Stand: 07.03.2020 17:53 Uhr

Werder Bremen verspielt bei Hertha BSC 2:0-Führung

von Florian Neuhauss, NDR.de
Bremens Trainer Florian Kohfeldt © imago images / Nordphoto
Werder-Trainer Florian Kohfeldt sah in Berlin Licht und Schatten bei seiner Mannschaft.

Werder Bremen hat seine Niederlagen-Serie in der Bundesliga beendet. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt kam am Sonnabend bei Hertha BSC nach zuvor fünf Pleiten hintereinander zu einem 2:2 (2:1). Immerhin mal wieder ein Punkt im Kampf gegen den Abstieg und dem "Wettlauf mit der Zeit" (O-Ton Kohfeldt) - und gleichzeitig verspielten die Norddeutschen zwei Zähler. Nach Toren von Josh Sargent und Davy Klaassen, der später seine fünfte Gelbe Karte sah, hatten die Hanseaten im Duell mit dem Team von Kohfeldt-Vorgänger Alexander Nouri schon mit 2:0 geführt. In diese Kerbe schlug auch Kapitän Niklas Moisander: "Ein Punkt ist zu wenig in unserer Situation. Das tut heute weh. Wir haben dieses Jahr noch nicht einmal über 90 Minuten gut gespielt."

"Selke-Klausel" hilft Werder

Durch die Verletzungen von Torhüter Jiri Pavlenka und Verteidiger Ömer Toprak musste Kohfeldt umstellen. Die entscheidende Änderung hatte der Coach aber der Hertha zu "verdanken".

25.Spieltag, 07.03.2020 15:30 Uhr

Hertha BSC

2

Werder Bremen

2

Tore:

  • 0:1 Sargent (3.)
  • 0:2 Klaassen (6.)
  • 1:2 N. Stark (41.)
  • 2:2 Matheus Cunha (60.)

Hertha BSC: T. Kraft - Klünter, N. Stark, Torunarigha, Plattenhardt - Ascacibar - M. Wolf (89. Leckie), Darida, Mittelstädt - Piatek (78. Ibisevic), Matheus Cunha
Werder Bremen: Kapino - Veljkovic, Vogt, Moisander - Gebre Selassie, Klaassen, M. Eggestein, Augustinsson - Bittencourt (65. Friedl), Rashica (82. Osako) - Sargent (87. Pizarro)
Zuschauer: 58028

Weitere Daten zum Spiel

Aufgrund einer Vertragsklausel durfte die Berliner Leihgabe Davie Selke nicht mitmischen. Nur deshalb spielte Sargent von Beginn an - und der junge US-Amerikaner war sofort hellwach. Der Stürmer bekam in der dritten Minute in der Berliner Hälfte den Ball, machte noch ein paar Schritte, zog dann einfach mal ab und traf zum 1:0 (3.). Thomas Kraft, Herthas neue Nummer eins, war machtlos. Ganz anders kurz darauf, als eine Flanke von Milot Rashica in den Strafraum der Gastgeber segelte. Kraft kam aus seinem Tor, um den Ball zu fangen. Doch bevor dieser bei ihm ankam, war Klaassen schon zur Stelle und köpfte zum 2:0 für Werder ein (6.).

Krise? Angriff war Trumpf für die Schießbude der Liga! Doch die Bremer machten es diesmal auch defensiv gut. Die Dreierkette, in die Milos Veljkovic zurückgekehrt war, agierte konzentriert. Und Pavlenka-Vertreter Stefanos Kapino zeigte in seinem erst zweiten Bundesliga-Einsatz für die Grün-Weißen keine Nerven. Der Grieche packte nach einem Freistoß (10.) und einem Schuss von Matheus Cunha (21.) sicher zu. Den zweiten Schuss des Brasilianers entschärfte Werders Fänger mit einer schönen Flugeinlage (35.).

Quittung für Bremer Passivität

Werder ließ sich in dieser Phase aber immer weiter hinten reindrängen.

Entlastungsangriffe gab es nur wenige und diese wurden nicht richtig zu Ende gespielt. Dafür gab es kurz vor der Pause die Quittung: Eine Freistoßflanke köpfte Hertha-Kapitän Niklas Stark zum Anschluss in die Maschen (41.). Die Bremer taumelten, brachten die Führung aber noch in die Kabine.

Die Hanseaten kamen mit neuem Elan zurück aufs Feld, ohne allerdings Zählbares herauszuspielen. Diesmal konnten sich die Hausherren schneller befreien - und kamen nach einer Stunde zum nicht unverdienten Ausgleich. Den Schuss von Alexander Mittelstädt ließ Kapino unglücklich in die Mitte prallen und hatte dann Pech, dass der Nachschuss von Matheus Cunha abgefälscht wurde.

Videobeweis rettet Werder den Punkt

Fünf Minuten später hatte Werder nach langer Zeit mal wieder eine Chance: Veljkovic köpfte drüber. Kohfeldt stellte dann auf Viererkette um, Kevin Vogt rückte ins Mittelfeld. So bekam Werder mehr Ruhe ins Spiel. Sargent hätte zu Beginn der Schlussphase auf 3:2 stellen können, der 20-Jährige konnte den Kopfball aber nicht drücken (74.). Schiedsrichter Guido Winkmann sorgte dann für einen Schreckmoment bei den Gästen, als er auf Handelfmeter entschied (79.). Nach einem Hinweis aus Köln und Ansicht der Videobilder nahm er die Entscheidung gegen Moisander aber zurück - und rettete Werder so zumindest einen Punkt.

Weitere Informationen
Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt © Fotostand / Ellerbrake Foto: Fotostand / Ellerbrake

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 08.03.2020 | 22:50 Uhr

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