Kirschen © bergamont/fotolia Foto: bergamont

Kirschen: Die gesunden Früchte entkernen und einkochen

Stand: 27.07.2021 09:52 Uhr

Kirschen haben wenig Kalorien und sind ausgesprochen gesund. Die leckeren Früchte lassen sich gut einkochen oder einfrieren. Vor der Verarbeitung in der Küche müssen sie entkernt werden.

Sommerzeit ist Kirschzeit. Etwa von Ende Juni bis Ende August kommen die aromatischen Früchte frisch in den Handel. Größtes Anbaugebiet in Norddeutschland ist das Alte Land am Unterlauf der Elbe mit einer Fläche von knapp 500 Hektar. Ende April beginnt dort die Kirschblüte und färbt Tausende Bäume in strahlendes Weiß.

Sorten: Sauer- oder Süßkirschen?

Kirschen gibt es in Hunderten Sorten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Süß- und Sauerkirschen. Bei Süßkirschen gibt es zwei Typen - die hartfleischigen Knorpelkirschen, auch Knupperkirschen genannt, und die weichfleischigen Herzkirschen. Beide schmecken am besten frisch, direkt vom Baum. Die ersten hellroten Sorten kommen bereits Ende Mai auf den Markt, im Juli folgen die dunkelroten. Sauerkirschen schmecken hingegen, wie der Name bereits sagt, fein säuerlich und eignen sich ideal zum Backen, für Marmelade oder Kompott. Die bekannteste Sauerkirschsorte ist die dunkelrote Schattenmorelle.

Kirschen kaufen: Wochenmarkt oder selbst pflücken

Ein Mann steht auf einer Leiter und pflückt Kirschen. © colourbox / #262486
Vorsicht bei der Ernte, Kirschholz gilt als brüchig.

In Deutschland wachsen in vielen Regionen Kirschen, aber in Supermärkten suchen Kunden sie oft vergeblich. Dort werden häufig Früchte aus dem Ausland angeboten, nur ein Drittel der heimischen Kirschen landet im Einzelhandel. Wer Kirschen aus der Region kaufen möchte, sollte auf den Wochenmarkt gehen oder direkt auf einem Obsthof kaufen. Vorteil: Dort sind die Kirschen frischer als im Laden. Viele Höfe im Norden, etwa im Alten Land, bieten Besuchern auch an, Kirschen selbst zu pflücken - das macht Spaß und spart Geld.

Erst kurz vor dem Verzehr waschen

Nach der Ernte halten sich die Früchte einige Tage im Kühlschrank. Wichtig: nicht entstielen und erst kurz vor dem Verzehr waschen. Ohne Stiel hat die Kirsche eine Verletzung, die Fruchtfliegen anzieht und die Frucht schnell matschig werden lässt. Temperaturschwankungen schaden den Früchten. Sie beginnen leicht zu schwitzen und schimmeln dann.

Tipps zum Entkernen der Kirschen

Eine Kirsche liegt in einem Kirschentkerner. © NDR Foto: Axel Franz
Kirschentkerner: Einmal drücken und der Kern fällt unten heraus.

Vor der Verarbeitung in der Küche müssen die Früchte entkernt werden - eine etwas mühevolle Arbeit. Das geht mit einem sehr scharfen Messer oder einem speziellen Kirschenentkerner. Als einfaches Hilfsmittel die Kirsche mit dem Stielansatz auf einen Flaschenhals legen und den Kern von oben mit einem stumpfen Stäbchen, etwa einem Schaschlik-Spieß oder asiatischen Ess-Stäbchen, herausdrücken. Tipp: Die Kirschen vorher kurz ins Gefrierfach legen, dann lösen sich die Kerne etwas leichter.

Einfrieren: Mit oder ohne Kerne möglich

Kirschen eignen sich gut zum Einfrieren - sowohl mit als auch ohne Kern. Am einfachsten ist es, die Früchte zunächst nebeneinander, etwa auf einem Teller oder Tablett, auszubreiten und für etwa eine Stunde in den Gefrierschrank zu stellen. Dann in Gefrierbeutel füllen.

Kirschen mit Zuckerwasser einkochen

Alternativ können Kirschen durch Einkochen haltbar gemacht werden. Dafür pro Kilogramm Kirschen einen Liter Wasser mit etwa 300 Gramm Zucker aufkochen, bis dieser sich aufgelöst hat. Die gewaschenen Kirschen in saubere Gläser füllen, dabei etwas Platz zum Rand lassen. Das nicht mehr kochende Zuckerwasser so einfüllen, dass die Früchte vollständig bedeckt sind. Gläser verschließen und in in einen großen Kochtopf stellen. Die Gläser sollten nicht direkt mit dem Boden in Berührung kommen, deshalb zum Beispiel ein Geschirrhandtuch hineinlegen. Den Topf zu drei Vierteln mit Wasser befüllen, den Deckel schließen und das Ganze bei etwa 80 Grad für 30 Minuten einkochen lassen.

Eingekocht oder als Marmelade halten sich Kirschen viele Monate lang.

Wenig Kalorien, viele Vitamine und Mineralien

Kirschen sind nicht nur lecker und aromatisch, sondern trotz ihrer Süße kalorienarm und gesund. Sie bestehen zu 85 Prozent aus Wasser und haben nur 55 Kilokalorien pro 100 Gramm, da sie nur wenig Kohlenhydrate enthalten. Außerdem stecken in den Früchten:

  • Vitamin A, B und C
  • Folsäure - wichtig für Zellteilung und Blutbildung
  • Magnesium für die Muskeln
  • Kalium - reguliert den Salzhaushalt
  • Kalzium, Mangan und Eisen für Knochen und Zähne
  • Ballaststoffe
  • Anthocyane - natürliche Pflanzenfarbstoffe, die entzündungshemmend wirken und die Zellen vor vorzeitiger Alterung schützen.

Ein halber Liter Kirschsaft deckt den täglichen Vitamin-C-Bedarf eines Menschen. Kirschen sollen außerdem bei rheumatischen Beschwerden, Gicht und Blasensteinen helfen.

Darf man zu Kirschen Wasser trinken?

Eine bekannte Regel lautet: Zu Kirschen kein Wasser trinken! Das stimmt so nicht mehr. Die Empfehlung stammt aus früheren Zeiten, in denen das Wasser oft mit Hefepilzen verunreinigt war. Sie ließen die Kirschen im Magen gären und verursachten Blähungen. Kirschen wirken allerdings leicht abführend und harntreibend.

 

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