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Corona-Testverordnung: Aktuelle Regeln für Schnelltests

Stand: 28.07.2022 11:08 Uhr

Corona-Schnelltests sind nach der aktuellen Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums seit dem 30. Juni 2022 nicht mehr für alle kostenlos. Wer hat Anspruch auf einen Bürgertest? Worauf achten? Welche Nachweise sind notwendig?

Kostenlose Antigen-Schnelltests auf Staatskosten gibt es nach der aktuellen Testverordnung nur noch für Risiko- und weitere ausgewählte Gruppen. Andere können sich nur noch aus bestimmten Gründen testen lassen und müssen für die sogenannten Bürgertests drei Euro zahlen. Ob ein Anspruch auf einen kostenlosen oder bezuschussten Test besteht, müssen Apotheken und andere Teststellen prüfen. Bürgerinnen und Bürger müssen entsprechende Nachweise vorlegen.

Wer hat Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest?

  • Besucher von Pflege- und medizinischen Einrichtungen: Personen, die Menschen in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern etc. besuchen wollen, aber auch die Behandelten bzw. die Bewohner selbst.
  • Pflegende Angehörige
  • Kinder unter 5 Jahren
  • Schwangere, die sich im ersten Drittel der Schwangerschaft befinden.
  • Chronisch Kranke und andere Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.
  • Studienteilnehmer: Personen, die aktuell an Studien zu Corona-Impfstoffen teilnehmen oder in den vergangen drei Monaten teilgenommen haben.
  • Infizierte: Personen, die sich aufgrund einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion in Isolation befinden und sich freitesten lassen wollen.
  • Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten
  • Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach dem § 29 SGB IX Personen beschäftigen, sowie Personen, die bei Leistungsberechtigten im Rahmen eines Persönlichen Budgets beschäftigt sind.

Wer kann sich für drei Euro testen lassen?

Auch für die Bürgertests mit einer Eigenbeteiligung von drei Euro ist es notwendig, den Anspruch nachzuweisen. Das geht etwa mit der Eintrittskarte für eine Veranstaltung, dem Vorzeigen der Corona-Warn-App oder bei Kontakten zu Risikopatienten mit einer Selbstauskunft. Bei folgenden Fällen darf man sich für drei Euro testen lassen:

  • Besuch einer Freizeitveranstaltung: Personen, die am selben Tag eine Veranstaltung in einem Innenraum besuchen werden.
  • Besuch besonders gefährdeter Menschen: Personen, die am gleichen Tag Kontakt zu einer Person über 60 Jahren haben werden oder eine Person mit Vorerkrankungen besuchen.
  • Rote Meldung in Corona-Warn-App: Personen, die durch die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts eine Warnung mit der Statusanzeige erhöhtes Risiko haben.

Welche Nachweise muss man für kostenlose Tests vorlegen?

Wer eine kostenlose Testung in Anspruch nehmen möchte, muss sich ausweisen und einen Nachweis erbringen: Bei Kleinkindern ist das die Geburtsurkunde oder der Kinderreisepass, bei Schwangeren der Mutterpass. Wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, muss darüber ein ärztliches Zeugnis im Original vorlegen. Teilnehmende an Impfwirksamkeitsstudien können sich von den Verantwortlichen der Studien einen Teilnahme-Nachweis ausstellen lassen und diesen vorlegen. Wer sich freitesten will, legt den PCR-Test vor, Gleiches gilt für Haushaltsangehörige von Infizierten, die zudem einen Nachweis für die übereinstimmende Wohnanschrift benötigen.

Bei Besuchen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern kann ein kostenloser Test vor Ort gemacht werden oder der Besuch wird der Teststelle gegenüber glaubhaft gemacht (Muster-Formular als PDF). Pflegende Angehörige müssen glaubhaft machen, dass sie einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegen.

Weitere Fragen zu der aktuellen Testverordnung und den Bürgertests beantwortet das Bundesgesundheitsministerium auf einer eigenen FAQ-Seite.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 30.06.2022 | 14:00 Uhr

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