Stand: 18.03.2019 06:00 Uhr

Zehn Jahre Glühbirnen-Verbot: Was hat's gebracht?

von Alex Drost, NDR Info Wirtschaftsredaktion

Heute vor zehn Jahren hat die EU-Kommission eine Verordnung erlassen, die das Ende der Glühbirne einläuten sollte - die Behörde wollte die größten Stromfresser aus den Regalen verbannen. Doch heute wissen wir: Totgesagte leben länger, denn der Wolframfaden erhellt noch immer die Wohnzimmer vieler Menschen in Deutschland.

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Der Hamburger Leuchtenhändler Stefan Schrader hält nichts vom Glühlampenverbot. Sein Tipp zum Energiesparen: Licht aus!

Glühlampen stehen offensichtlich noch immer hoch im Kurs. Das sind zumindest die Erfahrungen von Stefan Schrader, der ein Fachgeschäft in Hamburg betreibt. Seine Kunden würden Energiesparlampen und LEDs eher meiden und stattdessen zu Glüh- und Halogenlampen greifen. Trotz Verbot sei es kein Problem, die Produkte noch zu bekommen, sagt er: "Das Gesetz besagt, dass Restbestände abverkauft werden dürfen. Aber es wird immer wieder Ware in die EU reingeschoben, überwiegend online über Amazon oder Ebay. Dabei handelt es sich vor allem um Osram- und Philips-Plagiate, die millionenfach verkauft wurden."

Etwa 90 Prozent der Energiesparlampen landen im Hausmüll

Allerdings wandeln Glühlampen nur fünf Prozent der Energie in Licht um - der Rest verpufft als Wärme. Der Vorteil der Lampen für Verbraucher ist: Man darf sie im Hausmüll entsorgen. Das gilt für die effizienteren LEDs und Energiesparlampen nicht. Dazu heißt es bei den Umweltschützern von Greenpeace: "Ausrangierte Energiesparlampen sind Sondermüll und entsprechend zu entsorgen. Derzeit müssen sie zur Rücknahme gebracht werden. Dieser Aufwand für den Verbraucher führt dazu, dass nach Schätzung der Deutschen Umwelthilfe nur zehn Prozent der Energiesparlampen sachgerecht entsorgt werden, der Rest landet im Hausmüll."

Glühbirne verbrennt neben Energiesparlampe © picture-alliance/ dpa Foto: Tobias Hase

Seit zehn Jahren ist die Glühbirne verboten

NDR Info - Wirtschaft -

Energiesparlampen und LEDs sollten die herkömmlichen Glühbirnen ersetzen. Aber auch zehn Jahre nach dem Glühbirnen-Aus sind sie in vielen deutschen Haushalten zu finden.

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Glühlampen-Verbot erzeugt gewaltige Müllberge

Im Müllproblem sieht Fachhändler Schrader auch einen der größten Nachteile der EU-Verordnung - nicht nur, was die Lampen an sich betrifft: "Durch das Gesetz müssen circa 500 Millionen Dimmer auf die Müllhalde geschmissen werden. Also dieses Gesetz ist ein gewaltiger Schuss nach hinten und erzeugt gewaltige zusätzliche Müllberge, obwohl wir doch Müll vermeiden wollen."

BUND rät zum Kauf der LED

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NDR Info

Glühbirnen-Verbot: Was würde Helferlein sagen?

18.03.2019 18:25 Uhr
NDR Info

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Trotzdem rät der Bund für Umwelt und Naturschutz zur LED. Auf seiner Website schreibt der Umweltverband: "Rechnet man Anschaffungs- und Stromkosten zusammen, bezahlen Verbraucher innerhalb von zehn Jahren über 150 Euro weniger, wenn sie zu LED statt Halogenlampen greifen - und zwar pro Lampensockel."

Dieses Argument von Umweltschützern will Schrader nicht unkommentiert stehen lassen. Es gehe doch in erster Linie um das Licht - und da sei Energieeffizienz nicht alles, meint er: "Die sagen immer, LED ist super. Dabei schnallen die nicht, dass eine Natriumdampflampe mehr Lumen macht pro Watt als eine LED. Und trotzdem werden Straßenlaternen auf LED umgerüstet. Und dann sagen die, dass wir sparen. Man kann auch noch mehr sparen: Licht aus!"

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Wirtschaft | 18.03.2019 | 07:41 Uhr

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