Stand: 24.09.2020 18:50 Uhr

Werders Fritz: "Nicht kritikfähig? Völliger Blödsinn!"

Clemens Fritz von Werder Bremen © imago images/Nordphoto Foto: Kokenge
Leiter Scouting und Profifußball bei Werder: Clemens Fritz.

Erstes Saisonspiel, erste Niederlage - und bei Werder Bremen brennt vor dem Auswärtsspiel bei Schalke 04 am Sonnabend (18.30 Uhr/im NDR Livecenter) offenbar schon wieder der Baum. Doch Clemens Fritz ist im NDR 2 Bundesligashow-Podcast der harschen Kritik nach der 1:4-Pleite gegen Hertha BSC entgegengetreten. "Es ist mir zu einfach zu sagen, wir bei Werder seien nicht kritikfähig. Das ist völliger Blödsinn", betonte der neue Leiter Scouting und Profifußball. "Es ist doch klar, dass wir uns hinterfragen und Dinge, die nicht so gut laufen auch ansprechen."

Heftige Kritik von Tim Wiese

Fritz' ehemaliger Mitspieler Tim Wiese, Ex-Kapitän und Nationaltorhüter, hatte zuvor in der "Sport Bild" gesagt: "Die Stimmung ist gleich wieder am Boden. Doch bei Werder haben sich alle lieb, es läuft alles so weiter wie bisher." Zudem kritisierte der 38-Jährige die Planung der Vorbereitung. Durch die sieben Siege in sieben Testspielen gegen deutlich schwächer eingeschätzte Gegner habe man "sich blenden lassen. Da hieß es: Läuft doch alles super."

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Verständnis für Unmut der eigenen Fans

Für den Unmut der Fans, die das Team gegen Berlin ausgepfiffen hatten, äußerte Fritz Verständnis: "Wir haben unsere Fans in der vergangenen Saison wirklich extrem lange gequält. Deshalb war natürlich auch die Hoffnung extrem groß. So ein Spiel mit dem Ergebnis zu sehen, war dann für alle ernüchternd." Allerdings sehe er Werder auch nicht auf einer Stufe mit Hertha BSC. Die Berliner haben dank ihres Großinvestors (Gesamtvolumen mehr als 370 Millionen Euro) ganz andere finanzielle Möglichkeiten.

Werders Clemens Fritz wird bei seiner Verabschiedung zum Ehrenspielführer ernannt © Witters

AUDIO: NDR 2 Bundesligashow-Podcast: Fritz zum Werder-Saisonstart (39 Min)

Kohfeldt führte Einzelgespräche

"Wir wissen, dass wir schlecht waren. Ich hoffe und gehe davon aus, dass die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen wird", räumte Werder-Trainer Florian Kohfeldt ein: "Ich erwarte eine Reaktion." Dafür hat er in dieser Woche Einzelgespräche geführt und die Niederlage zum Liga-Start analysiert. "Die Konsequenzen werden wir am Samstag sehen", sagte Kohfeldt. Der Fußballlehrer will wieder richtigen Fußball von seiner Mannschaft sehen. "Langweilig" sei die Partie gegen die Berliner gewesen, befand der Coach. Ob der in der Begegnung ausgewechselte und von den Fans verhöhnte Yuya Osako auflaufen wird, ließ Kohfeldt offen. "Er hat vom ersten Tag an hier kein wirkliches Standing gehabt. Ich bin aber der Grundüberzeugung, dass er ein sehr, sehr kreativer Spieler ist, den ich weiterhin schützen werde", unterstrich der Trainer.

"Nicht mehr von vergangener Saison leiten lassen"

Auch Fritz ist als langjährigem Fußball-Profi klar, dass es die Spieler gegen Schalke besser machen müssen. Zumal die Gelsenkirchener zum Auftakt ebenfalls vorgeführt wurden. Mit 0:8 verlor der Ruhrpott-Club bei Meister Bayern München. "Die Mannschaft muss an sich glauben. Wir wollen mutig und mit Leidenschaft spielen." Nicht in Schönheit sterben, vielmehr komme es auf den Erfolg an. "Das kann auch mal ein bisschen dreckiger sein." Die Spieler sollen ihren Rhythmus finden und so möglichst schnell in einen "kleinen Flow kommen. Wir dürfen uns nicht mehr von der vergangenen Saison leiten lassen. Wir müssen positiv nach vorne schauen."

Mögliche Aufstellungen

Schalke 04: Fährmann - Rudy, Kabak, Nastasic, Oczipka - Stambouli, Bentaleb - Harit, Uth, Raman - Paciencia
Wagner Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Friedl, Veljkovic, Augustinsson - Maximilian Eggestein - Klaassen, Chong - Bittencourt - Selke, Füllkrug

 

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 26.09.2020 | 18:30 Uhr

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