Stand: 24.11.2014 17:11 Uhr  | Archiv

Handy-Versicherung oft teuer und überflüssig

von Katharina Blass
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Ein häufiger Schaden bei Handys: Nach einem Sturz ist das Display hinüber.

Ein Handy ist heutzutage Telefon, Kamera und Terminkalender in einem. Es ist fast den ganzen Tag im Einsatz und vielen Gefahren ausgesetzt. Wenn das Handy zum Beispiel aus der Hand rutscht oder aus der Jackentasche fällt, kann der Bildschirm beim Aufprall auf den Boden kaputtgehen. Besonders teure Modelle sind eine beliebte Diebesbeute. Damit die Freude am Handy lange anhält, bieten Elektronikmärkte Versicherungen gegen Diebstahl und Beschädigung an.

Versicherungsprämie richtet sich nach Handy-Kaufpreis

Eine Stichprobe in den Elektromärkten Media Markt, Saturn und Medimax zeigt: Die Verkäufer preisen Handy-Versicherungen in den höchsten Tönen an. Media Markt und Saturn verkaufen den "Plus-Schutz". Dahinter steckt seit dem 1. September 2014 die Allianz als Versicherer. Das Handy ist mit mit Abschluss der Vertrags für zwei Jahre ab Kauf versichert. Der Preis für die Versicherung richtet sich nach dem Kaufpreis des Handys. Wer zum Beispiel ein 500 Euro teures Handy zwei Jahre lang versichert, zahlt dafür 100 Euro.

Eine vergleichbare Versicherung wird bei Medimax für 144 Euro angeboten. Versicherer ist das britische Unternehmen Domestic & General. Der Haken: Kündigt man die Versicherung nicht, verlängert sie sich jedes Jahr automatisch um ein weiteres Jahr - auch wenn das Handy gar nicht mehr im Einsatz ist.

Nach Diebstahl oft kein neues Handy

Handy-Versicherungen sind immer wieder ein Thema für den Ombudsmann der Versicherungen, eine unabhängige Schlichtungsstelle. Meist beschweren sich Versicherungsnehmer darüber, dass die Versicherung nach einem Diebstahl kein neues Handy zur Verfügung stellt. Bei Diebstahl zahlen die von Markt überprüften Versicherungen nur, wenn das Gerät in der Jackentasche oder in einem verschlossenen Raum aufbewahrt wurde. Alles andere wird im Kleingedruckten als "grob fahrlässig" bezeichnet und nicht ersetzt.

Schönheitsklausel bei kaputtem Bildschirm

Auch bei einem gesplitterten Bildschirm weigern sich die Versicherungen oft, die Reparatur zu bezahlen. Denn in der Regel muss das Display so zerbrochen sein, dass das Handy nicht mehr funktioniert. Kann der Besitzer noch telefonieren, gilt das kaputte Display als kosmetischer Schaden und wird nicht repariert.

Kleingedrucktes erst nach Vertragsabschluss

In der Stichprobe von Markt haben die Verkäufer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) erst nach dem Vertragsabschluss ausgehändigt. Dabei stehen in den AGB wichtige Einschränkungen des Versicherungsschutzes - jeder Kunde sollte sie vor dem Vertragsabschluss gründlich durchlesen.

Viele Kunden im Elektromarkt überfordert

In Elektromärkten ist es meist laut, der Kunde steht mitten im Getümmel und soll sich konzentriert das Produktinformationsblatt durchlesen. Die Verbraucherzentrale bezeichnet die Situation als puren Stress und völlig ungeeignet für den Abschluss eines Versicherungsvertrags.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 24.11.2014 | 20:15 Uhr

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