Stand: 10.03.2017 10:28 Uhr  | Archiv

Die Alternativen zu DVB-T2 HD

Frau bedient eine Fernbedienung. © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Franziska Koark
Kabel, Satellit, Antenne: Fernsehprogramme kommen auf unterschiedlichen Wegen ins Haus.

Mit der Umstellung auf DVB-T2 HD Ende März müssen viele Fernsehzuschauer in neue Technik investieren: Fernsehgeräte oder Set-Top-Boxen (ab 50 Euro), die die neuen Signale umsetzen können. Außerdem kommen nur noch die öffentlich-rechtlichen Programme wie ARD, ZDF und NDR kostenlos ins Haus. Wer weiterhin private Sender wie RTL und Pro 7 sehen möchte, muss künftig monatlich 5,75 Euro an den Plattformbetreiber freenet TV bezahlen.

Alternative Empfangswege

Neben DVB-T2 HD gibt es drei weitere Möglichkeiten Fernsehen zu empfangen: Rund 47 Prozent der Haushalte nutzten in Deutschland eine Satellitenanlage, 41 Prozent einen Kabelanschluss und bei gut acht Prozent kam das Programm durch die Internet-Leitung (IP-TV). Rund 3,5 Prozent setzten auf das Antennenfernsehen DVB-T (Stand Oktober 2016). Jeder Empfangsweg hat Vor- und Nachteile und eignet sich nicht für alle Zuschauer.

Die Satellitenschüssel

Eine Satellitenantenne auf einem Häuserdach. © fotolia.com Foto: dieter76
Per Satellit kommen die meisten Programme auf den Bildschirm.

Der Empfang per Satellitenanlage ist flächendeckend möglich. Dazu muss eine mindestens 60 Zentimeter große Satellitenschüssel in südöstlicher Himmelsrichtung am oder auf dem Haus montiert werden. Für Bewohner von Mietwohnungen ist das meist nicht möglich. Eine einfache Satellitenantenne gibt es schon für etwa 50 Euro, hinzu kommen Kosten für die Montage. Ältere Fernsehgeräte benötigen zusätzlich einen Receiver (ab 50 Euro). Für den Empfang der Standard-Bildqualität SD fallen derzeit keine laufenden Kosten an. Hochauflösendes Fernsehen in HD-Qualität bieten auch hier nur die öffentlich-rechtlichen Programme kostenlos. Privates HD-Fernsehen kostet wie bei DVB-T2 HD 5,75 Euro pro Monat. Insgesamt lässt sich per Satellit die größte Programm-Vielfalt ins Haus holen.

Der Kabelanschluss

Arbeiter verlegen Erdkabel © NDR Foto: Axel Franz
Kabelfernsehen in hoher Auflösung benötigt ein Glasfaserkabel zum Haus.

Kabelfernsehen benötigt einen fest verlegten Hausanschluss, der in vielen Mehrfamilienhäusern vorhanden ist. Fernsehempfang ist nur mit einem Vertrag bei einem Kabelnetzbetreiber möglich, in Norddeutschland meist Vodafone Kabel Deutschland oder ein regional tätiges Unternehmen. Ältere Fernsehgeräte ohne DVB-C-Empfänger benötigen einen externen Receiver (ab 50 Euro). Preise und Programmangebot legen die Netzbetreiber fest. Neben einer einmaligen Anschlussgebühr fallen monatliche Kosten ab etwa 19 Euro an.

Das Internet-Fernsehen

Wer Fernsehen per Internet empfangen möchte, benötigt zunächst einen schnellen DSL-Anschluss mit mindestens 16 Mbit pro Sekunde. TV-Streaming-Dienste wie Magine oder Zattoo bringen mindestens rund 40 Fernsehprogramme ohne Zusatzgeräte auf internettaugliche Geräte wie Tablets, Laptops oder Fernseher mit Internet-Anschluss. Auch hier gibt es unterschiedliche Programmpakete ohne oder mit privatem HD-Fernsehen für Preise ab etwa sieben Euro monatlich. DSL-Anbieter wie Telekom oder Vodafone bieten ähnliche Pakete mit mehr Programmen und zahlreichen Zusatzfunktionen über einen Receiver.

TV-Empfang im Vergleich
Empfang perlaufende KostenAnzahl ProgrammeKosten für Zweitfernseher
DVB-T2 HD
(Antennenfernsehen)
öffentl.-rechtl. 0,-
privat 5,75
ca. 40, alle HDpro Gerät wie laufende Kosten
DVB-S / DVB-S2
(Satellitenfernsehen)
öffentl.-rechtl. 0,-
privat in HD 5,75
mehrere Hundertpro Gerät wie laufende Kosten
DVB-C / DVB-C2
(Kabelfernsehen)
ab ca. 19,-ca. 70-140, teils HDHöhe abhängig vom Anbieter
IP-TV
(Internetfernsehen)
ab ca. 7,-mind. 40,
öffentl.-rechtl. in HD
teils enthalten
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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 24.02.2017 | 19:30 Uhr

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