Stand: 17.09.2020 12:49 Uhr

Fan-Rückkehr: Nur 500 in Niedersachsen - 1.000 beim HSV

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg, Zweitligist Hannover 96 und Drittligist SV Meppen haben in der Hoffnung auf die schnelle Rückkehr ihrer Fans in die Stadien einen Dämpfer hinnehmen müssen. In Niedersachsen gilt der Beschluss von Bund und Ländern zur Auslastung von 20 Prozent aller Stadien und Hallen erst ab dem 26. September. "Wenn man es sorgfältig macht, dann geht es so schnell nicht", sagte Innen- und Sportminister Boris Pistorius (SPD) dem NDR. Vereine bräuchten Vorlauf, um die Hygiene-Auflagen zu erfüllen. Gesundheitsämter müssten die Konzepte anschließend überprüfen. Eintracht Braunschweig und der VfL Osnabrück, die auswärts starten, könnten demnach am kommenden Wochenende wieder vor deutlich mehr Fans spielen.

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Transparent "Fussball lebt durch seine Fans" im Millerntor-Stadion in St. Pauli. © Groothuis/Witters/Pool/Witters Foto: TimGroothuis

Pro und Kontra zur Fan-Rückkehr in die Stadien

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"Dass das jetzt bis zum kommenden Wochenende nicht umsetzbar ist, ist für unsere Fans sehr schade", sagte VfL-Geschäftsführer Michael Meeske. 96-Boss Martin Kind erklärte: "Wir hätten natürlich sehr gern schon gegen Karlsruhe vor mehr als 500 Zuschauern gespielt und waren für diesen Fall vorbereitet, respektieren aber die Entscheidung der Politik. Wir werden die neue 20-Prozent-Regelung im Derby gegen Braunschweig umsetzen und freuen uns dort auf die Unterstützung von 9.800 Zuschauern."

VIDEO: Nordclubs freuen sich auf ihre Fans (2 Min)

HSV nur mit 1.000 Zuschauern

Der HSV hatte gehofft, schon am Freitag (18.30 Uhr/im NDR Livecenter) zum Zweitliga-Saisonauftakt gegen Fortuna Düsseldorf 4.000 Zuschauer ins Volksparkstadion zu lassen. Doch die Stadt hat die aktuell geltende Corona-Verordnung noch nicht angepasst. Deshalb sind lediglich 1.000 Fans erlaubt. Die Besucher sollen alle auf der Westtribüne Sitzplätze einnehmen. Die Tickets wurden im Losverfahren vergeben. Die HSV-Verantwortlichen hoffen, "dass für die nächsten Heimspiele auf Basis einer neuen Verordnungslage entsprechend mehr Fans ihr Team unterstützen können".

"Wichtig ist, dass wir überhaupt Zuschauer begrüßen, die Abläufe prüfen und uns dann einer möglichen Kapazitätsgrenze annähern können. Aber ob jetzt 1.000 oder 4.000 Zuschauer im Stadion sind, ist für die wirtschaftliche Situation nicht von erheblicher Relevanz." HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein

Sogar 25 Prozent in SH erlaubt

Luxuriös ist die Ausgangslage für Holstein Kiel und den VfB Lübeck. Die Landesregierung Schleswig-Holsteins ist aus dem gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern ausgeschert und hat sogar schon 25 Prozent Auslastung der Stadionkapazität erlaubt. Drittligist Lübeck plant beim Duell der Aufsteiger gegen den 1. FC Saarbrücken am Sonnabend (14 Uhr) mit 1.860 Zuschauern. Im Kieler Holstein-Stadion sind nach der 25-Prozent-Regel bis zu 3.758 Fans möglich. Wie der Club am Mittwochnachmittag mitteilte, werden am Sonntag 3.000 Zuschauer ausschließlich auf Sitzplätzen die Partie gegen Paderborn verfolgen können.

Am meisten Zuschauer bei Werder und Hansa

Werder Bremen und Hansa Rostock haben schon länger Klarheit. Der Bundesligist hatte bereits in der vergangenen Woche die Freigabe für bis zu 8.500 Zuschauer erhalten. Beim ersten Heimspiel der Saison, am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Hertha BSC, dürfte damit schon wieder richtig Stimmung im Weserstadion aufkommen.

Beim Drittligisten in Rostock hat im DFB-Pokal (0:1 gegen den VfB Stuttgart) sogar schon ein "Probelauf" stattgefunden. Die 7.500 Fans sorgten für Gänsehaut-Atmosphäre - auch bei den Gästen. Allerdings wurde dabei auch deutlich, wie schmal der Grat ist, auf dem die Proficlubs unterwegs sind. Weil in der Südkurve die Abstandsregeln reihenweise nicht eingehalten worden sind, müssen die Fans dort künftig Mund- und Nasenschutz tragen.

Überblick über mögliche Zuschauerzahlen bei den Spielen
Zeit/LigaPartieFans
Fr., 18.30 Uhr/2. LigaHSV - Düsseldorf1.000
Sa., 13 Uhr/2. LigaHannover 96 - Karlsruher SC500
Sa., 14 Uhr/3. LigaHansa Rostock - MSV Duisburg7.500
Sa., 14 Uhr/3. LigaSV Meppen - 1860 München500
Sa., 14 Uhr/3. LigaVfB Lübeck - 1. FC Saarbrücken1.860
Sa., 15.30 Uhr/1. LigaWerder Bremen - Hertha BSC8.500
So., 13.30 Uhr/2.Liga1. FC Heidenheim - Eintracht Braunschweig3.000
So., 13.30 Uhr/2.LigaSpVgg Greuther Fürth - VfL Osnabrück3.325
So., 13.30 Uhr/2.LigaHolstein Kiel - SC Paderborn3.000
So., 18 Uhr/1. LigaVfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen500
Mo., 20.30 Uhr/2. LigaVfL Bochum - FC St. Pauli5.000

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 20.09.2020 | 22:50 Uhr

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