Stand: 23.03.2020 15:21 Uhr

Der Wolfsburger Weg: Training in Kleingruppen

Der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat am Montag wieder das Training aufgenommen. Wegen der Coronakrise hielten die Profis unter strenger gesundheitlicher Kontrolle Übungseinheiten im Kraftraum in kleinen Gruppen zu unterschiedlichen Zeiten ab. Den Trainingsplatz haben die Spieler nicht betreten.

Zunächst kollektives Fiebermessen

Für die "Wölfe" ging es am Vormittag erstmal zur kollektiven Temperatur-Kontrolle. Denn bevor Daniel Ginczek und Co. endlich wieder zusammen loslegen durften, mussten sie zum Fiebermessen antreten.

"Wir benutzen das als Indikator. Wenn dann einer über Wehwehchen klagt, werden wir alles Weitere in die Wege leiten", sagte Sportchef Jörg Schmadtke den "Wolfsburger Nachrichten".

Der prophylaktische Gesundheits-Check gehört bei den "Wölfen" ab sofort zum täglichen Ritual, um angesichts der Corona-Pandemie frühzeitig mögliche Krankheitssymptome feststellen zu können und irgendwann ein gemeinsames Kraft- und Athletiktraining in der Arena zu ermöglichen. Zuletzt hatten Ginczek und Co. für sich trainiert. "Natürlich möchten wir alle lieber Fußball spielen, aber wir müssen die Situation jetzt so annehmen. Es ist unser Job, uns weiter fit zu halten - egal ob zu Hause oder in kleinen Gruppen zusammen wie jetzt gerade", sagte Ginczek nach der Einheit am Montag: "Wir haben die Beine und den Rumpf trainiert." 

Experte lobt den "Wolfsburger Weg"

Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule Köln, befürwortet den "Wolfsburger Weg" ausdrücklich. "Kleine Gruppen sind für Sportler, die es gewohnt sind, in Gruppen zu trainieren, besser als Einzeltraining", sagte der Sportwissenschaftler. Eine "Rudelbildung" tue Profiteams auch in der momentanen Situation gut. Man sei mit den Mannschaftskollegen im Austausch. "Das Mentale ist neben der Körperlichkeit der große Vorteil."

Spieler auf verschiedene Kabinen verteilt

Rund um die Wolfsburger Einheiten im Kraftraum gelten strenge hygienische Vorschriften. So wurde in den Kleingruppen zeitlich versetzt - um 9, 11, 13 und 15 Uhr - trainiert. Für die Spieler standen vier Kabinen - statt einer - bereit. Jeder bekam zudem eine eigene Dusche zugewiesen, die nach jeder Nutzung desinfiziert wurde. Außerdem hatte jeder Spieler seine eigenen Utensilien wie Handtuch, Blackroll oder Matte dabei.

VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer versicherte, das alle Regeln des "Social Distancing" eingehalten worden seien, zudem befinde sich der Verein "im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt und der Stadt".

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Sportclub | 23.03.2020 | 23:03 Uhr