Stand: 07.04.2019 17:15 Uhr

Doll: "Nicht viele Argumente, mich anzubieten"

Trainer Thomas Doll rechnet offenbar nicht mit einer Weiterbeschäftigung im wahrscheinlichen Fall des Abstiegs von Bundesliga-Schlusslicht Hannover 96. "Wenn ich jedes Spiel verliere, weiß ich nicht, ob ich der Richtige bin, um dann einen Neuaufbau zu machen", sagte der 52-Jährige dem NDR Sportclub am Sonntag.

Der Ex-Nationalspieler hatte vom mächtigen Fußball-Boss Martin Kind vor wenigen Tagen eine Jobgarantie bis zum Saisonende erhalten. Wie es danach weitergeht, liege nicht in seinen Händen, sagte Doll: "Ich möchte einfach noch das eine oder andere Bundesligaspiel gewinnen, um noch eine kleine Chance zu haben. Mehr nicht. Und wenn der Verein dann sagt, wir wollen einen Neuanfang mit jemand anderem, dann ist das so. Ich habe gerade nicht so viele Argumente, um mich anzubieten."

Thomas Doll

Doll: "Delle in meiner Trainerkarriere"

Aufgegeben hat Thomas Doll noch nicht. Aber im Abstiegsfall auch nicht viele Argumente für eine Weiterbeschäftigung bei Hannover 96, wie er selbst sagt. Der Trainer im Interview.

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"Noch nicht aufgegeben"

Der glücklose Coach, unter dessen Regie die Niedersachsen lediglich einen Sieg verbuchten, besitzt einen Vertrag bis 2020, der auch für Liga zwei gilt. Kind hatte bereits angekündigt, die laufende Spielzeit "selbstkritisch und konstruktiv" im Hinblick auf die neue Saison in der Zweiten Liga zu analysieren. Das Aus für Sportchef Horst Heldt könnte in den nächsten Tagen folgen, Doll darf zumindest zunächst bleiben - und hat auch nach der siebten Niederlage in Folge noch nicht aufgesteckt: "Wir hier und alle drumrum, die jeden Tag beim Training sind, haben uns noch nicht aufgegeben. Sonst hätte ich auch schon meine Tasche genommen und gesagt: 'O.k., lass' es einen anderen machen.' Aber dieses Gefühl habe ich nicht. Vor allem nicht nach den letzten Auftritten."

"Richtige Delle in meiner Trainerkarriere"

Sieben Punkte Rückstand hat das Bundesliga-Schlusslicht bereits auf den Relegationsrang. Nur noch sechs Spiele bleiben, um das Fußball-Wunder noch zu schaffen. "Ich weiß auch, dass das eine richtige Delle in meine Trainerkarriere reinhaut. Dessen bin ich mir bewusst. Ist ja klar nach so vielen Niederlagen", bekannte Doll: "Nichtsdestotrotz liebe ich den Fußball auch so und bin nicht nur Fußballtrainer, wenn ich Meister und Pokalsieger werde. Nur, das macht keinen Spaß, Fußballspiele zu verlieren und am Tabellenende zu stehen. Und was am meisten schmerzt: Es war mehr drin."

Doll: Von Malchin über Ungarn nach Hannover

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 07.04.2019 | 22:30 Uhr

03:52
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