Stand: 24.03.2020 17:50 Uhr

DFL empfiehlt Bundesliga-Pause bis zum 30. April

Der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga soll wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst bis zum 30. April ausgesetzt bleiben. Diese Empfehlung hat das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) den 36 Profivereinen der Ersten und Zweiten Liga zur Beschlussfassung auf der Mitgliederversammlung am kommenden Dienstag (31. März) gegeben. Das dürfte aber nur Formsache sein. Das DFL-Präsidium beschloss zudem, die bereits angelaufene Vergabe der Medienrechte für die Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 zu verschieben. Statt Anfang Mai soll die Vergabe Mitte Juni erfolgen.

In der vergangenen Woche hatten die Vereine die Aussetzung des Spielbetriebs als Folge der Corona-Pandemie bis zum 2. April beschlossen. Schon da hatte DFL-Boss Christian Seifert aber angekündigt, dass die Verlängerung der Pause wahrscheinlich sei.

Schmadtke: "Unterstützen diese Maßnahme unisono"

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"Die Gesundheit steht im Vordergrund, deswegen ist diese Entscheidung absolut richtig. Wir haben uns in der Fußball-Kommission im Anschluss an die Beratung des DFL-Präsidiums per Videokonferenz ausgetauscht und unterstützen diese Maßnahme unisono", sagte VfL Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke. "Unabhängig von der verlängerten Aussetzung des Spielbetriebs wird unsere Mannschaft in dieser Woche wie gehabt weiter trainieren."

Seit der Aussetzung des Spielbetriebs Mitte März befindet sich der überwiegende Teil der Erst- und Zweitligisten im Stand-by-Modus, die Profis von Hannover 96 sogar in häuslicher Quarantäne. Lediglich der VfL Wolfsburg und FC Augsburg sind wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

Bornemann: "Kann Empfehlung sehr gut nachvollziehen"

"Ich kann die Empfehlung des DFL-Präsidiums, den Spielbetrieb bis mindestens 30. April auszusetzen, sehr gut nachvollziehen. Sie gibt uns zumindest für die Organisation und Planung des Trainingsbetriebes ein Stück weit Klarheit", sagte St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann.

DFL will Saison bis 30. Juni zu Ende spielen

Die DFL betonte in einer Mitteilung erneut, die "Saison bis zum 30. Juni zu Ende spielen zu wollen, soweit dies rechtlich zulässig und selbstverständlich gesundheitlich" vertretbar ist: "Diesbezüglich arbeitet die DFL derzeit unter Hochdruck an Konzepten, Spiele zu gegebenem Zeitpunkt auch ohne Stadion-Zuschauer und mit einem Minimal-Einsatz von Arbeitskräften in den Bereichen Sport, allgemeine Organisation und Medien durchzuführen."

Geisterspiele als "letzte Hoffnung"

Ob der Termin zum Wiederbeginn aber wirklich eingehalten werden kann, erscheint angesichts der noch immer raschen Ausbreitung des Virus und der behördlichen Restriktionen allerdings fraglich. Ob die Spielzeit überhaupt beendet wird, hängt auch davon ab, ob die von zahlreichen Verantwortlichen als "letzte Hoffnung" deklarierten Geisterspiele durchgeführt werden können. Sofern die Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit untersagt werden, bringt den Clubs auch die Verschiebung der EM-Endrunde ins kommende Jahr nichts.

Viele Profis helfen mit Gehaltsverzicht

Bei einem kompletten Saison-Abbruch drohen der gesamten Branche Einnahmeverluste in Höhe von rund 750 Millionen Euro. Um die wirtschaftlichen Schäden zu minimieren, verhandeln die Vereine derzeit mit Spielern, Trainern und Funktionären über einen Gehaltsverzicht, auf den sich unter anderen Rekordmeister FC Bayern München, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und der FSV Mainz 05 bereits geeinigt haben. Werder Bremens Profis haben der Vereinsführung ein entsprechendes Angebot gemacht.

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Sport aktuell | 24.03.2020 | 17:25 Uhr