Florian Kohfeldt, Trainer des VfL Wolfsburg © picture alliance/dpa | Swen Pförtner

VfL Wolfsburg droht ein trister und ungemütlicher Winter

Stand: 11.12.2021 11:06 Uhr

Der VfL Wolfsburg hat vier Pflichtspiele in Folge nicht gewonnen. Der Effekt des Trainerwechsels scheint verpufft. Florian Kohfeldt und sein Team brauchen einen Befreiungsschlag - am besten schon heute gegen den VfB Stuttgart.

"In dieser Mannschaft steckt viel Qualität und Dynamik und wir werden nun gemeinsam daran arbeiten, diese wieder auf den Platz zu bringen." Dieser Satz ist von Florian Kohfeldt. Allerdings nicht nach dem maßlos enttäuschenden Auftritt im "Endspiel" um Europa gegen den OSC Lille (1:3), sondern zu seiner Verpflichtung. Und die ist erst knapp anderthalb Monate her.

Jetzt sagte der 39-Jährige, nachdem er seiner Enttäuschung über den schnellen Abschied von der internationalen Bühne Ausdruck verliehen hatte: "Aktuell müssen wir mehr über Dynamik und Intensität kommen. Wir werden jetzt nicht plötzlich traumhaften Kombinationsfußball spielen."

Abkehr von der offensiven Spielidee?

Traumhafter Kombinationsfußball - mit drei Siegen in den ersten drei Pflichtspielen war der neue Coach - nach einer gefühlten Ewigkeit bei Werder Bremen - in seine neue Aufgabe bei den "Wölfen" gestartet. Vor dem heutigen Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart (18.30 Uhr, im NDR Livecenter) sind es seitdem fünf Pflichtspiele ohne Sieg.

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Sein Vorgänger Mark van Bommel, der selbst erst zu Saisonbeginn in die Autostadt gewechselt war und einen Start mit vier Bundesliga-Siegen hingelegt hatte, war nach acht sieglosen Partien in der Champions League und der Bundesliga im Oktober beurlaubt worden.

Elan der ersten Kohfeldt-Tage ist dahin

Klar ist, dass sich wieder etwas ändern muss im Spiel der "Wölfe". Der Elan der ersten Kohfeldt-Tage ist dahin. Auch die Rückkehr von Stammtorhüter Koen Casteels sowie zum System mit Wout Weghorst als einziger Sturmspitze und dahinter einer offensiven Dreierreihe gegen Lille brachte nicht den erhofften Gewinn an Spielwitz.

Gleichzeitig hat sich der Abschied von der eigenen offensiven Spielidee für den Trainer schon einmal als schlechte Idee erwiesen. In Bremen können sie davon ein Liedchen singen. Der Zugewinn an Defensivstärke brachte trotz oftmals fußballerischer Magerkost zunächst einige Punkte. Allerdings fiel es der Mannschaft bei Rückschlägen sehr schwer, dann wieder in ein offensiveres Spiel umzuschalten.

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Kohfeldt will weiter "positive Energie ausstrahlen"

Luca Waldschmidt, der gegen Lille anstelle von Weghorsts Sturmpartner Lukas Nmecha aufgelaufen war, weiß, was die Stunde geschlagen hat. "Die Arschbacken zusammenkneifen und Vollgas raus am Samstag gegen Stuttgart", antwortete der siebenmalige deutsche Nationalspieler auf die Frage, was nun zu tun sei. Während seine Ex-Clubs SC Freiburg, als Tabellenvierter das Überraschungsteam der bisherigen Saison, und Benfica Lissabon, in der "Todesgruppe" mit dem FC Bayern und dem FC Barcelona als Zweiter ins Achtelfinale eingezogen, für Furore sorgen, droht dem VfL ein trister Winter.

Den soll Kohfeldt mit seinem Team verhindern. Sein guter Start war womöglich kontraproduktiv, vermutete er selbst: "Ich glaube, dass die erste Woche über relativ viel hinweggetäuscht hat." Die Probleme des VfL bräuchten viel mehr Zeit. "Und es ist weiter meine Aufgabe, positive Energie auszustrahlen und diese Probleme zu lösen."

Mögliche Aufstellungen

VfL Wolfsburg: Casteels - Lacroix, Guilavogui, Bornauw - Mbabu, Arnold, Vranckx, Paulo Otavio - Waldschmidt - Weghorst, L. Nmecha
VfB Stuttgart: Müller - Mavropanos, Anton, Ito - Karazor, Sosa - Massimo, Endo, Mangala - Förster, Marmoush

VIDEO: VfL-Wolfsburg-Coach Kohfeldt: "Nicht der Beginn eines Trends" (14 Min)

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 12.12.2021 | 22:50 Uhr

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