Stand: 18.02.2018 18:18 Uhr

Bernd Hoffmann ist neuer HSV-Präsident

Bernd Hoffmann hat den Kampf um das Präsidenten-Amt beim Hamburger SV e.V. gewonnen und und kehrt in die Clubspitze der Norddeutschen zurück. Der 55-Jährige und sein Team, zu dem noch Thomas Schulz (Vize) und Moritz Schaefer (Schatzmeister) gehören, erhielten bei der Wahl auf der Mitgliederversammlung am Sonntag 585 Stimmen. Hoffmann setzte sich damit knapp vor dem bisherigen Amtsinhaber Jens Meier durch. Dessen Team kam auf 560 Stimmen. Rund 78.000 Mitglieder aus mehr als 30 Abteilungen waren zur Wahl des obersten Gremiums aufgerufen, 1.159 gaben ihre Stimme ab. Es gab 14 Enthaltungen. Mit Beifall, aber auch Pfiffen und "Hoffmann raus!"-Rufen wurde das Wahlergebnis quittiert.

Bernd Hoffmann im Sportclub

Hoffmann: "Ich stehe für ein Miteinander"

Sportclub -

Der neue HSV-Präsident Bernd Hoffmann im NDR Sportclub über Emotionen, Wünsche und seine künftige Rolle im Aufsichtsrat der Fußball-AG.

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Meier-Nachfolger auch im AG-Aufsichtsrat

Hoffmann, der von 2003 bis 2011 Vorstandsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten war, dürfte für eine Neuausrichtung beim Bundesliga-Gründungsmitglied sorgen. Weg vom Fokus auf den Breitensport, hin zu mehr Unterstützung der Profi-Fußballer. Er erhält durch seine Wahl zum Club-Oberhaupt qua Vereinssatzung auch einen Sitz im Aufsichtsrat der Fußballer und hat damit direkten Einfluss auf die Fußball-AG, an der der HSV e.V. mit 76,19 Prozent größter Anteilseigner ist.

Kommentar

Hoffmann muss jetzt liefern

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"Ein Weiter so kann es nicht geben. Wir brauchen dringend eine Trendumkehr. Wir haben ein anderes Verständnis von Präsidiumsarbeit. Die Herzkammer des e.V. schlägt in der Fußball-AG", sagte der 55-Jährige. Er könne nicht erkennen, dass die Kontinuität der vergangenen Jahre den Verein "irgendwie nach vorne oder nach oben" gebracht habe. "Der Erfolg eines Bundesligisten hängt von sieben bis acht Personalien ab", betonte der Diplom-Kaufmann: "Wir werden alles in der AG auf den Prüfstand stellen." Er unterstrich, den Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen zu wollen.

Schwarze Zahlen beim e.V. - Schuldenberg bei der AG

Meier hatte zuvor sich selbst und sein Präsidium vor allem für die Arbeit im e.V. mit seinen 30 Sportarten gelobt. Seit vier Jahren schreibt der Universalsportverein schwarze Zahlen, zuletzt wies er einen Gewinn von rund 166.000 Euro aus. Dagegen hat die Fußball-AG in der Saison 2016/2017 Verbindlichkeiten von mehr als 105 Millionen Euro bei einem Verlust von 13,4 Millionen Euro verkündet. Meier warf Hoffmann vor, dass dieser in seiner Zeit als Vereinschef von 2003 bis 2011 nicht besser gewirtschaftet und in seiner letzten Bilanz "auch 100 Millionen Euro Schulden" geschrieben habe.

Es brodelt beim HSV

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Sportclub

Polemik, Buhrufe und markige Worte

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Sportclub

Markige Worte vom neuen HSV-Präsidenten Bernd Hoffmann und eine zuweilen denkwürdige Streitkultur: Bei der Mitgliederversammlung des Hamburger SV kochten die Emotionen hoch. Video (01:31 min)

Dass es beim taumelnden HSV brodelt, wurde auch auf der Mitgliederversammlung offenbar. In der Hamburger Kuppel ging es in hitzigen Diskussionen stundenlang hoch her. Der Saal teilte sich deutlich hör- und nicht übersehbar in zwei Lager: Meier-Sympathisanten auf der einen, Hoffmann-Fans auf der anderen Seite. Immerhin ging es um eine Grundsatzfrage: Neuausrichtung unter Lautsprecher Hoffmann oder Kontinuität unter Leisetreter Meier. Es wurde Hoffmann, in dessen Amtszeit die letzten Auftritte in der Champions League und in der Europa League fallen: "Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig mit Vereinen wie Schalke und Mönchengladbach. Das kann nicht der Anspruch in Hamburg sein", betonte er: "Ich freue mich, dass unser Team gewonnen hat. Uns steht eine große Aufgabe bevor, auch diejenigen zu überzeugen, die gegen uns waren."

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 18.02.2018 | 22:50 Uhr