Stand: 08.02.2020 17:26 Uhr

Wolfsburg erkämpft sich zu zehnt einen Punkt

von Hanno Bode, NDR.de
Admir Mehmedi (l.) bereitete den Wolfsburger Ausgleich durch Renato Steffen vor.

Das Ergebnis von 1:1 ist auf den ersten Blick enttäuschend. Doch mit diesem Punkt kann, ja muss der VfL Wolfsburg zufrieden sein. Denn gegen den Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf spielte der Europa-League-Teilnehmer am Sonnabendnachmittag nach einer Roten Karte gegen Marin Pongracic (48.) fast den gesamten zweiten Abschnitt in Unterzahl. Die Moral der Mannschaft von Coach Oliver Glasner - das zeigte ihre Vorstellung in Hälfte zwei - stimmt also. Fußballerisch ist beim Werksclub noch ziemlich viel Luft nach oben. Ein Umstand, der sich ja auch an der Bundesliga-Tabelle ablesen lässt, in der die Niedersachsen im grauen Mittelfeld stehen.

"Der Spielverlauf war nicht so wie geplant. Die erste Halbzeit war nicht gut von unserer Seite. In der zweiten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht mit einem Mann weniger, da waren wir klar die bessere Mannschaft", sagte "Wölfe"-Angreifer Wout Weghorst im Interview mit dem NDR Hörfunk.

Zimmermann schockt Wolfsburg

Die Wolfsburger rannten in der Anfangsphase viel. Und zwar hinterher. Denn nicht die Niedersachsen, sondern die Gäste traten in den ersten Minuten im Stile einer Heimmannschaft auf.

Die Fortuna verteidigte hoch, zeigte große Lauf- und Zweikampfbereitschaft und hatte ein hohes Passtempo. Und auch fußballerisch fand der Abstiegskandidat erstaunlich gute Lösungen. Beispielsweise vor dem Führungstreffer, als sich die Elf von Neucoach Uwe Rösler zunächst aus der Bedrängnis befreite, dann schnell umschaltete und sich mit wenigen Ballkontakten in den VfL-Strafraum kombinierte. Matthias Zimmermann schloss den schulbuchmäßigen Angriff mit einem Schuss ins kurze Eck erfolgreich ab (13.). Der 27-Jährige, der jüngst über sich sagte: "Ich spiele wie ein Giftzwerg", ist übrigens von Beruf Rechtsverteidiger. Dass er seinen Job in dieser frühen Phase der Partie so offensiv interpretierte, zeugte vom mutigen Auftritt des Außenseiters.

"Wölfe" harmlos - William verletzt sich

Die "Wölfe" schienen von der forschen Düsseldorfer Art ziemlich überrascht. Jedenfalls konnten sie erst ab Mitte des ersten Durchgangs ein paar eigene Akzente setzen. Mehr als einen überhasteten Abschluss von Renato Steffen (20.) und einen Schuss von Xaver Schlager in die Arme von Torwart Florian Kastenmeier (43.) brachten sie in der Vorwärtsbewegung vor der Halbzeit aber nicht zustande. Bitter zudem für den Werksclub: Rechtsverteidiger William de Asevedo Furtado - besser bekannt unter William - musste in der 27. Minute verletzt ausgewechselt werden.

Pongracic sieht nach Tätlichkeit Rote Karte

21.Spieltag, 08.02.2020 15:30 Uhr

VfL Wolfsburg

1

F. Düsseldorf

1

Tore:

  • 0:1 Mat. Zimmermann (13.)
  • 1:1 Steffen (50.)

VfL Wolfsburg: Casteels - William (27. Mbabu), Knoche, Pongracic, Roussillon - Guilavogui - Schlager, Arnold - Mehmedi - Ginczek (46. Weghorst), Steffen (74. Victor)
F. Düsseldorf: Kastenmeier - Ayhan (40. Zanka), A. Hoffmann, Suttner - Mat. Zimmermann, Stöger, Thommy (74. Pledl) - Morales, Va. Berisha - Tekpetey (61. Ampomah), Hennings
Zuschauer: 23445

Weitere Daten zum Spiel

Glasner reagierte auf die müde Vorstellung seiner Equipe und wechselte zum zweiten Abschnitt den wiedergenesenen Torjäger Weghorst für den wirkungslosen Daniel Ginczek ein. Doch nicht der baumlange Niederländer, sondern Pongracic sorgte für den ersten Aufreger in Hälfte zwei. Vor einem Wolfsburger Freistoß setzte der Verteidiger am Düsseldorfer Strafraum seinen Ellenbogen gegen Alfredo Morales ein, um sich Platz zu verschaffen. Schiedsrichter Tobias Stieler bekam daraufhin einen Hinweis aus dem Kölner Keller, sich die Szene doch auf dem Bildschirm noch einmal genauer anzuschauen. Tat der Unparteiische und entschied daraufhin, Pongracic vorzeitig in den Feierabend zu schicken: Rot! Die verbliebenen zehn VfL-Profis zeigten eine eindrucksvolle Reaktion auf die Dummheit ihres Mitspielers. Lediglich 180 Sekunden später traf Steffen nach gefühlvoller Flanke von Admir Mehmedi per Kopf zum 1:1.

Und auch nach dem Ausgleich war das Glasner-Team zunächst spielbestimmend und besaß durch Mehmedi die große Chance zur Führung. Der Schweizer brachte freistehend aber nicht genug Druck hinter den Ball, sodass Kastenmeier problemlos parieren konnte (61.). Die Fortuna fand offensiv trotz Überzahl lange praktisch nicht statt. Erst in der letzten Viertelstunde näherte sich der Gast wieder ein paar Mal halbwegs gefährlich dem Wolfsburger Kasten an. Zwingend war das alles aber nicht, sodass es am Ende beim leistungsgerechten Remis blieb.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.02.2020 | 22:50 Uhr