Stand: 09.12.2019 20:54 Uhr

Sieg gegen Münster - Meppen reitet die Erfolgswelle

von Ines Bellinger, NDR.de

Der Fußball-Drittligist SV Meppen hat einen sagenhaften Lauf. Die nunmehr seit sieben Spielen ungeschlagenen Emsländer bezwangen am Montagabend Preußen Münster mit 3:1 (1:0) und machten damit in der Tabelle einen Riesensatz von Platz zwölf auf Rang sechs. Nur noch fünf Punkte trennen die Mannschaft von Trainer Christian Neidhart vom Relegationsplatz. Und auf dem thront Eintracht Braunschweig, der nächste Gegner des SVM am kommenden Sonnabend (14 Uhr). Neidhart, der vor dem Anpfiff für sein 250. Spiel als Cheftrainer der Meppener geehrt wurde, hatte die Partie zum "Schlüsselspiel" erklärt. Geht es für den Underdog aus der Provinz nun sogar noch höher hinaus? "Die Jungs sind total heiß, das sieht im Moment sehr gut aus", sagte Neidhart nach dem Spiel im Interview bei NDR 2. "Das Ziel muss es jetzt einfach sein, auch in Braunschweig zu punkten."

Schlitzohr Undav macht sein zehntes Saisontor

Neidhart wechselte nach dem 1:1 in Ingolstadt seine Startelf gegen den Vorletzten nur auf einer Position: René Guder musste auf der Bank Platz nehmen, für ihn kam in der Offensive Luka Tankulic zum Einsatz. Eine Belohnung für großen Trainingseifer.

18.Spieltag, 09.12.2019 19:00 Uhr

SV Meppen

3

Preuß.Münster

1

Tore:

  • 1:0 Undav (15.)
  • 2:0 Tankulic (67.)
  • 2:1 Dadashov (75.)
  • 3:1 Guder (84.)

SV Meppen: Domaschke - Ballmert, Puttkammer, Komenda, Amin - Egerer, Leugers (60. Guder) - Kleinsorge (60. Evseev), Tankulic, Rama (75. Düker) - Undav
Preuß.Münster: Schulze Niehues - Schauerte, Kittner, Erdogan, Heidemann - Litka (35. Brandenburger), Rodrigues Pires - S. Özcan, Mörschel, P. Hoffmann (75. Cueto) - Schnellbacher (57. Dadashov)
Zuschauer: 8815

Weitere Daten zum Spiel

Tankulic führte sich auch direkt gut ein. Zunächst setzte er Deniz Undav in Szene, dessen Schuss aus spitzem Winkel der Münsteraner Torwart Maximilian Schulze Niehues jedoch abwehrte (7.). Dann bedrängte er nach einem weiten Pass aus der eigenen Hälfte seinen Gegenspieler Ole Kittner derart geschickt, dass dieser den Ball passieren lassen musste. Undav nahm die Kugel auf, drehte sich geschickt um Okan Erdogan und hatte dann noch die Muße, Schulze Niehues auszugucken. Mit links hob Undav den Ball über den Preußen-Keeper in den rechten Winkel (14.). Sein zehntes Saisontor war eines der schönsten. Besonders schön wollte es eine Viertelstunde später wohl auch Valdet Rama machen. Vom rechts durchgelaufenen Marius Kleinsorge in beste Schussposition gebracht, zielte er links am Münsteraner Tor vorbei (31.).

Arne Barez, nach der Entlassung von Sven Hübscher Interimscoach der chronisch erfolglosen Preußen, korrigierte mit einem Wechsel im Mittelfeld (Brandenburger für Litka) schon nach 35 Minuten seine (zu) offensiv ausgelegte Taktik. Dennoch hätten die Gäste vor der Pause fast noch das 0:2 kassiert. Weil am Strafraum die Lauf- und Passwege zugestellt waren, schlenzte Undav einfach mal aus dem Stand den Ball in Richtung Tor. Der Ball trudelte knapp am Pfosten vorbei (44.). Der Pausenstand war mehr als schmeichelhaft für Münster.

Tankulic bedankt sich für seine Nominierung

In der zweiten Hälfte schickten sich die Gäste an, etwas häufiger im Strafraum der Meppener aufzutauchen. Doch die größeren Chancen hatte weiterhin der SVM. Kleinsorge war wie so häufig auf rechts durchgelaufen und fand mit seinem Querpass Rama, der jedoch den Ball nicht richtig traf (46.). Das 2:0 fiel, als Münster sich gerade in der Meppener Hälfte festsetzen wollte. Tankulic leitete einen Konter mit einem feinen Pass auf den eingewechselten Guder ein. Der machte noch einen Schwenk nach innen, schoss aber Schulze Niehues an. Der Abpraller landete direkt auf der Stirn von Tankulic, der den Ball über den bedauernswerten Preußen-Keeper ins Tor beförderte (67.). Nicht nur mit seinem dritten Saisontor rechtfertigte der 28-Jährige seine Aufstellung. Er arbeitete durchgehend uneigennützig für seine Kollegen.

Undav bereitet das 3:1 vor

Als Meppen sich darauf verlegen wollte, die Partie über die Runden zu schaukeln, kam Münster nochmal zurück. Kittner legte einen Freistoß im Strafraum in Richtung Fünfmeterraum ab, wo der eingewechselte Rufat Dadashov mit langem Bein den Ball über die Linie drückte (75.). Doch es war nur ein Strohfeuer. Der überragende Undav schickte mit einem Zuckerpass seinen Sturmpartner Guder auf die Reise, der zum 3:1 veredelte (84.). Der beste Scorer der Liga steht nun bei zehn Toren und zehn Assists. Der Münsteraner Niklas Heidemann sah nach einer Notbremse gegen Guder in der 89. Minute noch die Rote Karte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 09.12.2019 | 23:03 Uhr

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