Stand: 15.11.2018 14:48 Uhr

96: Früh übt sich, wer ein "Kaiser" werden will

Trainingsduell bei Hannover 96: Luca Beckenbauer (l.) mit Matthias Ostrzolek.

Acht Profis von Fußball-Bundesligist Hannover 96 sind derzeit mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Damit in der Länderspielpause dennoch ein sinnvolles Training möglich ist, machte Coach André Breitenreiter kurzerhand aus der Not eine Jugend: Gleich neun Nachwuchsspieler beorderte er auf das Trainingsgelände der Profis. Neben Tim Walbrecht, Emre Aytun, Abdullah Dzafo, Simon Stehle, Justin Neiß, Julian Klar, Benjamin Hadzic und Niklas Tarnat stach alleine vom Namen her Luca Beckenbauer heraus. Er trägt bei Hannovers U19 zudem die Rückennummer fünf, dirigiert die Abwehr und ist Kapitän - Parallelen zu seinem berühmten Großvater "Kaiser" Franz Beckenbauer sind nicht von der Hand zu weisen.

Breitenreiter: "Der Name spielt keine Rolle"

"Wir gucken ihn uns genauso an wie die anderen. Für uns spielt der Name keine Rolle", sagte Breitenreiter. Dass der 18-Jährige den wohl bekanntesten Nachnamen im deutschen Fußball trägt, soll weder Vor- noch Nachteil sein. "Wir tun gut daran, den Opa da rauszulassen. Für uns ist das kein Thema", so der 96-Coach: "Ich glaube, er möchte auch als Luca wahrgenommen werden und nicht als der Enkel vom Franz. Damit wäre keinem geholfen."

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Mit dem Fußball begann Luca Beckenauer, dessen Vater Stephan 2015 an den Folgen eines Hirntumors starb, standesgemäß beim FC Bayern, die vergangenen zwei Jahre spielte er bei der U19 von Schalke 04 - verletzungsbedingt saß er allerdings oft auf der Tribüne. Seit seinem Wechsel an die Leine im vergangenen Sommer läuft es nun wieder deutlich besser, Beckenbauer kam für Hannover 96 II sogar schon zu einem Einsatz in der Regionalliga Nord, spielte beim 0:3 gegen den Hamburger SV II 90 Minuten durch. "Das ist unsere Philosophie, junge Spieler heranzuführen", sagte Breitenreiter. In der Tat: Waldemar Anton ist mit seinen 22 Jahren jüngster Kapitän einer Bundesliga-Mannschaft. Florent Muslija (20) hat in vier Ligapartien schon zwei Treffer erzielt und wird als neuer "Zauberfuß" gefeiert. Der 19 Jahre alte Linton Maina glänzte jüngst als Torschütze beim 2:1 gegen den VfL Wolfsburg. In derselben Partie gab der 22-jährige Noah Joel Sarenren Bazee sein Comeback nach langer Verletzungspause.

Beckenbauer braucht noch Geduld

Doch während Franz Beckenbauer im Alter von 18 Jahren in der ersten Mannschaft des FC Bayern debütierte (1964 in der Bundesliga-Aufstiegsrunde beim FC St. Pauli), muss sich Luca Beckenbauer auf seinem Weg zum ersten Profi-Einsatz wohl noch ein bisschen gedulden. "Für die Jungs ist es die Chance, sich mal zu zeigen", sagte Breitenreiter über die neun Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Und erst einmal musste die Nervosität besiegt werden: "Die waren schon ein bisschen aufgeregt. Es ist immer etwas Besonderes, bei den Profis zu sein."

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NDR 2 Sport | 15.11.2018 | 22:40 Uhr

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