Stand: 11.01.2018 13:07 Uhr

HSV: Verkannter Gregoritsch beim FCA verehrt

von Florian Neuhauss, NDR.de
Starke Bilanz beim FC Augsburg: Michael Gregoritsch verbuchte in 16 Einsätzen 13 Scorerpunkte.

Die Fans des Hamburger SV haben sich schon vor langer Zeit in Galgenhumor geflüchtet: Aus jungen aufstrebenden Talenten werden an der Elbe nicht mehr als Mitläufer, und Mitläufer beim HSV drehen groß auf, wenn sie den Club verlassen haben. Kerem Demirbay, der in Hoffenheim in Windeseile zum Nationalspieler wurde, zählen sie zur zweiten Kategorie - und nun auch noch Michael Gregoritsch. In 16 Bundesliga-Einsätzen, die der Österreicher seit dem Wechsel im Sommer für den FC Augsburg absolviert hat, gelangen ihm acht Tore und fünf Vorlagen. Wenn der 23-Jährige am Sonnabend (15.30 Uhr/im Livecenter) mit dem FCA den HSV empfängt, dürften sich alle Augen auf Gregoritsch richten.

Trifft fast nach Belieben

Beim ersten Duell war Gregoritsch noch unauffällig und wurde in der 67. Minute ausgewechselt. Seit seinem ersten Tor am fünften Spieltag gegen Leipzig trifft der 1,93-Meter-Mann, der seinen Schuss als seine größte Stärke beschreibt, allerdings fast nach Belieben.

"Mein bisher bestes Halbjahr in der Bundesliga"

"Es war mein bisher bestes Halbjahr in der Bundesliga", sagte der Offensivmann jüngst dem "kicker". Warum Gregoritsch nicht schon beim HSV dermaßen aufgedreht hat? Im Interview mit "bundesliga.com" erklärte er: "Ich merke, die Mannschaft steht auf mich und hilft mir." Außerdem stellte Gregoritsch fest: "Manuel Baum ist der erste Trainer in der Bundesliga, der mir richtig Vertrauen gibt. Er gibt mir den klaren Plan, wo ich mich verbessern kann. Er hat mich in der kurzen Zeit enorm verbessert."

5,5 Millionen Euro überwiesen die Augsburger im Sommer nach Hamburg - und stachen damit unter anderem den SC Freiburg aus. FCA-Manager Stefan Reuter und Baum waren - anders als ihre Kollegen an der Elbe - von den Qualitäten des mittlerweile fünfmaligen A-Nationalspielers überzeugt.

Neuer Trainer, feste (neue) Position

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Bereits acht Tore hat Gregoritsch in dieser Saison erzielt.

Als entscheidender Kniff erwies sich eine neue Position für den nur auf den ersten Blick sehr schlaksig daherkommenden Fußballer. "Er ist gut bei zweiten Bällen, kann aus der zweiten Reihe schießen, kann in die Tiefe laufen und seine Kreativität walten lassen", sagte Baum, der Gregoritsch ins zentrale Mittelfeld beordert hat. In Hamburg hatte der Offensivmann keine feste Position, spielte auch auf der Außenbahn oder im Sturmzentrum - und konnte seine Stärken dort offenbar nicht richtig einbringen. Was auch daran liegen könnte, dass er in der vergangenen Saison nur zweimal über die kompletten 90 Minuten spielen durfte.

Gregoritsch will "ein guter Typ" sein

Nun hat sich Gregoritsch vorgenommen, seine Leistungen aus der Hinrunde zu bestätigen. "Wenn man so weit vorne steht bei den Torschützen und den Scorern, dann will man nicht mehr weg", erklärte der bisher torgefährlichste Mittelfeldmann der Saison, um eilig hinterherzuschieben, dass er genauso glücklich wäre, viele Tore einzuleiten, "wenn wir die Spiele gewinnen". Er hoffe nämlich darauf, "dass die Leute später über mich sagen: 'Der Gregoritsch war ein guter Typ.'" Eben auch wegen seiner menschlichen Qualitäten.

Ob er jedoch deshalb auf seine ehemaligen Mitspieler aus Hamburg Rücksicht nimmt? Wohl kaum: "Ich wäre überglücklich, wenn wir am Samstag gewinnen würden, auch wenn mein guter Kumpel Christian Mathenia im HSV-Tor steht."

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