Stand: 13.06.2018 11:22 Uhr

Handy-Nutzung auf See: Möglich - aber teuer

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Kreuzfahrtschiffe und große Fähren bieten an Bord eigene Telefonnetze.

Schnell noch eine SMS, ein kurzer telefonischer Gruß nach Hause oder per Messenger immer mit den Freunden in Kontakt bleiben. Für viele Menschen gehören Smartphone oder Handy auch im Urlaub dazu. Bei Touren ins EU-Ausland liegen die Kosten seit Sommer 2017 nur noch auf dem Niveau von Verbindungen innerhalb Deutschlands. Das gilt auch für das vereinbarte Datenvolumen. Ganz anders sieht es auf Kreuzfahrtschiffen oder Fähren aus. Dort kann ein kurzes Telefongespräch mehrere Euro kosten. Auch wer mobile Daten nutzt, etwa um im Internet zu surfen, oder SMS verschickt, zahlt deutlich mehr als an Land.

Verbindung per Satellit

Wenn ein Schiff den Hafen verlassen hat und kein Land mehr in Sicht ist, ist es auch mit dem Handynetz schnell vorbei. Das offene Meer ist ein riesiges Funkloch. Dennoch muss auf modernen Schiffen niemand auf sein Smartphone verzichten. Die Reedereien stellen ein Bordnetz zur Verfügung, das per Satellitentechnik mit den Funknetzen an Land Kontakt hält. Allerdings kostet dieser Service stattliche Gebühren, die von Schiff zu Schiff unterschiedlich ausfallen. Ein Telefonat über das Schiffsnetz könne pro Minute drei bis sieben Euro kosten, ein Megabyte (MB) mobile Datennutzung bis zu 30 Euro, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch ankommende Gespräche kosten hohe Gebühren. Der persönliche Mobilfunktarif oder das Roaming-Paket gelten auf dem Schiff nicht. Auch eine Kostenobergrenze für mobile Datenverbindungen bleibt wirkungslos.

Vor der Reise informieren

Die Verbraucherschützer empfehlen, sich vor der Schiffsreise beim Reiseanbieter oder der Reederei und beim eigenen Mobilfunk-Partner genau über die Tarife an Bord zu informieren. Manche Kreuzfahrt-Unternehmen bieten auf ihren Schiffen Datenpakete über ein WLAN-Netz an Bord an. Viele Kommunikations-Anbieter teilen außerdem per SMS den jeweils gültigen Tarif mit. Konkrete Preise werden dabei nicht immer genannt. Liegt das Schiff im Hafen, muss das Bordnetz abgeschaltet sein. Handys wählen sich dann wieder in ein Netz auf dem Festland ein. Vergessen die Bordtechniker aber ihr Netz zu stoppen, geraten Reisende in die Kostenfalle.

Netz per Hand auswählen

Handynutzer sollten daher bei ihrem Gerät die "automatische Netzwahl" abschalten. Dann müssen sie aktiv ein Mobilfunknetz auswählen und können so vermeiden, in ein Bordnetz zu geraten. Auch wenn das Schiff in Küstennähe unterwegs ist, etwa auf der Elbe oder in einem Kanal, können sich Reisende aktiv mit einem Funknetz an Land verbinden. Dann gelten wieder die günstigeren Roaming-Tarife. Bei Smartphones sollte auch das "mobile Datenroaming" ausgeschaltet werden. Sonst können sich Apps unbemerkt Updates über das Bordnetz herunterladen. Wer ganz sicher gehen möchte, deaktiviert auch automatische Updates des Betriebssystems und die automatische Synchronisation mit Netzwerkdiensten und E-Mail-Servern.

Ohne Ticket im Bordnetz landen

Selbst wer keine Seereise unternimmt, sondern nur durch einen Hafen bummelt, kann per automatischer Netzwahl im Bordnetz eines Kreuzfahrt- oder Fährschiffes landen und telefoniert dann zu den hohen Kosten des Schiffsnetzes.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.06.2018 | 08:00 Uhr

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