VIDEO: Re-live - DFB-Pokal 2005: Eintr. Braunschweig - Bor. Dortmund (116 Min)

Braunschweig will gegen Dortmund das nächste Pokalwunder

Stand: 22.12.2020 17:27 Uhr

Eintracht Braunschweig geht als krasser Außenseiter in das DFB-Pokalduell mit Borussia Dortmund. Doch weil der BVB gerade stürmische Zeiten durchlebt, darf sich der BTSV Chancen ausrechnen.

Edin Terzic blickte vor der heutigen Partie (20 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) etwas neidisch auf den Zweitliga-Aufsteiger. Genau genommen lobte der Nachfolger des am 13. Dezember bei der Borussia entlassenen Trainers Lucien Favre den Angriff der Niedersachsen. Und noch genauer genommen dort einen Mann, der bei den "Löwen" gerade seinen x-ten fußballerischen zweiten Frühling erlebt: Nick Proschwitz.

"Sie haben mit Nick Proschwitz immer einen Zielspieler, der häufig anspielbar ist - sowohl flach als auch hoch", lobte der Dortmunder Neu-Coach den 34-Jährigen, der mit fünf Treffern erfolgreichster Schütze der Eintracht ist.

Nach Haaland fällt auch Moukoko aus

Einen vor dem Tor abgebrühten und erfahrenen Angreifer wie Proschwitz hätte Terzic, der einst für den BV Cloppenburg seine "Buffer" schnürte, auch gerne in seinen Reihen. Hat der frühere Co-Trainer von Besiktas Istanbul aber derzeit nicht. Der älteste nominelle Mittelstürmer im BVB-Kader ist Erling Haaland mit 20 Jahren. Doch sowohl das norwegische "Wunderkind", das an einem Muskelfaserriss laboriert, als auch kurzfristig der vier Jahre jüngere Youssoufa Moukoko fallen aus.

Letzterer soll sich am vergangenen Freitag in der Auswärtspartie bei Union Berlin eine "leichte Verletzung" zugezogen haben, wie die "Ruhr Nachrichten" wenige Stunden vor dem Anpfiff des Pokalspiels in Braunschweig berichteten.

Schlägt die Stunde von U23-Angreifer Tigges?

Dem Blatt zufolge könnte durch die Ausfälle von Haaland und Moukoko Steffen Tigges überraschend in der Startelf stehen. Der gebürtige Osnabrücker ist etatmäßiger Kapitän der Dortmunder U23 und steht für die Begegnung im Kader. Mit zwölf Treffern und sieben Vorlagen in 18 Regionalliga-Spielen betrieb der 22-Jährige im bisherigen Saisonverlauf viel Eigenwerbung für einen Einsatz bei den BVB-Profis, die zuletzt verunsichert auftraten.

Gelingt gegen die Eintracht die Kehrtwende? "Wir als Trainer-Team müssen versuchen, das Ganze in den Griff zu bekommen. Besonders mit Blick auf morgen, wir haben da ein paar coole Ideen. Wir werden versuchen, den Jungs etwas anzubieten, damit sie die Sicherheit zurückgewinnen", sagte Terzic am Montag.

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Eintracht-Coach Meyer zuversichtlich

Mit der Sicherheit und dem Selbstvertrauen könnte es auch bei den Braunschweigern so eine Sache sein. Hatte die Eintracht mit dem 2:2 beim Bundesliga-Absteiger SC Paderborn am vergangenen Mittwoch noch ein kleines Ausrufezeichen gesetzt, unterlag sie drei Tage später der SpVgg Greuther Fürth zu Hause deutlich mit 0:3. Eine gelungene Generalprobe für den Fußball-Festtag gegen Dortmund sieht fraglos anders aus.

Coach Daniel Meyer blickt dem Duell mit dem viermaligen DFB-Pokalsieger dennoch optimistisch entgegen. "Wir haben auch nach schlechten Spielen immer eine Reaktion gezeigt und stehen einen Punkt vor dem Relegationsplatz. Wir reden über viele Dinge in der aktuelle Situation. Bisher ist es okay", erklärte der 41-Jährige.

Findet Hertha-"Schreck" Kobylanski zu alter Form zurück?

Hoffnung machen darf Meyer auch der Auftritt der "Löwen" im Erstrundenspiel gegen die Hertha aus Berlin. In einer denkwürdigen Partie schlug der Aufsteiger die "Alte Dame" mit 5:4. Mann des Abends war mit drei Treffern Martin Kobylanski. Im Anschluss lief es für den Braunschweiger Aufstiegsheld - auch verletzungsbedingt - nicht mehr so gut. Nur zwei Liga-Tore konnte der Pole bis dato erzielen, während Proschwitz, der gegen die Hertha über die ganze Distanz auf der Ersatzbank schmorte, immer besser in Fahrt kam.

So gut, dass inzwischen sogar Champions-League-Teilnehmer Dortmund vor dem 34-Jährigen zittert.

2005 gelang Braunschweig schon einmal die Sensation

Und dann gibt es ja noch die Erinnerungen an das legendäre Erstrunden-Duell beider Teams vom 22. August 2005. Gleich zwei Mal fiel seinerzeit das Flutlicht aus. Die Partie musste unterbrochen werden. Es herrschten Unsicherheit, Hektik und eine ganz besondere Atmosphäre im altehrwürdigen Stadion an der Hamburger Straße. Eine Stimmung, die der BTSV zur Überraschung nutzte und den großen BVB nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 aus dem Pokal-Wettbewerb warf.

"Es ist schwierig, so etwas vollständig zu verdrängen. Das Gute ist, dass zumindest keiner unserer aktuellen Spieler damals schon dabei war", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc - damals bereits in Amt und Würden - und ließ im gleichen Atemzug keine Ausreden für ein erneutes Debakel zu: "Wir haben die Favoritenrolle und dürfen nie vergessen, dass man eine Pokalniederlage nicht reparieren kann."

So könnten sie spielen

Eintracht Braunschweig: Fejzic - Wiebe, Wydra, Nikolaou, Schlüter - Kammerbauer, Kroos, Kobylanski, Bär, Kaufmann - Proschwitz
Borussia Dortmund: Bürki - Morey, Akanji, Hummels, Schulz - Delaney, Bellingham, Guerreiro, Sancho, Reyna - Moukoko

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 22.12.2020 | 20:00 Uhr

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