Stand: 28.11.2019 11:03 Uhr

Kerzen: Warmes Licht für gemütliche Stunden

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Gute Kerzen brennen ruhig und ohne zu rußen ab.

Kerzen gehören zur Weihnachtszeit wie Plätzchen und heiße Getränke. Ihr warmes, weiches Licht schafft eine gemütliche Atmosphäre und festliche Stimmung. Das Angebot an Kerzen ist kaum überschaubar: groß oder klein, weiß oder farbig, lang und schmal oder dick und kurz. Auch beim Preis gibt es erhebliche Unterschiede. Worauf sollten Verbraucher beim Kerzenkauf achten?

Ein Paar schöne und nachhaltige Kerzen.

Umweltfreundliche Kerzen für den Advent

Mein Nachmittag -

Weihnachtszeit ist auch Kerzenzeit - doch deren Umweltbilanz ist sehr unterschiedlich, je nachdem aus welchem Material sie gemacht sind. Wir stellen die Kerzen-Typen vor.

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Kerzen aus Paraffin, Stearin und Bienenwachs

Kerzen können aus Paraffin, Stearin und Bienenwachs bestehen. Oft werden Paraffin und Stearin gemischt.

  • Die meisten Kerzen werden aus Hartparaffin produziert, einer Substanz, die als Nebenprodukt beim Raffinieren von Erdöl entsteht. Paraffin schmilzt bei etwa 55 Grad Celsius.

  • Deutlich seltener bestehen Kerzen aus Stearin, das überwiegend aus pflanzlichen Rohstoffen wie Palmöl gewonnen wird. Es schmilzt erst bei etwa 65 Grad und ist weniger elastisch als Paraffin. Obwohl Stearin als nachwachsender Rohstoff gilt, sehen es Umweltschützer kritisch. Zum Anbau des gängigen Rohstoffs Palmöl werden nämlich in Südostasien große Flächen Urwald gerodet.

  • Kerzen aus Bienenwachs dürfen keine Zusatzstoffe enthalten. Der natürliche Rohstoff ist nur begrenzt verfügbar, deshalb sind Bienenwachskerzen in der Regel teurer als Kerzen aus Paraffin oder Stearin.

  • Kerzen aus Pflanzenwachs auf der Basis von Raps-, Sonnenblumen- oder Sojaöl gelten als vegane und nachhaltige Alternative. Allerdings sollte man auf die Anbaubedingungen beachten und möglichst Kerzen aus heimischen Bio-Rohstoffen kaufen.

Zusätze in bunten Kerzen und Duftkerzen

  • Durchgefärbte Kerzen: Kerzen aus Paraffin oder Stearin sind zunächst weiß. Um farbige Kerzen herzustellen, werden dem Rohstoff fettlösliche Farbpigmente zugesetzt.

  • Getränkte Kerzen: Eine kostengünstige Alternative ist es, weiße Kerzen in eine Mischung aus Wachs und Farbpigmenten zu tauchen, um sie in einen bunten Mantel zu hüllen.

Am besten brennen ungefärbte Kerzen, denn Farbstoffe können den Docht verstopfen und das Brennverhalten negativ beeinflussen. Paraffin und Stearin verbrennen weitgehend geruchlos. Speziellen Duftkerzen werden Geruchsstoffe unterschiedlichster Aromen und Intensität zugesetzt.

Vorsicht, offenes Feuer

So brennen Kerzen sicher ab:

  • Kerzen senkrecht aufstellen
  • nicht unbeaufsichtigt lassen
  • vor Zugluft schützen
  • mindestens zehn Zentimeter Abstand zwischen zwei Kerzen lassen
  • rußende oder flackernde Kerzen löschen, Docht auf 10-15 mm kürzen
  • reichlich Abstand zu brennbaren Gegenständen wie Vorhängen halten
  • Kerze nicht auspusten, sondern den Docht kurz in das flüssige Wachs drücken

Schadstoffe: Rauch und Ruß vermeiden

Das Verbrennen von Kerzen entzieht der Raumluft Sauerstoff und verursacht Schadstoffe. Nach Ansicht von Verbraucherschützern sind die Mengen jedoch sehr gering, unabhängig vom Brennmaterial. Beginnt die Kerze zu flackern oder zu rußen, nimmt die Belastung mit Feinstaub deutlich zu. Daher sollten Kerzen nicht in Zugluft stehen oder mit zu langem Docht brennen. Brennt sich die Flamme weit in das Wachs ein, bekommt sie nicht genügend Sauerstoff und es bilden sich mehr Schadstoffe. Zum Löschen den Docht in das flüssige Wachs drücken, denn so entsteht kein Rauch. Haben in einem Raum längere Zeit Kerzen gebrannt, sollte danach gut gelüftet werden.

Worauf es beim Docht ankommt

Der Docht einer Kerze besteht meist aus geflochtenen Baumwollfäden. Je dicker die Kerze, desto dicker der Docht. Der Docht zieht flüssiges Wachs nach oben, das verbrennt. In der Mitte der Flamme ist die Temperatur jedoch niedriger als am Rand. Deshalb ist es wichtig, dass sich der Docht etwa in einem Viertelkreis krümmt und in die heißere Zone des Feuers reicht. Dort kommt die Dochtspitze in Kontakt mit Sauerstoff, glüht und brennt nach und nach ab.

Qualität von Kerzen erkennen

Die Qualität von Kerzen lässt sich vor dem Kauf schlecht einschätzen. Ein Anhaltspunkt kann das RAL-Gütezeichen sein. Produkte, die damit gekennzeichnet sind, wurden mit Blick auf hochwertige Rohstoffe sowie raucharmes und tropffreies Abbrennen geprüft.

Als weiteres Merkmal guter Kerzen gilt das Gewicht. Je schwerer eine Kerze bei gleicher Größe ist, desto länger sollte sie brennen. Pro Stunde verbrennen etwa sieben bis zehn Gramm Wachs - bei Stearin tendenziell etwas weniger. Dabei spielen allerdings auch die Stärke des Dochts und die Größe der Flamme eine Rolle. Das optimale Verhältnis von Docht und Durchmesser zu finden, gilt als hohe Kunst der Kerzenherstellung.

Kerzen herstellen: Pressen, gießen, ziehen

  • Kerzen pressen: Industriell gefertigte, gerade Kerzen werden überwiegend gepresst. Dazu wird pulverisiertes Paraffin in eine Hülse gefüllt und unter hohem Druck von beiden Seiten zusammengepresst.

  • Kerzen gießen: Flüssiges Wachs wird in Formen aus Kautschuk gegossen und erstarrt darin. Reine Stearinkerzen werden nur im Gießverfahren hergestellt.

  • Kerzen ziehen: Längliche Kerzen können auch gezogen werden: Der Docht wird immer wieder in flüssiges Wachs getaucht, das Schicht für Schicht abkühlt.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 29.11.2019 | 16:20 Uhr

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