Stand: 12.12.2019 23:00 Uhr

VfL Wolfsburg siegt, verpasst aber Gruppensieg

von Florian Neuhauss, NDR.de
Die Wolfsburger feiern Torschütze Paulo Otavio (3.v.r.) gegen St. Etienne.

Ein "Wolf" springt nur so hoch, wie er muss: Dem VfL Wolfsburg reichte am Donnerstagabend eine durchschnittliche Leistung, um in der Europa League einen ungefährdeten 1:0 (0:0)-Erfolg gegen AS Saint-Etienne einzufahren. Damit beendeten die Niedersachsen, die schon vorab für die erste K.o.-Runde qualifiziert waren, die Gruppenphase auf Rang zwei hinter KAA Gent, das im Parallelspiel 2:1 gegen PFK Olexandrija gewann. Damit droht dem VfL am Montag bei der Auslosung in Nyon ein schwerer Gegner. Mann des Abends in Wolfsburg war Paulo Otavio, der in seinem ersten Spiel für den VfL - vor erneut enttäuschender Europapokal-Kulisse von 10.802 Zuschauern - den Siegtreffer erzielte. "Wir nehmen das, was kommt", sagte Verteidiger Robin Knoche nach dem Spiel zur bevorstehenden Auslosung. "Wir wissen, dass wir zu Hause sehr schwer zu schlagen sind und auch auswärts mithalten können."

Ginczek hat zweimal die Wolfsburg-Führung auf dem Kopf

Trainer Oliver Glasner hatte der harschen Kritik an seiner Mannschaft Taten folgen lassen und im Vergleich zur Startelf in Freiburg (0:1) gleich zehn Neue aufgeboten.

6.Spieltag, 12.12.2019 21:00 Uhr

VfL Wolfsburg

1

AS St. Etienne

0

Tore:

  • 1:0 Paulo Otavio (52.)

VfL Wolfsburg: Pervan - Mbabu, Knoche, Tisserand, Paulo Otavio (79. Roussillon) - Schlager (64. Malli), Rexhbecaj, Gerhardt - Brekalo, Steffen - Ginczek (64. Nmecha)
AS St. Etienne: Moulin - Palencia, Moukoudi, M'Vila, Kolodziejczak - Youssouf, Aholou (46. Honorat), Dioussé (77. G. Silva) - Nordin, Beric, Hamouma (55. Benkhedim)
Zuschauer: 10802

Weitere Daten zum Spiel

Einzig Verteidiger Marcel Tisserand war wieder dabei - und spielte in der ungewohnten Viererkette. Wahrscheinlich hätte auch Torhüter Koen Casteels erneut in der Anfangsformation gestanden, doch der Belgier musste angeschlagen passen und wurde von Pavao Pervan vertreten.

Die erste gefährliche Aktion hatten die Gäste: Kapitän Romain Hamouma kam nach einer Flanke aus kurzer Distanz zum Kopfball, verfehlte das Tor jedoch knapp (13.). Noch enger war es nur zwei Minuten später auf der Gegenseite, als Europa-League-Debütant Daniel Ginczek per Kopf am Pfosten scheiterte. Dem unterhaltsamen Beginn folgte aber viel Leerlauf. Auf beiden Seiten fehlte in den entscheidenden Momenten immer wieder die Präzision. Und das galt auch für Ginczeks zweiten Versuch: Der Mittelstürmer hätte eigentlich vom schlechten Stellungsspiel von Jessy Moulin profitieren müssen, köpfte den Torhüter jedoch an, und Sergi Palencia kratzte den Ball von der Torlinie (43.).

Paulo Otavio trifft bei seinem Europa-League-Debüt

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Torschütze Paulo Otavio debütierte für den VfL und auf europäischer Bühne.

Besser machten es die "Wölfe" zu Beginn der zweiten Hälfte, der schönste Angriff der Partie führte zum 1:0. Xaver Schlager eroberte kurz vor der Mittellinie den Ball und schaltete schnell. Der Österreicher schickte Josip Brekalo, der losdribbelte und im richtigen Moment auf den nachrückenden Paulo Otavio passte. Der brasilianische Linksverteidiger, der auch sein Debüt auf internationalem Parkett feierte, drang in den Sechzehner ein und ließ Moulin mit seinem Gewaltschuss unter die Latte keine Chance (52.).

St. Etienne enttäuscht auf ganzer Linie

Das Tor tat dem Spiel gut. Aber nicht etwa, weil die Franzosen auf den Ausgleich drängten. Die Niedersachsen waren nun klar spielbestimmend und drängten auf die Entscheidung. Doch der Schwung war schnell wieder weg, als Glasner nach einer guten Stunde die zuvor lange verletzten Ginczek und Schlager zur Schonung ausgewechselt hatte. Die Minuten plätscherten so dahin, weil Wolfsburg nicht mehr wollte und St. Etienne offenbar nicht konnte. Nur einmal musste Torhüter Pervan noch eingreifen, lenkte den Schuss von Arnaud Nordin aber souverän über die Latte (84.). Die Gäste enttäuschten auf ganzer Linie, und für die "Wölfe" war es nur ein kleiner Sprung zum dritten Sieg.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 12.12.2019 | 23:03 Uhr