Stand: 22.02.2019 23:12 Uhr

Wieder ein Remis: Das ist zu wenig, Werder

von Matthias Heidrich, NDR.de
Früher Werder-Schock: Steven Zuber bringt Stuttgart 1:0 in Führung.

Werder Bremen ist seit Freitagabend sechs Bundesligapartien in Folge ungeschlagen. Das Problem der Grün-Weißen, die in der nächsten Saison im Europapokal spielen wollen: Vier Mal ging es unentschieden aus. So auch im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Das 1:1 (1:1) gegen die abstiegsbedrohten Schwaben machte einmal mehr deutlich: Den Bremern fehlt in dieser Saison die Selbstverständlichkeit, um aus der unbestrittenen Qualität im Kader "europäisches Kapital" zu schlagen.

"Wir sind natürlich brutal schlecht ins Spiel gekommen, das war Gift für uns. In der zweiten Halbzeit müssen wir das 2:1 machen. Der Gegner hat heute sehr clever und tief verteidigt", sagte Trainer Florian Kohfeldt im NDR Interview und gab zu: "Mit Unentschieden kommst du nicht weiter." Der Werder-Coach ist am Sonntag zu Gast im Sportclub.

Schockmoment nach 61 Sekunden

23.Spieltag, 22.02.2019 20:30 Uhr

Werder Bremen

1

VfB Stuttgart

1

Tore:

  • 0:1 Zuber (2.)
  • 1:1 Klaassen (45.)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson - N. Sahin (72. J. Eggestein) - M. Eggestein, Klaassen (84. Möhwald) - Sargent (61. Pizarro), Rashica - M. Kruse
VfB Stuttgart: Zieler - Kabak, Pavard, M. O. Kempf (46. Gentner) - Beck, Ascacibar, Castro, Insua - Esswein, Zuber (82. Badstuber) - Mar. Gomez (58. Donis)
Zuschauer: 41000

Weitere Daten zum Spiel

61 Sekunden waren im Bremer Weserstadion gespielt, da lag der Ball im Netz. Zum Unmut des Werder-Anhangs allerdings nicht im Tor der Stuttgarter. Die Schwaben nutzten die unaufmerksame und unsortierte Abwehr der Gastgeber aus. Steven Zuber war auf einmal frei durch und ließ Keeper Jiri Pavlenka keine Chance - 1:0 für den VfB. Die Bremer waren durchaus geschockt, standen in der Folge etwas neben sich. Mario Gomez hätte nach neun Minuten schon auf 2:0 erhöhen können, doch dieses Mal rettete Pavlenka. Werder fand erst nach einer Viertelstunde ins Spiel, richtig überzeugen konnte die Kohfeldt-Elf jedoch nicht. Was auch an der guten Defensivleistung der Stuttgarter lag. Der VfB stand extrem tief, nahm Max Kruse konsequent aus dem Spiel und stellte die Hanseaten so vor große Probleme.

Sargent blass, Klaassen klasse

Offensiv sorgte bei Bremen lediglich Milot Rashica für Gefahr. Der Kosovo-Albaner kam zu zwei guten Möglichkeiten (15., 30.) und brachte das nötige Tempo mit, um die VfB-Abwehr ab und zu in Verlegenheit zu bringen. Sturmpartner Joshua Sargent blieb bei seinem Startelf-Debüt hingegen weit hinter seinen viel besprochenen Möglichkeiten. Kurz vor der Pause verpennten die Bremer einmal mehr die Rückwärtsbewegung und Pavlenka musste gegen Gomez klären (44.). Dass die Bremer trotzdem mit einem Remis in die Kabine gingen, hatten sie der Schusstechnik von Davy Klaassen zu verdanken. Nach einer geschmeidigen Drehung jagte der Niederländer das Leder aus 20 Metern in die Maschen zum schmeichelhaften 1:1 für die Hausherren (45.).

Pizarro kommt, Zieler hält

Die zweiten 45 Minuten begannen gefühlt erst in der 61. Minute: Dann nahm Kohfeldt Sargent raus und brachte Claudio Pizarro. Die Fans feierten die Werder-Legende, die zuletzt gegen Hertha das späte 1:1 markiert hatte, gebührend und es herrschte sofort ein wenig Aufbruchstimmung im Weserstadion. Nuri Sahin, der für den angeschlagenen Philipp Bargfrede in die Startelf gerückt war und kein gutes Spiel machte, hatte nach 71 Minuten den Führungstreffer für Werder auf dem Fuß. Doch VfB-Torwart Ron-Robert Zieler fischte den Versuch gegen die Laufrichtung mit einem tollen Reflex weg. Der Ex-Nationalkeeper packte kurz darauf eine noch bessere Parade aus und kratzte einen Kopfball von Theodor Gebre Selassie von der Linie (79.). Das waren sie, die klaren Chancen zum möglichen Sieg. Werder ließ sie, auch wegen Zieler, ungenutzt - wieder einmal.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.02.2019 | 22:40 Uhr

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