Stand: 28.01.2019 13:39 Uhr

Doll neuer Trainer von Hannover 96

Thomas Doll ist der neue Trainer von Hannover 96 und soll den Fußball-Bundesligisten vor dem drohenden Abstieg bewahren. Die Verpflichtung des 52 Jahre alten Ex-Nationalspielers teilte der niedersächsische Verein am Sonntagabend mit. Doll, der seit seinem vorzeitigen Abschied am 21. August 2018 beim ungarischen Spitzenclub Ferencvaros Budapest arbeitslos war, tritt beim Tabellenvorletzten die Nachfolge des am Mittag freigestellten André Breitenreiter an. Er erhält einen Vertrag bis 2020, der auch für die Zweite Liga gilt. 15 Spieltage bleiben dem ehemaligen DDR- und DFB-Auswahlspieler noch, um mit den seit acht Spielen sieglosen Niedersachsen den Klassenverbleib zu schaffen. Seinen Einstand gibt er am Freitag im Heimspiel gegen RB Leipzig.

Doll: Von Malchin über Ungarn nach Hannover

Erstes Training am Montag

"Als ehemaliger Fußballer weiß Thomas, wie die Spieler ticken. Er ist bekannt als akribischer Arbeiter mit einer klaren Ansprache. Wir sind fest davon überzeugt, dass er der Mannschaft mit all seiner Erfahrung genau das vermitteln kann, was sie benötigt, um die Wende zu schaffen", konstatierte Manager Horst Heldt. Doll, der als Co-Trainer seinen langjährigen Assistenten Ralf Zumdick mitbringt, wird bereits am Montag das erste Training mit seiner neuen Mannschaft leiten.

Der gebürtige Malchiner begann seine Trainerkarriere beim Hamburger SV. Borussia Dortmund rettete er 2007 vor dem Abstieg, verließ die Westfalen aber bereits ein Jahr später wieder. Seinen größten Erfolg feierte er in Ungarn, als er 2016 mit Ferencvaros Budapest das Double aus Meisterschaft und Pokal holte. "Er hat bei all seinen bisherigen Stationen erfolgreiche Arbeit geleistet und immer wieder den Nachweis erbracht, dass er vorgegebene Ziele erreicht - sowohl im Kampf um den Klassenerhalt als auch um Titel und die Teilnahme am internationalen Geschäft", sagte Heldt: "Er kennt die Bundesliga in- und auswendig."

"Müssen neue Impulse setzen"

Zuvor hatte 96 nach einer Krisensitzung Breitenreiter beurlaubt. Der Tabellen-17. reagierte damit nach dem 1:5 bei Borussia Dortmund, dem achten Spiel in Folge ohne Sieg, auf die sportliche Krise. "Die Entwicklung zeigt, dass wir einen neuen Impuls setzen müssen, um die Wende schaffen zu können. Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen auch nächstes Jahr in der Ersten Liga spielen", sagte Heldt: "Jeder weiß, dass André sich als Hannoveraner sehr mit dem Verein identifiziert. Sein Name wird immer mit dem Aufstieg 2017 und dem letztlich souveränen Klassenerhalt im vergangenen Jahr verknüpft sein. Er und sein Team haben in den letzten Wochen und Monaten wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen. Dies ist leider nicht gelungen."

Trennung hatte sich angedeutet

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Breitenreiter hatte den Trainerposten bei den "Roten" im März 2017 neun Spiele vor Ende der Zweitligasaison übernommen. Ungeschlagen führte er die Mannschaft zurück ins Fußballoberhaus. Die darauffolgende Bundesliga-Saison 2017/2018 beendete sein Team auf dem 13. Tabellenplatz. In der aktuellen Spielzeit kommt 96 nach 19 Spielen auf lediglich elf Zähler - ein Negativrekord für den Club. Auf den letzten Sieg gegen den VfL Wolfsburg am 9. November folgten nunmehr acht Spiele ohne Dreier.

Die Entlassung des 45-Jährigen, dessen Vertrag direkt vor der laufenden Saison bis 2021 verlängert worden war, hatte sich angedeutet, am Vortag hatte er selbst Klarheit gefordert: "Wir brauchen jetzt eine klare Ansage, wie es weitergeht." Schon bei der offiziellen Pressekonferenz vor der Partie in Dortmund hatte Breitenreiter die mangelnde Kommunikation beklagt, nachdem Heldt von Kind öffentlich den Auftrag erhalten hatte, den Trainermarkt zu sondieren.

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Dieses Thema im Programm:

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