Stand: 14.09.2019 17:31 Uhr

Werder Bremen feiert den zweiten Saisonsieg

von Johannes Freytag, NDR.de
Jubel bei den Bremer Profis über den Sieg bei Union Berlin.

Werder Bremen hat nachgelegt und dem 3:2 gegen Augsburg den zweiten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga folgen lassen. Trotz erheblicher Personalprobleme (zehn verletzte Spieler) gewannen die Hanseaten am Sonnabend bei Union Berlin mit 2:1 (1:1). Davy Klaassen per Foulelfmeter und Niclas Füllkrug trafen für die Bremer in einer von zahlreichen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen geprägten Partie. Obendrein gab es in den Schlussminuten noch zwei Platzverweise - für den Berliner Neven Subotic und den Bremer Nuri Sahin. "Am Ende wollten wir es ein bisschen mehr", erklärte Siegtorschütze Füllkrug im NDR 2 Interview, "aber wir haben das Spiel auch ganz gut kontrolliert."

Der Sieg kam zur rechten Zeit, denn die nächsten Aufgaben haben es in sich. Kommenden Sonnabend gastiert RB Leipzig im Weser-Stadion, anschließend müssen die Norddeutschen bei Borussia Dortmund antreten.

Zwei Videobeweise - zwei Elfmetertore

Keine zwei Minuten waren im Stadion an der Alten Försterei gespielt, als es den ersten Aufreger gab: Werders Neuzugang Leonardo Bittencourt flankte vom linken Flügel in den Strafraum, wo Berlins Verteidiger Christopher Lenz mit einer missglückten Brust-Rückgabe den Ball erst richtig gefährlich machte. Klaassen spritzte dazwischen und wurde dabei von Unions Keeper Rafal Gikiewicz und Lenz elfmeterwürdig gelegt - so sah es zumindest Schiedsrichter Tobias Welz nach Studium der Videobilder. Klaassen verwandelte zum 1:0 für die Gäste (5.).

4.Spieltag, 14.09.2019 15:30 Uhr

Union Berlin

1

Werder Bremen

2

Tore:

  • 0:1 Klaassen (5., Foulelfmeter)
  • 1:1 Andersson (14., Handelfmeter)
  • 1:2 Füllkrug (55.)

Union Berlin: Gikiewicz - Trimmel, M. Friedrich, Subotic, C. Lenz - Gentner (84. Abdullahi), Andrich - Becker (73. Gogia), Bülter - Andersson, Ujah (67. Polter)
Werder Bremen: Pavlenka - Lang, Gebre Selassie, Groß, Friedl - N. Sahin, Klaassen - J. Eggestein (84. Pizarro), Osako (68. Sargent), Bittencourt (90. Goller) - Füllkrug
Zuschauer: 22012 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Acht Minuten später gab es den nächsten Videobeweis - für nahezu alle Beteiligten aus heiterem Himmel. Welz lief urplötzlich erneut an den Spielfeldrand und sah sich eine Strafraumszene an, die sich eine Minute zuvor ereignet hatte. Die Bilder waren eindeutiger als zuvor beim Duell Gikiewicz/Klaassen. Werder-Verteidiger Christian Groß bekam den Ball über Schulterhöhe an den Arm - Sebastian Andersson traf vom Punkt zum 1:1 (14.). Kurz darauf "drohte" der dritte Videobeweis der Partie, Berlins Neven Subotic hatte wohl den Ball an die Hand bekommen, Schiedsrichter Welz entschied sich aber gegen einen Elfmeter und verzichtete auf eine weitere Überprüfung (24.).

Spielerisch bot die auch durch die vielen Unterbrechungen zerfahrene Partie allerdings nicht viel. Werder ließ den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren, Torgefahr sprang dabei nicht heraus. Bei den wenigen Offensivaktionen zählte Bittencourt zu den auffälligsten Bremer Akteuren, sein Schuss ging knapp über das Gehäuse von Gikiewicz (43.). Unmittelbar davor hatte auf der Gegenseite der Ex-Bremer Anthony Ujah aus spitzem Winkel eine gute Gelegenheit für Union vergeben (42.).

Klaassen verschießt, Füllkrug trifft

Bild vergrößern
Ein oft gesehenes Bild in Berlin: Schiedsrichter Tobias Welz an der Seitenlinie.

Werder kam mit deutlich mehr Schwung aus der Halbzeitpause und hatte durch Füllkrug eine erste gute Torchance - der Angreifer drosch jedoch freistehend weit drüber (51.). Kurz danach hätte Klaassen mit dem dritten Elfmeter der Partie (Theodor Gebre Selassie wurde am Trikot gehalten) sein zweites Tor erzielen können, Gikiewicz wehrte den halbhohen Schuss jedoch zur Ecke ab (53.). Die trat Sahin in den Strafraum, wo Füllkrug heranrauschte und per Kopf doch die Gästeführung erzielte (55.).

Werder agierte nun cleverer als die Hausherren, die sich immer wieder durch unnötige Ballverluste in Bedrängnis brachten. Michael Lang mit einer Volleyabnahme (60.), Sahin per Freistoß (64.) und Johannes Eggestein, der an Gikiewicz scheiterte (73.), hätten die Vorentscheidung herbeiführen können. So blieb Union im Spiel. Jiri Pavlenka klärte in höchster Not vor Marius Bülter (81.). Auch Sebastian Polter scheiterte am Werder-Keeper (86.).

Zweimal Gelb-Rot in den Schlussminuten

Kurz vor Schluss stand dann wieder Schiedsrichter Welz im Mittelpunkt. Erst zeigte er Subotic zu Recht Gelb-Rot - der Berliner Verteidiger hatte Bittencourt rüde in die Seitenbande geschubst (88.). Für seine wilden Proteste sah Werder-Coach Florian Kohfeldt Gelb. Dann kassierte Sahin ebenfalls Gelb-Rot, weil er im Mittelfeld einen Freistoß ausführte, obwohl der Ball nicht freigegeben war - eine harte Entscheidung. (90.+1). Kurz nachdem Pavlenka einen Schuss von Suleiman Abdullahi pariert hatte (90.+4), war der Bremer Sieg unter Dach und Fach.

 

Weitere Informationen

Ergebnisse und Tabelle Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 14.09.2019 | 15:00 Uhr

Mehr Sport

00:44
NDR 1 Welle Nord