Stand: 18.12.2019 13:53 Uhr

Werder Bremen will mit Kohfeldt durch die Krise

von Matthias Heidrich, NDR.de
Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt und seine Spieler klatschen mit den Fans ab. © imago images/Nordphoto
Bemerkenswert: Die Werder-Fans klatschten nach dem 0:5 gegen Mainz mit Trainer und Team ab.

Die drängendste Frage räumte Frank Baumann schnell ab. "Wir haben einen sehr, sehr guten Trainer und werden gemeinsam mit ihm aus dieser Situation herauskommen. Er steht nicht zur Diskussion", sagte Werder Bremens Sport-Geschäftsführer nach dem 0:5-Debakel im Heimspiel gegen Mainz 05. Ausnahmsweise stellte sich auch Aufsichtsratschef Marco Bode in die Stadionkatakomben und hinter Florian Kohfeldt: "Florian ist der richtige Trainer für uns - und das bleibt auch nach solchen Spielen so."

Keine Zwischentöne in Bremen

Es geht schon als eine Bremer Besonderheit durch, dass sich die Vereins-Offiziellen nach lediglich einem Sieg aus den vergangenen zwölf Spielen und den jüngsten beiden Klatschen in München und nun auch noch im eigenen Stadion gegen Mainz ohne Zwischentöne dem angeschlagenen Übungsleiter den Rücken stärken.

Bemerkenswerte Reaktion der Fans

Gemessen an dem sonst so schonungslosen Fußballgeschäft war auch die Reaktion der Werder-Fans in der Ostkurve bemerkenswert. "Wir sind in die Kurve, um uns zu entschuldigen. Dass wir dann noch aufmunternde Sprüche bekommen, haben wir nicht verdient. Die Fans sind unglaublich", berichtete Kapitän Niklas Moisander. Kohfeldt voran klatschte das Team mit den Anhängern ab. Wohlgemerkt nach einem historischen Heim-Debakel, in dem die Hanseaten nach 45 Minuten bereits mit 0:4 aussichtslos zurückgelegen und eine unerklärlich schwache Leistung gezeigt hatten.

Pizarro: "Haben Florian im Stich gelassen"

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Routinier Claudio Pizarro, gegen Mainz eingewechselt, aber ohne Effekt, brachte es einen Tag später auf den Punkt. "Wir haben Florian gestern im Stich gelassen. Das geht auf unsere Kappe und jetzt ist es unsere Pflicht, das besser zu machen", sagte der 41-Jährige.

Kohfeldt: "Es ist eine unfassbare Wut in mir"

Verein, Mannschaft und Fans stützen den Trainer und der zeigte sich kämpferisch. "Ich werde garantiert nicht weglaufen. Es ist eine unfassbare Wut in mir", sagte Kohfeldt, der seinen Vertrag bei den Grün-Weißen im vergangenen Sommer bis 2023 verlängert hat. Zudem kündigte der Coach "Konsequenzen" an.

Personell hat er allerdings kaum Spielraum - angesichts der Verletztenliste. Zum letzten Spiel des Jahres am Sonnabend in Köln (15.30 Uhr, im NDR Livecenter) könnte vielleicht Philipp Bargfrede zurückkehren. Dafür fehlt aber Leonardo Bittencourt gelbgesperrt. Der 37-Jährige befindet sich ohne Zweifel in der schwierigsten Phase seiner noch jungen Trainerkarriere.

Kellerduell in Köln kein Endspiel

Dass er diese in Bremen erlebt, wo die Mechanismen des Fußballgeschäfts zurzeit nicht greifen, ist sein Glück. Normalerweise würde eine Partie wie die beim Abstiegskandidaten Köln mit einer derartigen Negativserie als Vorlauf zum Endspiel ausgerufen werden. Doch an der Weser konnte Kohfeldt nach dem Mainz-Desaster berichten, dass Baumann ihm gesagt habe, "dass ein Trainerwechsel überhaupt kein Thema ist - auch auf Strecke".

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Sportclub | 22.12.2019 | 23:05 Uhr

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