Frust beim Bremer Fußballprofi Maximilian Eggestein © IMAGO / Nordphoto

"Das ist Zweite Liga" - Werder Bremen braucht viel Geduld

Stand: 25.07.2021 11:26 Uhr

Werder Bremen hat einen Stolperstart in die Zweite Liga hingelegt. Das 1:1 im Heimspiel gegen Hannover 96 brachte die wichtige Erkenntnis: Der sofortige Wiederaufstieg wird ein äußerst schwieriges Unterfangen.

Wurden die Grün-Weißen vor Beginn der ersten Bremer Zweitligapartie seit 40 Jahren noch mit Beifall empfangen, so gab es nach Abpfiff einige Pfiffe. "Für mich ist das kein Drama", kommentierte Werder-Coach Markus Anfang das Verhalten der Fans. "Ich habe auch eine Phase erlebt, wo richtig Stimmung in der Bude war."

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Maximilian Eggestein (r.) von Werder Bremen im Duell mit Sebastian Stolze von Hannover 96 © picture alliance/dpa Foto: Carmen Jaspersen

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Anfang sieht immerhin "einen ersten Schritt"

Anfang kann die Reaktion auf den Rängen verstehen, forderte aber auch Realismus ein: Der holprige Auftakt sei keine keine Überraschung. "Das ist Zweite Liga. Daran müssen wir uns leider gewöhnen", sagte der 47-Jährige und verwies auch auf die psychische Situation vieler Werder-Profis: "Sie haben eine schwere Zeit hinter sich und zwei Jahre lang gegen den Abstieg gespielt. Sie sind Menschen und keine Maschinen."

Die 14.000 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion sehen, dass die Grün-Weißen ihren Weg in der neuen Liga noch nicht gefunden haben. Spielerische Ansätze wurden von den rustikalen Gästen zumeist schon im Keim erstickt. "Man hat heute wieder gesehen: In der Zweiten Liga kann jeder jeden schlagen", sagte Anfang dem NDR. Das müsse man als Profi annehmen, fügte der Coach hinzu und kam aber immerhin zu dem Schluss: "Ich glaube, dass heute zumindest der erste Schritt dafür gemacht ist."

Noch viele Fragezeichen im Kader

Dabei sind die Bremer personell sogar noch gut aufgestellt, denn mehrere Verkaufskandidaten standen auf dem Platz oder saßen nach verspätetem Trainingsstart noch auf der Bank oder der Tribüne. Das dürfte sich ändern. "Wir haben wirtschaftliche Zwänge. Wir müssen Geld einnehmen und das Gehaltsgefüge etwas senken", sagte Clemens Fritz, Leiter Profifußball beim SV Werder. Sportchef Frank Baumann hatte vor wenigen Tagen noch 15 bis 20 Transfers bis zum Ende der Wechselperiode angekündigt. Unantastbar ist dabei nicht einmal der gerade frisch gewählte Kapitän Ömer Toprak.

Gerade wegen dieser Ungewissheit warb Fritz um Verständnis für die schwierige Situation und mahnte: "Wir haben etwas gutzumachen, aber das geht alles nicht von allein. Wir haben auch teilweise Spieler, die noch nie vor Zuschauern gespielt haben." Auch Anfang warb im NDR um Geduld: "Wir müssen die Situation so, wie sie ist, annehmen und das kann sich halt ziehen - leider."

1980/1981: Auf den Fehlstart folgte der Aufstieg

Vielleicht hilft ein Blick in die Vereinschronik: Nach dem ersten Bundesliga-Abstieg 1980 ging das erste Heimspiel gegen den damaligen Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Bocholt vor gerade einmal 9.000 Zuschauern sogar mit 1:2 verloren. Am Ende der Saison stand aber unter der Regie von Otto Rehhagel die direkte Rückkehr ins Oberhaus.

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Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 25.07.2021 | 18:05 Uhr

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