Daniel Meyer von Eintracht Braunschweig © imago images/Hübner Foto: Michael Tager

Eintracht Braunschweig: Zu viele Gegentore, zu viele Fehler

Stand: 28.11.2020 15:05 Uhr

Auch der letzte Funke Euphorie scheint bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig verflogen. Trainer Daniel Meyer hadert nach dem 0:4 in Darmstadt mit seinem Team.

Schon zur Halbzeit leuchtete am Freitagabend das 0:4 bedrohlich auf der Anzeigetafel der Arena am Böllenfalltor, und eine gute Stunde später hatte sich daran nichts geändert. Für Zweitligist Eintracht Braunschweig begann und endete der Auftritt bei den von Markus Anfang gecoachten Darmstädtern in einem Desaster. Nach der 1:3-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC sollte es eigentlich einer Art Re-Start geben. Dieser ist nun erst einmal zumindest verschoben.

Gegentreffer für Meyer "schwer nachvollziehbar"

Als "nicht zweitligareif" hatte Meyer die Defensivleistung seiner Mannschaft in der Vorwoche bezeichnet und sich eine klare Steigerung erhofft. Nach dem Spiel gegen die "Lilien", zuvor noch ohne Heimsieg, fiel die Bilanz jedoch keinesfalls besser aus: "Es ist für uns ein bisschen wie 'Täglich grüßt das Murmeltier'", sagte der Coach missbilligend. Der Doppelschlag in der sechsten und siebten Spielminute, der bereits früh die falsche Richtung wies, hatte ihm ob der individuellen Fehler von Torhüter Felix Dornebusch und Innenverteidiger Michael Schultz sichtlich zugesetzt. Und auch die folgenden Gegentreffer nach schlimmen Patzern waren für ihn "schwer nachzuvollziehen".

"Das ist keine Frage des Systems. Die individuellen Fehler machen uns das Spiel kaputt." Eintracht-Coach Daniel Meyer

Seine schonunglose Zusammenfassung der Leistung seiner Schützlinge: "Das habe ich in der Häufung in den 20 Jahren, in denen ich das mache, noch nicht erlebt." Auch Eintracht-Kapitän Dominik Wydra war konsterniert: "So etwas ist mir in meiner Karriere noch nie vorgekommen, dass man jedes Mal in Rückstand gerät, egal, wie man es probiert. Wir schießen die vier Dinger gefühlt selbst. Es ist einfach nur sehr frustrierend im Moment."

Erst Pokal-Triumph, dann Gegentor-Flut

Überhaupt stimmt die Bilanz des Aufsteigers trotz gelegentlicher Stimmungsaufheller wie die Heimsiege gegen Bochum und Nürnberg oder der Pokal-Triumph gegen Bundesligist Hertha BSC nicht gerade hoffnungsfroh. 21 Gegentore in neun Zweitliga-Spielen sprechen eine deutliche Sprache.

Die Euphorie, die sich nach der hart umkämpften Rückkehr ins Profi-Unterhaus eingestellt hatte, scheint verflogen. Bei den Fans, aber auch bei der Mannschaft selbst. "In der Kabine war eine Stimmung, die man so nicht braucht", schilderte Meyer die maximale Frustration vor dem Seitenwechsel. Immerhin: Das Team fiel anschließend nicht völlig auseinander. "Die Jungs haben dann vernünftig gegen den Ball gerabeitet und versucht den Schaden im Rahmen zu halten".

Spiel gegen St. Pauli wird zum Krisenduell

Ähnlich wie der kommende Gegner FC St. Pauli müssen nun auch die "Löwen" den berühmten Turnaround schaffen. Das Aufeinandertreffen der beiden traditionsreichen Nordclubs am Sonnabend (13 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) wird somit ein echtes Krisenduell. Dem Verlierer drohen dauerhaft ungemütliche Zeiten im Tabellenkeller.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 28.11.2020 | 14:00 Uhr

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