parken darf man dann dort auch nicht. Außerdem müssen Anwohner in zwei weiteren Straßen ihre Autos entfernen, da an Spieltagen die Einbahnstraßen-Regelungen aufgehoben werden.

Nord-Derbys "unter unserer besonderen Beobachtung"

"Spannend sind im Wesentlichen alle norddeutschen Begegnungen, die uns ins Haus stehen, weil dort eine Vielzahl von Gäste-Fans zu erwarten ist und das auch alles klassische Nord-Derbys sind", sagte Polizeichef Segebarth bei NDR MV Live. "Die sind natürlich unter unserer besonderen Beobachtung." Die Anhängerschaft von Hansa sorgt immer wieder für Ärger und Unverständnis in der Hansestadt, so kam es erst jüngst im Zuge des Zweitliga-Aufstiegs zu einer Blockade einer Autobahn durch feiernde Fans, Randale in der Rostocker Innenstadt und Verwüstungen im Leichtathletik-Stadion, in dem Ende Juli die deutschen Jugendmeisterschaften ausgetragen werden sollen.

Segebarth: "Feier-Exzesse", aber keine gewalttätigen Fußballspiel-Ausschreitungen

Segebarth sprach in diesem Zusammenhang von "Feier-Exzessen", die aber "im Grunde genommen keine gewalttätigen Ausschreitungen bei einem Fußballspiel" gewesen seien. "Es dreht sich ja nicht nur um die Fanszene des FC Hansa Rostock", sagte Segebarth. Es kämen auch Gäste-Fans mit eigenem Potenzial. "Erst in der Gesamtkonstellation dieser beiden Aspekte erfolgt diese Einstufung und entstehen ja auch gegebenfalls erst die Probleme, denn die Heim-Fans haben wir ja bei jeden Heimspiel hier."

Nichtsdestotrotz arbeite die Polizei mit dem Club regelmäßig präventiv zusammen und stehe in einem engen Kommunikationsprozess, so Segebarth. Zu den Kosten der Polizeieinsätze konnte Segebarth keine genauen Zahlen nennen. "Das hängt von sehr, sehr vielen Faktoren ab, die zu Buche schlagen - etwa ob Kräfte in Hotels untergebracht werden müssen, weil sie längerfristig hier sind oder eine längerfristige Arbeitszeit haben."

Hansa zum Auftakt gegen Karlsruhe, dann bei Hannover 96 - HSV erst am 17. Spieltag Hansa-Gegner

Die Deutsche Fußball-Liga hat inzwischen auch den Spielplan für die 1. und 2. Bundesliga bekannt gegeben. Aufsteiger Hansa Rostock bekommt es am ersten Spieltag mit dem Karlsruher SC zu tun. Eine Woche darauf müssen die Mecklenburger bei Hannover 96 antreten. Am 4. Spieltag kommt Dynamo Dresden ins Ostseestadion, am 5. Spieltag empfängt Bundesliga-Absteiger Werder Bremen die "Kogge". Schalke 04 ist Gegner am 8. Spieltag und zu den Nordduellen mit den Hamburger Clubs FC St. Pauli und HSV kommt es am 11. und 17. Spieltag.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 25.06.2021 | 15:00 Uhr

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